ProA: Noch viele Play-off-Kandidaten – Baunach steht als Absteiger fest

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Schwäbische Zeitung

26 Spieltage in der Hauptrunde der ProA-Saison 2018/19 sind absolviert, vier bleiben, um die Besetzung der Play-offs festzulegen. Tabellenführer Chemnitz ist sicher dabei, doch Hoffnungen darf sich auch noch der Tabellenzwölfte Artland Dragons machen. Gute Karten haben die Steeples auf Rang fünf. Nach dem 25. Spieltag am Freitag war das Team Ehingen Urspring sogar bis auf zwei Punkte an den Tabellenzweiten herangerückt – nach dem Sieg gegen Baunach und den Niederlagen von Hamburg und Rostock. Am Sonntagabend waren es dann wieder vier Punkte: Heidelberg, Hamburg und Rostock gewannen ihre Partien, während die Steeples in Chemnitz den Kürzeren zogen.

Heidelberg, Hamburg und Rostock belegen mit jeweils 34 Punkten die Plätze zwei bis vier vor Ehingen Urspring und Nürnberg (je 30). Trier und Hagen auf den Rängen sieben und acht haben je 28 Punkte vor Karlsruhe und Tübingen (beide 26). Die Schlussphase der Hauptrunde verspricht viel Spannung – auch für die Steeples. Deren nächste Gegner sind Hamburg (10. März) und Rostock (16. März), danach kommt Trier (22. März). Am letzten Spieltag geht es zum Nachbarn Kirchheim, aktuell Elfter und noch mit Chancen auf die Play-offs.

Das derzeit formstärkste Team sind die Nürnberg Falcons, die am Wochenende ihre Serie auf sechs Siege ausbauten. Spektakulär war ihr Erfolg am Freitag in Chemnitz: Mit 43:65 lag die Mannschaft von Trainer Ralph Junge beim Spitzenreiter zur Halbzeit in Rückstand und bog das Spiel noch um. 33 Sekunden vor Ende verwandelte Nils Haßfurther einen Dreier für die Franken zur 94:93-Führung; 15 Sekunden später holte sich Chemnitz durch Robin Lodders die Führung zurück (95:94), ehe Jackson Kent zwei Sekunden vor Schluss einen erneuten Distanzwurf zum 97:95 versenkte. Das war Nürnbergs Punktlandung. Am Sonntag schickten die Falcons einen 96:64-Heimsieg gegen die Karlsruhe Lions hinterher, durch den sie auf Rang sechs kletterten. „Wir haben haben einen direkten Konkurrenten klar dominiert“, freute sich Junge.

Die Niners Chemnitz hielten sich nach ihren Last-Second-Niederlage am Freitag gegen Nürnberg – Niners-Coach Rodrigo Pastore: „Diese Niederlage tut einfach nur weh“ nach der „sensationellen ersten Halbzeit“ – am Sonntag gegen Ehingen Urspring schadlos. Die Chemnitzer zeigten keine herausragende Leistung und einige Schwächen, aber sie bissen sich durch – auch dank der lautstarken Unterstützung der mehr als 2000 Zuschauer, wie Pastore fand. „Die Fans haben uns durch die engen Phasen getragen und einen Riesenanteil am Erfolg.“

Vielleicht haben sich die Steeples von der Kulisse beeindrucken lassen. Bei der 73:84-Niederlage erzielte das offensivstärkste Team der Liga erstmals seit dem 15. Spieltag im Dezember weniger als 80 Punkte. Die Gäste taten sich schwer gegen die Defensive der Chemnitzer, außerdem „sind auch einige leichte Würfe nicht in den Korb gefallen, auch freie Dreier. Wenn die fallen, kommt wieder Schwung rein“, so Trainer Domenik Reinboth. Einmal, im dritten Viertel, nachdem die Niners bereits 19 Punkte Vorsprung hatten, kam Schwung ins Spiel der Steeples, die wieder bis auf sieben Zähler herankamen. Dann aber punktete Chemnitz wieder. „Fehlenden Kampfgeist kann man uns nicht vorwerfen“, so Reinboth. Doch eine erfolgreiche Aufholjagd „geht nur über die Defensive. Man muss versuchen, Stopps zu kriegen, dass der Gegner nicht scort. Das haben wir nicht geschafft.“

Bei Baunach Young Pikes, herrscht dagegen Trübsal. Baunach steht nach den beiden Niederlagen am Wochenende in Ehingen und gegen Heidelberg als erster Absteiger fest. Zwar könnten die Young Pikes nach Punkten noch mit Schalke und Paderborn gleichziehen, doch der direkte Vergleich spricht für die Konkurrenten. Am Freitag, beim Gastspiel von Baunach in Ehingen, war zu sehen, woran es der jungen Young-Pikes-Mannschaft fehlt: an Erfahrung und einem tiefen Kader. Der Tscheche Adam Pechacek (24) ist der älteste Spieler, die meisten anderen sind erst 18 oder 19 Jahre jung – wie die beiden Esten Henri Drell (18) und Kristian Kullamäe (19), die in der Partie gegen die Steeples neben Pechacek die meisten Punkte für ihr Team erzielten. Abgänge und Verletzungen wichtiger Spieler zu Beginn oder während der Saison wurden nicht kompensiert. „Das Abenteuer ProA ist vorbei“, schrieben die Young Pikes auf ihrer Internetseite. Für wie lange, wird sich zeigen. (aw)

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