Niederlage zum Hauptrundenabschluss

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 Dominique Uhl (rechts, hier im Spiel gegen Hanau) war im Derby in Kirchheim mit 18 Punkten erfolgreichster Werfer der Steeples.
Dominique Uhl (rechts, hier im Spiel gegen Hanau) war im Derby in Kirchheim mit 18 Punkten erfolgreichster Werfer der Steeples. (Foto: SZ- mas)

Zum Abschluss der Hauptrunde der Zweiten Basketball-Bundesliga ProA hat das Team Ehingen Urspring bei den Kirchheim Knights 71:78 verloren. Die nur mit sieben Spielern angetretenen und bereits für die Play-offs qualifizierten Steeples hielten die Partie lange offen, doch der Gastgeber hatte bei seinem letzten Auftritt in dieser Saison den längeren Atem und größeren Willen, das Spiel für sich zu entscheiden. In der Tabelle fiel Ehingen Urspring auf Rang sieben zurück und trifft in der ersten Play-off-Runde auf Heidelberg.

Als klar war, dass der Gegner in der Meisterrunde Heidelberg sein würde und nicht Hamburg oder Rostock, hielt sich die Enttäuschung bei den Steeples über das Ergebnis im Derby egen die Knights sehr in Grenzen. Es sei die angenehmste Niederlage in dieser Saison gewesen, sagte Co-Trainer Krists Plendiskis, der den erkrankten Cheftrainer Domenik Reinboth vertrat. Heidelberg sei genauso ein starker Gegner wie Rostock oder Hamburg, doch die Reisestrapazen seien andere – auch für die Fans, die das Team nach Heidelberg wohl zahlreicher begleiten werden als in den hohen Norden. „Wir hatten gehofft, dass wir Hamburg und Rostock umgehen“, so Plendiskis.

Guter Beginn der Gäste

Vor Beginn des Spiels in Kirchheim war das aber nicht abzusehen. Anders als für die Steeples war es für die Knights der letzte Auftritt in dieser Saison – entsprechend motiviert gingen die Gastgeber zu Werke. Die ersten Punkte erzielten aber die Gäste, die mit nur sieben Spielern angetreten waren – neben Tim Hasbargen fehlte erneut der angeschlagene Seger Bonifant und von den Nachwuchsspielern war nur Kevin Strangmeyer dabei. Tanner Leissner und Rayshawn Simmons mit einem Dreier sorgten für die schnelle 5:0-Führung und den perfekten Start der Steeples.

So ging es aber nicht weiter, die Gäste hatten in der Folge etliche Fehlwürfe. Die Kirchheimer waren ebenfalls alles andere als fehlerfrei und so war es anfangs ein Spiel mit einer überschaubaren Zahl an Korberfolgen. Kurzzeitig nahm die Partie Fahrt auf – als Rohndell Goodwin, zweitbester Werfer der Liga hinter Tübingens Reed Timmer – zwei Dreier in Folge verwandelte und so den 4:7-Rückstand in eine 10:7-Führung für Kirchheim verwandelte. Goodwin, den die Steeples nicht in den Griff bekamen, legte kurz vor Ende des ersten Viertels seinen dritten Dreier zum 17:13 nach und erhöhte von der Freiwurflinie mit Ablauf der ersten zehn Minuten noch auf 19:13.

Die Knights erzielten auch die ersten Punkte im zweiten Abschnitt, doch die Steeples kämpften sich wieder heran – dank Dominique Uhl. „Er hat uns in der ersten Halbzeit geholfen, dass wir im Spiel geblieben sind“, sagte Plendiskis. Uhl, am Ende Topscorer seiner Mannschaft, erzielte sieben der ersten neun Punkte der Steeples im zweiten Viertel. Weil das Team zudem gut verteidigte, schmolz der Kirchehimer Vorsprung auf einen Punkt (23:22). Die Wende gelang Ehingen Urspring aber nicht, immer wieder setzten sich die Knights ab. Zur Pause hieß es 37:30 für den Gastgeber. Die Treffsicherheit aus der Distanz markierte den Unterschied: Kirchheim hatte in den ersten 20 Minuten vier von acht Versuchen verwandelt, die Steeples einen von zehn.

Die Dreierquote der Gäste wurde besser in der zweiten Halbzeit (am Ende sieben von 20), woran Rayshawn Simmons den größten Anteil hatte. Er verwandelte nach der Pause den ersten Distanzwurf zum 37:33 und verwandelte später zwei weitere Dreier. Auch Daniel Monteroso, Gianni Otto und ganz am Ende Uhl streuten einen Dreier ein, doch letztlich halfen die Treffer nur,um den Rückstand jeweils zu verkürzen. Dagegen gelang es den Steeples nie, eine Serie zu starten und mal die Führung zu übernehmen – obwohl die Chancen vorhanden waren. So aber liefen sie den Knights bis zum Schluss hinterher.

Kochs entscheidende Dreier

Für Coach Plendiskis war es angesichts des erneut kleinen Aufgebots auch eine Frage der Kraft. „Wir haben gekämpft bis zum Schluss, um das Spiel zu drehen“, doch die Kirchheimer hatten die größeren Reserven. Vor allem hatten sie Topscorer Rohndell Goodwin und Tim Koch. Wenn es eng wurde, war auf die beiden Verlass. Koch, der den Großteil der Saison verletzt verpasst hatte, schränkte in der Verteidigung die Kreise von Steeples-Spielmacher Simmons ein und war in der zweiten Halbzeit auch im Angriff ein entscheidender Faktor. Er verwandelte in der Schlussphase des dritten Viertels zwei Dreier (nach 30 Minuten stand es 58:50) und erzielte im letzten Abschnitt seine Punkte neun bis 16.

Kirchheims Vorsprung wuchs auf 13 Punkte (69:56). Die Steeples versuchten die Lücke zu schließen, doch spätestens nach Kochs letztem von vier Dreiern zum 78:68 war klar, dass Ehingen Urspring im letzten Hauptrundenspiel den Kürzeren ziehen würde. Damit hatten die Steeples ihren 18. Saisonsieg verpasst und waren von Rang sechs auf sieben zurückgefallen, doch das störte sie nicht – im Gegenteil: Mit einem Erfolg hätten sie die Hauptrunde auf Platz fünf abgeschlossen und im Play-off-Viertelfinale gegen Hamburg antreten müssen. So aber trifft man auf die Heidelberger, die wegen der Niederlagen von Hamburg und Rostock noch auf Rang zwei vorrückten

Das erste von maximal fünf Spielen der Viertelfinalserie ist am Samstag, 6. April, in Heidelberg. Spiel zwei in Ehingen ist am Dienstag, 9. April.

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