Nächster Süd-Gegner sorgt für Überraschung

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 Zum zweiten Mal in dieser Saison kehrte der Verbandsligist SSV Ehingen-Süd mit drei Punkten aus der Fremde zurück: nach dem 1:0
Zum zweiten Mal in dieser Saison kehrte der Verbandsligist SSV Ehingen-Süd mit drei Punkten aus der Fremde zurück: nach dem 1:0 in Essingen (dort entstand das Bild) hab es nun ein 4:3 in Rutesheim. (Foto: SZ- aw)
Schwäbische Zeitung

Auch das vierte Auswärtsspiel des SSV Ehingen-Süd in dieser Saison war nichts für schwache Nerven. 1:0 in Essingen, 2:2 in Berg, 1:2 Pfullingen und nun 4:3 in Rutesheim – immer war es knapp. Auch am vergangenen Samstag bei der SKV Rutesheim war es für Süd ein Auf und Ab, doch der zweite Auswärtssieg der Saison war unterm Strich verdient und hätte aufgrund der Leistungssteigerung nach einer für Trainer Michael Bochtler alles andere als erinnerungswürdigen ersten Halbzeit („Zum Vergessen“) höher ausfallen können.

„Jeder kriegt, was er verdient“, sagte Rutesheims Trainer Jens Eng nach der Partie gegen Süd. Eng, der auf ein halbes Dutzend Stammkräfte verzichten musste, war mit der Offensive seines Teams einverstanden – nicht aber mit der Defensive: „Wir haben im Strafraum schlecht verteidigt, da gab es keine Zuordnung.“ Ehingen-Süd nutzte die Schwächen in Halbzeit eins zu zwei Treffern durch Simon Dilger zum 1:1 und Hannes Pöschl zum 2:2. Nach der Pause erwischten die Kirchbierlinger den Gegner kurz nach Wiederanpfiff zweimal auf dem falschen Fuß: Stjepan Saric, wie Dilger mit seinem Verbandsliga-Treffer für den SSV, sowie erneut Pöschl erhöhten innerhalb von zwei Minuten auf 4:2. Diesen Rückstand holte Rutesheim nicht mehr auf, in der Nachspielzeit gelang nur noch die Ergebniskorrektur (3:4).

Der SSV Ehingen-Süd sprang durch seinen vierten Sieg im siebten Saisonspiel in der Tabelle von Rang fünf auf zwei – weil am Wochenende die vor den Kirchbierlingern liegenden VfL Pfullingen (1:3 gegen Hofherrnweiler-Unterrombach), VfL Sindelfingen (0:2 in Backnang) und FSV Hollenbach (1:2 in Heimerdingen) den Kürzeren zogen. Die Niederlage des bis dahin Zweiten Hollenbach kam überraschend, hatte doch Aufsteiger TSV Heimerdingen zuvor keinen Punkt geholt. Die Niederlage zwei Wochen zuvor in Backnang „hat mir nicht weh getan“, sagte FSV-Manager Karl-Heinz Sprügel. „Die in Heimerdingen schon.“ Die als Schlusslicht angetretenen Heimerdinger „haben 120 Prozent gegeben, wir dagegen nur 90“, so Sprügel. „Das war keine Leistung, mit der man berechtigt vorne mitspielt.“

Der TSV Heimerdingen wiederum reichte die rote Laterne fürs Erste an Tübingen weiter. „Es war ein intensives Spiel, in dem wir einen hohen läuferischen Aufwand betreiben mussten. Aber es ist uns gelungen, die langen Bälle des Gegners zu verteidigen und wenig Chancen zuzulassen“, sagte TSV-Trainer Holger Ludwig. Er räumte aber ein, dass das Glück an diesem Tag auf Seiten seiner Mannschaft stand. Nach der frühen 2:0-Führung durch zwei Treffer von Denis Schäffler nach Eckbällen verkürzte Hollenbach durch Torjäger Michael Kleinschrodt rasch auf 1:2 und drängten auf den Ausgleich. „Den Halbzeitpfiff haben wir herbeigesehnt“, so TSV-Coach Ludwig. Auch nach dem Seitenwechsel waren die Hollenbacher feldüberlegen, ohne aber zu großen Chancenzu kommen. So kamen die Heimerdinger, die am nächsten Spieltag zu Gast in Kirchbierlingen sein werden, zu ihren ersten Verbandsliga-Punkten.

Für den TSV Berg, Aufsteiger wie Heimerdingen, sind Punktgewinne in dieser Saison ein alter Hut. Mit dem 5:1 gegen Wangen sammelte der TSV bereits seine Zähler elf bis 13, womit er auf Rang fünf vorrückte. Spieler des Tages war Arne Kittel, der viermal traf. „Das ist seine Liga“, lobte Trainer Oliver Ofentausek den Ex-Laupheimer mit Eigenschaften, die allerdings in jeder Liga hilfreich sind. „Er macht genau die richtigen Wege, ist immer anspielbereit und läuft gut an.“ Wangens Trainer Adrian Philipp war nach der hohen Niederlage an seiner früheren Wirkungstätte bedient. „In der Anfangsphase waren wir besser, dann verlieren wir vor dem 0:1 den Ball, weil wir einen Tunnel versuchen.“ Beim 0:2 durch Dominik Damjanovic (19. Minute) und dem 0:3 durch das zweite Tor von Arne Kittel (37.) habe sich eine individuelle Klasse gezeigt, wie sie Bergs Mannschaft besitze „und wir eben nicht“.

In der Fußball-Landesliga fehlt dem FV Olympia Laupheim derzeit die spielentscheidende Klasse. Der Verbandsliga-Absteiger ging zu Hause gegen den VfB Friedrichshafen leer aus. „Nur weil man 0:1 verliert, heißt das nicht, dass alles schlecht ist“, sagte Olympia-Trainer Hubertus Fundel, der mit dem Einsatz seines Teams zufrieden war. „Dieses Spiel hatte eigentlich keinen Sieger verdient.“ Michael Metzler sorgte mit seinem Treffer nach einer Ecke und einer Unachtsamkeit in der Laupheimer Hintermannschaft aber dafür, dass es doch einen Sieger und einen Verlierer gab.

Einmal mehr Verlierer war auch der FV Biberach – das 0:1 bei Aufsteiger Nusplingen war die vierte Niederlage im siebten Spiel. „Ich weiß, dass diese erneute Niederlage Unruhe in den Verein bringen wird“, sagte FVB-Spielertrainer und Ex-Profi Florian Treske. „Ich kenne ja das Geschäft und weiß, dass letztlich nur Ergebnisse zählen.“ An seiner Linie will der neue Trainer aber festhalten. „Natürlich hat der eine oder andere noch mit der taktischen Umstellung und meiner offensiven Ausrichtung zu kämpfen, aber wir sind auf einem guten Weg.“

Das ist der FV Bad Schussenried schon lange. Die Violetten, in der vergangenen Saison knapp vor der TSG Ehingen Meister der Bezirksliga Donau, stockten ihr Punktekonto mit dem 2:1-Sieg gegen Mengen auf. Zwölf Zähler und Tabellenrang sechs sind eine gute Bilanz nach sieben Spieltagen. „Wir hatten den Gegner über weite Strecken im Griff“, sagte FVS-Trainer Daniel Amann. Was vor allem für den bisher erfolgreichsten Torschützen der Liga, Mengens Alexander Klotz, galt, der seinen bisher neun Treffern keinen weiteren hinzufügte. Dagegen war Schussenrieds Torjäger Felix Bonelli gleich zweimal erfolgreich; damit kommt Bonelli, der wegen einer Roten Karte nicht alle Spiele bestritten hat, auch schon auf fünf Treffer in dieser Saison. (aw)

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