MV Frankenhofen musiziert hervorragend

Lesedauer: 4 Min
Kurt Efinger

Das Jubiläumskonzert zur Feier des 70-jährigen Bestehens des Musikvereins Frankenhofen hat am Sonntag bei den Zuhörern in der voll besetzten Lindenhalle einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen. Wie immer musizierte die aus 58 leistungsfähigen Musikern bestehende Kapelle auf hohem Niveau und beeindruckte vor allem mit ihrem ausgewogenen Orchesterklang.

Einen kurzweiligen und spannenden Abend versprach der Musikverein Frankenhofen den Zuhörern durch die Auswahl kürzerer Musiktitel und hielt sein Versprechen zur vollsten Zufriedenheit des restlos begeisterten Publikums durch die unnachahmlich perfekte Art, auch weniger schwierige Kompositionen in ausgefeilter Interpretation als klingende Kostbarkeiten zu präsentieren. Dem Anspruch, ein Höchststufenorchester zu sein, genügten Josef Uhl und seine Musiker mehrfach.

Das war gleich nach der im satten Harmonieklang vorgetragenen Fanfare Festive von Michael Geisler bei einer Kurzfassung der Ouvertüre 1812 von Pjotr Iljitsch Tschaikowski der Fall. Spätestens bei der finalen Reprise des Anfangschorals im majestätisch-pompösen Orchesterschall mit Glockengeläut wurde klar, wozu kompromisslos gut abgestimmte Blasmusik fähig ist.

Am Klavier ergänzte Gabriel Knöbl die Musikkapelle bei einer von Timothy Topolewski arrangierten Version von Percy Aldridge Graingers „Colonial Song“. Als Klavierstück hatte der Komponist das australische Impressionen vermittelnde Werk 1911 seiner Mutter gewidmet.

Schwebender Klang und energischer Schwung ergänzten sich in dem sinfonischen Gedicht „Cassiopeia“des portugiesischen Komponisten Carlos Marques über eine zum Sternbild erhöhte Gestalt der griechischen Mythologie.

Eine spannende Geschichte erlebte das Publikum bei „Nanga Parbat“, einer akustischen Ausdeutung der Besteigung des angeblichen Königs der Berge im Himalaya.Dramatische Verdichtung folgte sanfter Einleitung zur Schilderung des Anstiegs.

In „Tara's Theme“ aus dem Film „Vom Winde verweht“ kontrastierte tiefes Blech zum Holzsatz. In unübertrefflicher harmonischer Ausgeglichenheit schwang der betörende Schlussakkkord.

„Danzón Nr. 2“ des mexikanischen Komponisten Arturo Márquez machte das von Gustavo Dudamel gegründete Simón Bolívar Youth Orchestra von Venuzuela, 2007 auf seiner Europa- und USA-Tournee bekannt. Im Arrangement für sinfonisches Blasorchester von Oliver Nickel arbeitete der Musikverein Frankenhofen feinste Details, darunter auch eine von Stefan Knöbl bravourös gemeisterte solistische Klavierpassage, heraus.

Was das fantastisch musizierende Blasorchester als erste Zugabe bot, übertraf alles bisher Gehörte an mitreißender Wirkung. In forciertem Tempo dabei aber in jeder Phase präzise ging der von Präsident Ronald Reagan 1987 zum amerikanische Militärmarsch erklärte „The Stars and Stripes Forever“ von John Philip Sousa gewissermaßen unter die Haut. Den endgültigen Schluss bildete „Abendmond“, in dem Thiemo Kraas die Lieder „Abend wird es wieder“ und „Der Mond ist aufgegangen“ zum stimmungsvollen Nachstück vereinte.

Erstmals als Dirigent der Jugendkapelle machte der junge Musiker Alexander Lock eine gute Figur. Gespür für Orchesterleitung bewies er bei „Antigua Bay“ und „Disney Blockbusters“. Gut ausgebildeter Nachwuchs wird in Frankenhofen groß geschrieben. Musikvereinsvorsitzende Jutta Uhl ehrte t Flötistin Vanessa Beier für zehn Jahre und Tubist Lothar Portugal für 20 Jahre.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen