Närrisches Treiben bis in den frühen Morgen

Lesedauer: 6 Min
Barbara Körner und Dominik Prandl

Kaum war das Hexen-Feuer vor dem Rathaus erloschen, drängte das närrische Volk in die Ehinger Gasthäuser und Bars, um dann von einem zum anderen weiter zu wandern – so sie denn überhaupt reinkamen. Die Anzahl der Feiernden sei schon fast rekordverdächtig gewesen, sagt Zunftmeister Peter Kienle. Die Feier bis spät in die Nacht verlief friedlich.

In der Weinstube Denkinger war es so gut wie nicht möglich reinzukommen. Zentimeterweise wurde man, wenn man Glück hatte, hineingeschoben – umfallen konnte hier niemand. „Es geht hier zu wie im Saustall“, hieß es dort angesichts von neun niedlichen rosaroten Schweinen. „Wir kommen aus einem Schweinestall in Herbertshofen und Dintenhofen und zwei Eber haben wir auch dabei“, quiekte eine Miss Piggy. Ein paar Schritte weiter bei den Eschengeistern und Höllahexen im Zelt ging es ähnlich eng zu.

In den Gasthof „Schwanen“ zurückgezogen hatten sich einige, ihrem Outfit nach zu schließen, sehr erfolgreiche Piratinnen mit ihrer Beute: einem Professor Feinstaub. Es waren fünf Freundinnen aus Hüttisheim, die jedes Jahr in immer wieder anderer Kostümierung – „wir haben den ganzen Schrank davon voll“ – zum Glombigen nach Ehingen kommen. Drei Mädle aus Nasgenstadt mögen das Ehinger Bier und waren als Bierkulturstadt unterwegs. „Die vierte fehlt heute, sonst könnten wir alle Ehinger Brauereien präsentieren“, erklärten sie.

Im Rosestadel das gleiche Bild wie überall – drangvolle Enge. Eine Gruppe bärenstarker Männer war mit einem „Hau den Lukas“ unterwegs. „Mädels, lasst euren Traummann erst durch unsere Messstation laufen, dann wisst ihr, ob ihr den richtigen ausgewählt habt“, kündigten sie großmaulig an.

Vor der Dämonengrotte stand geduldig eine lange Schlange bis in die Schulgasse, die Security ließ nur noch so viele rein, wie rauskamen und das waren wenige, denn drinnen ging es ganz heiß her. Knallvoll war auch die Sansibar, der ehemals kleine Saal der Lindenhalle. Ein paar gefallene Engel waren vom Musikverein Oberdischingen herbeigeflogen, einer hatte dabei seine Flügel eingebüßt. Ein paar Flieger, die auf dem Schlechtenfelder Flugplatz notgelandet waren, wollten sich ihnen anschließen – ob sie Glück hatten, wer weiß.

Der Teufel war los in der Garage der Lindenhalle im wahrsten Sinner des Wortes, eine ganze Horde roter Teufel purzelte aus einem Auto und wollte die Nacht des Glombigen so richtig aufmischen. „Teufel direkt von dr Alb ra“, hallte es furchterregend durch das Parkhaus.

Sicherheitskonzept aufgegangen

„Ich war abends unterwegs und es waren wahnsinnig viele Leute da“, sagt Zunftmeister Peter Kienle. Auch bei den Muckenspritzern am Ochsenberg und besonders später bei der Ausgrabung am Groggensee sei eine „unglaubliche Menge“ an Zuschauern mit dabei gewesen. Die Anzahl der Menschen sei schon fast rekordverdächtig gewesen, sagt der Zunftmeister. „Ich habe selten so viele Menschen am Glombigen erlebt.“ In den Wirtschaften sei es richtig voll geworden, doch aufgrund des guten Wetters hätten Menschen auch einfach auf der Straße gefeiert. „Der Wettergott hat’s gut mit uns gemeint“, sagt Kienle.

Bemerkenswert sei, dass trotz der vielen Feiernden alles so gut funktioniert habe. „Ich habe mich am Morgen mit dem Ordnungsamt besprochen. Außer den üblichen Dingen ist nichts Wesentliches vorgefallen“, so Kienle. Das Sicherheitskonzept sei aufgegangen, es sei „in sich stimmig“ gewesen: „unauffällig, aber wirksam“. Ein Rotkreuzwagen habe sich etwa an der Lindenstraße zum Schutz quergestellt. „Es war genau so, wie wir es wollten“, resümiert Kienle.

Die Polizei habe ständig Präsenz gezeigt, erklärt Uwe Krause, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Ulm. Das örtliche Revier sei von Bereitschaftspolizisten und Hundeführern aus Ulm unterstützt worden. Man sei ständig in Kontakt mit dem Deutschen Roten Kreuz, den Veranstaltern der Stadt und auch der Security gewesen – „das hat sich bewährt“.

„Körperverletzungsdelikte hat es keine gegeben“, sagt Krause und fährt fort: „Eine Autofahrerin hat zu tief ins Glas geschaut.“ Sie muss sich jetzt mit einer Anzeige wegen Trunkenheit im Verkehr auseinandersetzen. Alles in allem könne die Polizei eine positive Bilanz ziehen.

„Die Stimmung war super, nett und ausgelassen“, sagt Zunftmeister Kienle, eine aggressive Stimmung habe er nie verspürt. Kurz gesagt: „Es war ein glückseliger Glombiger.“

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen