Neue Hoffnung oder Saisonende

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 Strecken müssen sich die Steeples (links Tanner Leissner, hier gegen Jaleen Smith), um das dritte Spiel der Viertelfinalserie i
Strecken müssen sich die Steeples (links Tanner Leissner, hier gegen Jaleen Smith), um das dritte Spiel der Viertelfinalserie in Heidelberg zu gewinnen und das vorzeitige Play-off-Aus abzuwenden. (Foto: SZ- mas)

Zum dritten Mal innerhalb von einer Woche stehen sich die Basketballer des Teams Ehingen Urspring und der MLP Academics Heidelberg in den Play-offs der Zweiten Bundesliga ProA gegenüber. Spiel drei wird am Freitag, 12. April, 19.30 Uhr, in Heidelberg ausgetragen und hier könnte diese Viertelfinalserie vorzeitig zu Ende gehen. Den Academics fehlt noch ein Sieg zum Einzug ins Halbfinale – genau das wollen die Steeples verhindern, um so zumindest ein zweites Heimspiel zu erreichen.

Man wolle die Serie mit einem Auswärtssieg nochmal spannend machen, sagt Steeples-Trainer Domenik Reinboth. Um dies zu erreichen und nicht auch das dritte Spiel in dieser Saison in Heidelberg zu verlieren – in der Hauptrunde gab es ein 81:85 und zum Play-off-Auftakt ein 66:75 – muss sich das Team Ehingen Urspring gegenüber der zweiten Play-off-Partie am Dienstag steigern. „Vieles, was wir im ersten Spiel der Serie in Heidelberg gut gemacht haben, haben wir im zweiten nicht besser oder nicht einmal mehr so gut gemacht“, sagt Reinboth. Der Trainer störte sich schon am Beginn, als vor allem in der Defensive nicht immer auf der Höhe des Heidelberger Spiels war. „Wir haben dem Gegner zu vielen einfachen Körben verholfen, weil wir die Rotation nicht so gespielt haben, wie wir es uns vorgenommen hatten.“ Hauptnutznießer bei den Academics waren Point Guard Niklas Würzner und Big Man Niklas Ney, der den erkrankten Kapitän Philipp Heyden unterm Korb bestens vertrat. „Sie haben sehr gut ausgenutzt, dass bei uns die Rotation nicht gestimmt hat.“

In der zweiten Halbzeit war Reinboth mit der Defensivleistung seiner Mannschaft zufriedener, doch zu dem Zeitpunkt seien die Academics längst im Rhythmus gewesen und hätten trotz guter Verteidigung auch „wilde Würfe“ getroffen, wie der Steeples-Trainer sagte – und Versuche aus schwierigen Positionen und teils weit vom Korb entfernt, die die Heidelberger nehmen mussten, weil sonst ihre Angriffszeit abgelaufen wäre. Und weil die Steeples auch in der Offensive nicht an vergangene Vorstellungen herankamen – Reinboth: „Der Ball ist nicht so gut gelaufen und wir haben uns nicht so gut bewegt“ – gerieten die Gäste im dritten und vierten Viertel mehr richtig in Bedrängnis und schaukelten den Sieg mit ihrer Routine und Klasse nach Hause.

Hinzu kam, dass die Academics frischer wirkten als die Steeples, die seit Wochen mit einem kleinen Aufgebot unterwegs sind. „Wenn man so lange Zeit nur sieben Spieler hat, merkt man irgendwann die Müdigkeit. Dann kann man den einen Extra-Schritt nicht mehr machen“, sagt Domenik Reinboth. Und man ist zudem nicht in der Lage, das Spieltempo, das Ehingen Urspring die gesamte Situation ausgezeichnet hat, aufrechtzuerhalten. Die Heidelberger betonten nach den bisher zwei Play-off-Begegnungen, dass sie die Stärke der Steeples, schnelle Abschlüsse nach Fastbreaks, weitgehend unterbunden haben und sie den Gegner sogar mit dessen Waffen geschlagen haben. Die Statistik weist bei Korberfolgen nach Fastbreaks deutliche Vorteile für Heidelberg auf.

Mehr Einsatzzeit als vorgesehen

Die Personalsituation beim Team Ehingen Urspring hat sich in dieser Woche ein wenig verbessert, schon im zweiten Play-off-Spiel war Seger Bonifant wieder dabei. Der Trainer setzte den Flügelspieler am Dienstag mehr als 25 Minuten ein („Er hat mehr gespielt als geplant“), was Bonifant mit zwölf Punkten (davon zwei Dreier, Trefferquote aus dem Feld: 71 Prozent) und zwei Assists (Korbvorlagen) dankte. Die Verletzungspause war dem US-Amerikaner aber anzumerken und dass ihm das Sprunggelenk noch Probleme bereitet, war Bonifant nach dem Spiel im Gesicht abzulesen. Doch ist davon auszugehen, dass Seger Bonifant auch in Spiel drei am Freitag in Heidelberg aufläuft. „Es sieht gut aus“, sagt Reinboth.

Bei den Heidelbergern war offen, ob Center Philipp Heyden, der am Dienstag kurzfristig wegen Krankheit passen musste, wieder dabei ist. Doch seine Abwesenheit fiel nicht so ins Gewicht, weil nicht nur Ney ein starkes Spiel machte, sondern auch Dan Oppland und Marc Liyanage, der von der Bank kam und mit acht Punkten und einer guten Defensivleistung keinen geringen Anteil am Sieg der Gäste hatte. Academics-Trainer Branislav Ignjatovic sieht nach zwei Siegen dem dritten Aufeinandertreffen gelassen entgegen. Selbst wenn die Heidelberger am Freitag verlieren, haben sie noch zwei Chancen, die Serie für sich zu entscheiden. Letztlich aber soll das Viertelfinale für den Hauptrundenzweiten nicht End-, sondern Zwischenstation sein. Ignjatovic: „Die Jungs spielen eine gute Saison und haben noch viele Ziele vor sich.“

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