Neues Wohnhaus in der Lindenstraße ist fertig

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Siegfried und Katrin Brotbeck und Architekt Michael Weberruss (r.) stehen vor dem Neubau. Links ist das alte, integrierte Gemäue
Siegfried und Katrin Brotbeck und Architekt Michael Weberruss (r.) stehen vor dem Neubau. Links ist das alte, integrierte Gemäuer. (Foto: SZ- tg)
Leiter Lokalredaktion Ehingen

Das Ehinger Bauunternehmen Brotbeck hat nach rund eineinhalb Jahren Bauzeit das Projekt an der Lindenstraße abgeschlossen. Entstanden sind 16 Wohnungen sowie eine Gewerbeeinheit. Großen Wert haben die Bauherren Siegfried und Katrin Brotbeck indes darauf gelegt, viel Historisches in das moderne Projekt zu integrieren.

Siegfried Brotbeck schiebt ein paar Bretter auf die Seite und zeigt auf ein tiefes, dunkles, ummauertes Loch. „Das ist ein Teil des alten Wehrturms der Ehinger Stadtmauer“, sagt Brotebck, macht die Taschenlampe an und läuft die dunkle Treppe hinunter. „Das ist eine linksläufige Treppe. So konnte man ganz früher Angreifer besser abwehren“, macht Brotbeck auf den historischen Sinn des alten Wehrgangs aufmerksam.

Sieben Meter tief in den Keller

Sieben Meter tief geht es in den Keller des Neubaus an der Lindenstraße, Ecke Webergasse. Unten angekommen, erstreckt sich ein riesiger, 24 Meter langer und rund fünf Meter breiter Gewölbekeller, der gerade belüftet wird. Es ist stockdunkel und feucht. „Den wollten wir unbedingt erhalten. Was wir und die Bewohner damit machen, das wissen wir noch nicht“, sagt Katrin Brotbeck. Fakt ist, dass der Gewölbekeller grob aus den 1850er-Jahren stammt und zu den abgerissenen Häusern Lindenstraße 74 und 76 gehörte. „Alles wurde vor Baubeginn vom Denkmalamt untersucht und bewertet. Der Gewölbekeller steht nicht unter Denkmalschutz, wir wollten ihn aber dennoch erhalten“, sagt Katrin Brotbeck.

Ebenso erhalten wurde ein Teil der Ehinger Stadtmauer sowie ein Großteil der Mauer des früheren Gebäudes. „Wir haben die Mauer freigelegt, frisch verfugt und in den Neubau integriert“, erklärt Siegfried Brotbeck.

Dieses Mauerstück ist an der Webergasse sehr gut zu sehen. Ebenfalls in diese historische Mauer wird das Unternehmen Brotbeck eine Türe mit Schaufenster einbauen, dahinter wird dann für alle Passanten ein historischer Aufzug zu sehen sein, der früher zu dem Gebäude gehörte. „Wir haben hier keine Auflagen vom Denkmalamt bekommen. Aber als Ehinger sind es für uns ideologische Beweggründe, solche Dinge zu erhalten“, betont Bauherrin Katrin Brotbeck.

Große Nachfrage

Im Neubau selbst sind nun 16 Wohnungen und eine Gewerbeeinheit entstanden, die kleinste Wohnung hat eine Fläche von 75 Quadratmeter, die größte Wohnung im dritten Stock weist 140 Quadratmeter Wohnfläche aus. „Das alles sind Eigentumswohnungen. 13 davon haben wir bereits verkauft, drei sind noch auf dem Markt“, sagt Katrin Brotbeck und erklärt: „Die Nachfrage nach Eigentumswohnungen in der Innenstadt oder in der näheren Umgebung der Innenstadt ist in Ehingen enorm groß. Für die Käufer ist die Lage am wichtigsten, dann der Preis“, sagt Katrin Brotbeck und verweist auf ein anderes Brotbeck-Projekt in der Heufelderstraße in Ehingen.

Dort entstehen derzeit 17 Wohnungen und 16 davon sind laut Katrin Brotbeck bereits verkauft. Auch die Wohnungen, die Brotbeck beispielsweise an der Eschenbachstraße vor geraumer Zeit gebaut hat, seien schnell verkauft worden.

Mit dem fertigen Projekt an der Ehinger Lindenstraße ist nun auch das „neue Tor zur Stadt“ fertig, wie das Projekt während seiner Genehmigung im Ehinger Gemeinderat bezeichnet wurde. Denn gerade diese Ecke an der Lindenstraße ist das, was Besucher sehen, wenn sie auf der Biberacher Straße Richtung Stadtmitte unterwegs sind.

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