Musikkapelle Kirchen musiziert imposant

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Kurt Efinger

Mit dem zehnten von Steffen Lepple dirigierten Konzert hat die Fließende Melodik Musikkapelle Kirchen am Samstag in der voll besetzten Festhalle das Publikum für sich eingenommen. Bejubelt wurden der berühmte Sportpalastwalzer und eine eindrucksvolle Frank-Sinatra-Show von Thomas Locher.

Seit zehn Jahren dirigiert der stellvertretende Kreisverbandsdirigent Steffen Lepple die Musikkapelle Kirchen. Diese hat sich in der Oberstufe etabliert und zählt 75 Musiker. Den Nachwuchs sichern die ebenfalls von Lepple geleitete Jugendkapelle und das von Stefanie Huber geführte Vororchester. Alle drei Formationen präsentierten sich beim Frühjahrskonzert von ihrer besten Seite.

Mit einem Riesenapplaus quittierte das Publikum zu Beginn des Konzerts die Vorträge des tüchtigen Vororchesters. Anklänge an Rossini waren unüberhörbar in der „Tell Saga“. Fließende Melodik prägte die Filmmusik „Game of Thrones“. Eine für die Einleitung des Blasmusikabends passende Zugabe stellte der heitere Marsch „A Good Start“ dar.

Nach der effektvollen Konzertmusik „Silver Creek Valley“ stellte sich die Jugendkapelle mit „Belvedere“ von Klaus-Peter Bruchmann als leistungsfähiges Mittelstufen-Blasorchester in Szene. Dreimal ragte Fabian Krahl mit seinem rein geblasenen Altsaxophon als Solist heraus. „Ein wunderschönes Solostück“ kündigte Steffen Lepple als Zugabe an und ließ die 14-jährige Tina Stiehle im Hintergrund mit einer zu Gemüt gehenden Melodie den runden Klang ihres Baritons entfalten.

Im romantischen Tongemälde „Reich der Dolomiten“ von Gottfried Veit zeigte das große Blasorchester seine Fähigkeit, in feiner Nuancierung eindrucksvolle Stimmungsbilder hervorzubringen. Besonders schön gelang eine von Klarinette und Flöte ausgemalte und vom Horn mit Kuckucksrufen verzierte Waldszene. Auf Oberstufenniveau und mit brillanter Klangentfaltung musizierte die Musikkapelle die „Appalachian Overture“ von James Barnes.

Der Ehrung langgedienter Musiker folgte der unterhaltsamere aber an Qualität der Darbietung keineswegs minderwertigere Teil des ausbalancierten Konzertprogramms. Hervorragend tönte im Blasmusikarrangement die von Josef Strauss 1869 anlässlich des Verkaufs des 20000. eisernen Tresors der Firma Wertheim komponierte Polka française „Feuerfest!“. Als Hommage an das Schmiedehandwerk sind Ambossklänge eingearbeitet. Einen Stimmungshöhepunkt stellte der von dem 1944 in Theresienstadt ermordeten Siegfried Translateur geschaffene Konzertwalzer „Wiener Praterleben" dar. Als Sportpalastwalzer ging er in die Geschichte der gehobenen Unterhaltungsmusik ein. Die scharfen Pfiffe von „Krücke“ Habisch verfehlten auch in Kirchen ihre Wirkung nicht. Eine fantastische Schlussnummer lieferte Thomas Locher optisch und akustisch als Frank-Sinatra-Imitator ab. Nach dem „Kosakenritt“ von Franz Watz als erster Zugabe genoss das Publikum zum Finale den zweistimmigen Gesang von Thomas Locher und Reinhold Schrode in Karel Vaceks Polka „Kannst du Knödel kochen?“

In Vertretung des Blasmusikkreisverbands Ulm/Alb-Donau zeichnete Wolfgang Seiz aus Öpfingen elf langjährige Musiker aus. Seit 40 Jahren musizieren Thomas Figel, seit 30 Jahren Franz Hirninger, Edith Huber und Steffen Lepple, seit 20 Jahren Andreas Figel, Annette Hipper und Alexander Traub, seit zehn Jahren Lukas Hauler, Jonathan Hipper, Julia Renz und Ronny Sorgenfrei. Madeleine Springer konnte ihre Ehrung für zehn Jahre nicht persönlich entgegennehmen.

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