Plastikdeckel für Polioimpfungen

Lesedauer: 3 Min

Die Rotary-Mitglieder freuen sich über den Sack voll Deckel, die Jutta Uhl bringt
Die Rotary-Mitglieder freuen sich über den Sack voll Deckel, die Jutta Uhl bringt (Foto: SZ- kö)
Schwäbische Zeitung
Barbara Körner

Am Welt-Polio Tag haben die Mitglieder des Rotary Clubs Ehingen-Alb Donau, der sich seit seiner Gründung an dem Kampf gegen Kinderlähmung beteiligt, auf dem Wochenmarkt einen Infostand aufgebaut, um einmal über die Verbreitung der hochansteckenden Krankheit zu informieren und zum anderen die Aktion „Deckel drauf“ vorzustellen.

Rotary sammelt Hartplastikverschlüsse von Milchtüten, Flaschen, Tetrapacks und Zahnpastatuben. Durch den Verkauf von 500 Deckeln an ein Recyclingunternehmen kann eine Impfung gegen Polio finanziert werden.

Ein Sack mit Deckeln aus Frankenhofen

Ortsvorsteherin Jutta Uhl aus Frankenhofen brachte einen ganzen Sack voll Deckel, die die Mitglieder der Jugendkapelle in Getränkemärkten von Flaschen abgeschraubt haben. Dr. Jörg Abigt und Sophia Blankenhorn vom Rotary Club freuten sich.

„Es wäre toll, wenn noch mehr Jugendliche, Schulklassen und Kindergärten Deckel sammeln würden“, sagte Sophia Blankenhorn. Denn Pfandflaschen werden auch ohne Deckel zurückgenommen.

Derzeit gibt es in Pakistan und Afghanistan regelmäßig neue Poliofälle, neun dieses Jahr bereits in Afghanistan und 32 in Pakistan, wo 2014 sogar 165 Menschen erkrankten.

Nach der Impfsituation bei Flüchtlingskindern befragt, sagte Dr. Abigt, dass bis 2010 in Syrien konsequent geimpft worden sei. In den vergangenen Jahren während des Bürgerkriegs ist die Impfquote aber stark gesunken. Daher stellen Kinder, die nach 2010 geboren sind, ein gewisses Risiko dar und werden, sobald sie zu einem Kinderarzt in Deutschland kommen, geimpft. Das Robert Koch Institut sieht aber derzeit keine erhöhte Infektionsgefahr der Allgemeinbevölkerung durch Asylsuchende, vor allem wenn man den grundsätzlich geltenden Impfempfehlungen der ständigen Impfkommission nachkommt.

Infektionsrisiko durch Asylbewerber nur gering

Das Robert-Koch-Institut schätzt die Möglichkeit des Importes von hier seltenen Infektionskrankheiten durch Asylsuchende aktuell als gering ein. Wenn diese Krankheiten auftreten, sind sie meist nur bei engem Kontakt übertragbar.

Sammelstellen für Deckel in Ehingen: Finkbeiner Markt, Toom Baumarkt, Goldschmiede Bayrl-Mittl, Praxis Dr. Berken, Schaudt und Terpeluk und in Munderkingen an der Dom-Mühle.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen