Nasgenstadt meldet Haushaltsmittel an

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Die Rathaus-Fassade soll saniert werden.
Die Rathaus-Fassade soll saniert werden. (Foto: SZ- Elisabeth Sommer)

Im Ortschaftsrat Nasgenstadt sorgte am Mittwochabend die umstrittene europäische Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) für Unruhe in den Reihen der Mitglieder. Seit einigen Jahren plant die Ortsverwaltung ein geschichtliches Projekt, das nun durch die DSGVO bedroht scheint.

Die Nasgenstadter Hausnamen sollen auf einer Gedenktafel genannt und für die Nachwelt gesichert werden. Geplant ist, Hausnamen, Straßennamen und Gebäudeumrisse abzubilden. Das DSGVO verunsichert aber so stark, dass Ortsvorsteherin Heike Heinrich erklärte, das Vorhaben nicht umsetzen zu wollen, weil sie sich keine Geldstrafe wegen eines Verstoßes gegen den Datenschutz einhandeln wolle. Diese Aussage führte einerseits zu Zustimmung und andererseits zu Unmutsbekundungen aus dem Kreis der Ratsmitglieder. Die Debatte führte zum Ergebnis, dass die Sache geprüft wird. Die Namen, sprich Daten der aktuellen Bewohner in den Häusern, sollen nämlich gar nicht auf der Gedenktafel genannt werden. Es geht um die Auflistung von 21 Hausnamen. Hausnamen bezeichnen in der Regel den Beruf eines früheren, vermutlich meist schon sehr lange verstorbenen Hausbewohners. Zuerst war in der Versammlung über die Anmeldung notweniger Mittel im Stadthaushalt 2019 debattiert worden. Oberste Priorität hat die Finanzierung der Baukosten für die Sanierung der Ortsdurchfahrt von der Kapellenstraße bis zum Fasanenweg. Die Planungskosten sind im diesjährigen Haushalt bereits enthalten. Sieben weiteren Investitionen stehen in der Mittelanmeldung für Nasgenstadt als größtem Stadtteil Ehingens mit seinen 1500 Einwohnern. Es sind Vorhaben, die überwiegend schon in den vergangenen Mittelanmeldungen standen, aber wegen ihrer Notwendigkeit abermals von Ortsvorsteherin Heinrich den Ratsmitgliedern zur Beschlussfassung vorgelegt wurden.

Als gänzlich neue Maßnahmen stehen heuer die Ausweisung von Bauplätzen und die Anschaffung eines einfacheren Rasenmähers in der Mittelanmeldung. Junge Einwohner fragen nach Bauplätzen, und ihnen müsste eine Perspektive für den Hausbau am Ort gegeben werden, begründete Peter Bausenhart seinen Vorschlag für die Mittelanmeldung. Die Schaffung von Bauplätzen könnte eventuell über die Abrundung von Wohnbereichen erfolgen. Ein Innenentwicklungskonzept könnte auch aufgestellt werden, sagte Bausenhart.

Beantragt werden außerdem die Instandsetzung der Haldenstraße, die Fassaden- und Dachsanierung am Rathaus und Sportheim, Verkehrssicherungsmaßnahmen in der Kapellenstraße, die Sanierung der abgesunkenen Längsrinnen im Baugebiet „Alter Postweg“ und auch ein Beachvolleyballplatz in den Gollenäckern. Der bestehende Volleyballplatz soll zu einem Sandplatz umgebaut werden. Die Längsrinnen im Baugebiet „Alter Postweg“ sind seit langem ein Problem, monierten mehrere Ratsmitglieder. Parkende Fahrzeuge könnten beschädigt werden.

Ortsvorsteherin Heike Heinrich teilte mit, dass Nasgenstadt vier „Dogstations“, also sogenannte Hundeklos, bekommt, an denen Beutel erhältlich sind und zu denen ein Abfallbehälter gehört. Diese Hundeklos werden links und rechts der Donaubrücke, am Zeilweg unterhalb des Fußweges und im Neubaugebiet Postweg installiert. Sie informierte die Ratsmitglieder, dass Mitte September eine Begehung auf dem Bierwanderweg stattfindet, um mögliche Verbesserungen der Beschilderung festzustellen, der Bierwanderweg sei schließlich der erste zertifizierte Stadtwanderweg in Baden-Württemberg überhaupt.

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