Neuer Chefarzt am Ehinger Krankenhaus

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 Markus Brucke ist Chefarzt der Anästhesie und Intensivmedizin.
Markus Brucke ist Chefarzt der Anästhesie und Intensivmedizin. (Foto: Fotos: adk)
Schwäbische Zeitung

Markus Brucke ist seit dem 1. Juni Chefarzt der Anästhesie und Intensivmedizin im Alb-Donau Klinikum Ehingen. Er folgt auf Manfred Popp, der mehr als 28 Jahre im Ehinger Krankenhaus tätig war und nun in Ruhestand gegangen ist. Popp hatte 1991 als Oberarzt in der Abteilung Anästhesie begonnen, teilt das Klinikum mit.

Das Alb-Donau Klinikum Ehingen und die Abteilung Anästhesie kennt der neue Chefarzt bereits wie seine Westentasche. Denn er ist seit Oktober 2016 Oberarzt in der Abteilung. Seit 1. Juni ist Markus Brucke (MHBA) nun der Chefarzt und damit Nachfolger von Manfred Popp.

Brucke ist 50 Jahre alt, verheiratet und Vater von drei Kindern. Er hat als Sanitätsoffizier der Bundeswehr in Ulm Humanmedizin studiert und war in den Jahren danach im Bundeswehrkrankenhaus Ulm und an den Außenstellen Sonthofen und Kempten eingesetzt. In der Zeit am Bundeswehrkrankenhaus absolvierte er auch seine Facharztausbildung, die er Ende 2005 mit dem Facharzt für Anästhesiologie erfolgreich abschloss.

Weitere Stationen waren das Rehabilitationskrankenhaus Ulm und die Universitätsklinik Ulm. Dort arbeitete er in den Kliniken für Anästhesiologie und Kardioanästhesie, bevor er im Juni 2012 zum Funktionsoberarzt der Klinik für Kardioanästhesie ernannt wurde.

Enge Kontakte pflegen

Nach wie vor pflegt Brucke enge Kontakte in alle drei Ulmer Kliniken, in denen er gearbeitet hat, und ist in der Region bestens vernetzt. Ab April 2013 arbeitete er dreieinhalb Jahre als Oberarzt im Zentrum für Anästhesie der SLK Kliniken Heilbronn, bevor es ihn wieder in die Region zurückzog. Am Ende leitete er dort die anästhesiologisch geführte Intensivstation. Mit der Perspektive, nach dem Ausscheiden des langjährigen Chefarzt Popp dessen Nachfolge anzutreten, kam er im Oktober 2016 als Oberarzt ins Alb-Donau Klinikum Ehingen.

Er ist fachlich breit aufgestellt und hat die Zusatzbezeichnungen Notfallmedizin, Intensivmedizin und spezielle Schmerztherapie. Auch in der Röntgendiagnostik von Notfallpatienten hat er die Fachkunde erworben. Sein Steckenpferd ist neben der Notfallmedizin die Aus- und Weiterbildung ärztlicher Kollegen. So ist er unter anderem Kursdirektor für den European Trauma Course und Instruktor für den Advanced Life Support Kurs, den er vergangenes Jahr erstmalig in Ehingen initiiert hat. Darüber hinaus unterrichtet er auf Ultraschallkursen für Anästhesisten.

Im Team agieren

Bei diesen Kursen geht es oft nicht nur um fachliches Wissen, sondern vor allem darum, zu lernen, als interdisziplinäres Team zu agieren. Denn im Notfall kommt es darauf an, dass alle wissen, was sie zu tun haben, und jeder muss verstehen, wie die einzelnen Behandlungsschritte aufeinander aufbauen. So können auch in selten auftretenden Notsituationen durch die enge Zusammenarbeit und gute Kommunikation des Teams die besten Lösungen für den Patienten gefunden werden.

Die Erfahrung aus den ETC- Kursen nutzte er auch, um in Zusammenarbeit mit der Abteilung für Chirurgie ein hausinternes Schockraumtraining zu etablieren. Dabei üben Schockraumteams über die Abteilungsgrenzen und Standorte des Alb-Donau Klinikums hinweg komplexe Szenarien im Schockraum in Ehingen unter möglichst realitätsnahen Bedingungen.

Manfred Popp ist als Chefarzt bereits im Mai verabschiedet worden.
Manfred Popp ist als Chefarzt bereits im Mai verabschiedet worden. (Foto: adk)

Sein Vorgänger Manfred Popp hatte 1999 die Leitung der Abteilung zusammen mit Dieter Bernt, Chefarzt a. D., im Kollegialsystem übernommen. Nach Bernts Ausscheiden 2000 war Popp alleine Chefarzt der Anästhesie.

In dieser Zeit hat sich vieles verändert. Gerade im OP und auf der Intensivstation sorgen modernste Geräte für eine durchgehende Überwachung des Patienten. Heute besteht das Anästhesieteam aus 18 Ärzten und 16 Pflegekräften, dazu kommen weitere 21 Pflegekräfte auf der Intensivstation.

Viele Patienten haben vor einer Operation fast mehr Angst vor der Narkose als vor dem eigentlichen Eingriff. Die muss man dann beruhigen, ihnen das Gefühl geben, ich passe auf dich auf.

Manfred Popp

Aller Technik zum Trotz ist aber weiterhin der Mensch im Arzt gefordert. Und das war Popp immer sehr wichtig. „Viele Patienten haben vor einer Operation fast mehr Angst vor der Narkose als vor dem eigentlichen Eingriff. Die muss man dann beruhigen, ihnen das Gefühl geben, ich passe auf dich auf.“

Als Popp 1999 zum Chefarzt ernannt wurde, wurden in Ehingen rund 3500 Patienten narkotisiert. Heute – 20 Jahre später – hat sich die Zahl auf fast 6800 erhöht. Noch deutlicher wird der Unterschied bei den beatmeten Patienten; hier hat sich die Zahl verdreifacht. Aktuell gibt es in Ehingen acht Intensivbetten mit vier Beatmungsplätzen.

Alb-Donau-Klinikum Ehingen gewürdigt

Neben seiner Arbeit im OP und auf der Intensivstation war der scheidende Chefarzt der Anästhesie auch noch Transfusions- und Transplantationsbeauftragter sowie hygienebeauftragter Arzt. 2018 wurde das Alb-Donau-Klinikum Ehingen für seine Bemühungen um die Organspenden gewürdigt, und der sonst in der Öffentlichkeit so zurückhaltende Chefarzt stand plötzlich als Transplantationsbeauftragter stark im Licht der Öffentlichkeit.

Bereits Mitte Mai war Popp von der Geschäftsführung sowie Kollegen und Wegbegleitern feierlich verabschiedet worden. Nun werde der Familienmensch noch mehr Zeit für seine Frau und die Enkel haben, heißt es in der Mitteilung des Krankenhauses.

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