Musiker spannen einen weltweiten Regenbogen

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Die Musicalklasse begeisterte die Zuhörer.
Die Musicalklasse begeisterte die Zuhörer. (Foto: SZ- kö)

Für jeden etwas und immer so viel, wie der Besucher gerade möchte – mal beim Konzert im Zelt zuhören, mal über die Kunstwiese flanieren, entspannt mit dem Traumtheater träumen oder beim Besteigen des Wolfertturms Kinderkunstwerke bestaunen und dabei die vielen Treppenstufen gar nicht spüren – das alles konnten die Gäste beim Interimsfestival.

„Colours of music“ hatten die Künstler ihr Konzert am Freitagabend genannt. Formationen und Projekte rund um die Musikschule unterhielten ihre Zuhörer auf ganz unterschiedliche Weise.

Michael Porter und seine Fab Gang mit Schlagzeug, Bassgitarre, Gitarre und Keyboard drückten aus, was Kurator Markus Rainer Wolf wünschte „ein bisschen Südfeeling“. Aber mit Kinga Dobay kam dann der eigentliche Star auf die Bühne. Sie ist Gesangslehrerin an der Ehinger Musikschule, sang und tanzte auch schon im Friedrichstadtpalast in Berlin und bei großen Musicalaufführungen. „Ich bin stolz und froh, mit ihr zu arbeiten“, kündigte Porter sie an. Temperamentvoll wie immer sang und tanzte sie „Sing mit mir, tanz mit mir“ von Franz Grote.

Mit zwei französischen Chansons zeigten die Mädels der Musicalklasse, welches Potential in ihnen steckt. Mit dabei war auch Franziska Geprägs, die beim Nachwuchswettbewerb in Backnang letztes Jahr siegte und beim Bundeswettbewerb Sologesang die höchste Punktzahl erreichte. Solo überzeugte sie mit einer Eigenkomposition „Tanz auf der Straße wie ein Schmetterling“ von ihrem außerordentlichen Talent und bekam stürmischen Beifall.

„The sun comes up“ sang anschließend Kinga Dobay, ehe die Band mit „Just a Gigolo“ eine eigene Variante des Ohrwurms präsentierte, während die nächsten Musiker schon mal die Bühne für sich richteten. „Integration heißt auf andere zugehen“, sagte Porter, als er Bernd Geiser und sein Karawanenprojekt ankündigte. Eine Begegnung von Orient zu Okzident sollte es sein. Mit Instrumenten ihrer Heimat spielten afghanische Musiker Melodien von dort. Aska Tabris aus dem Iran rezitierte Gedichte alter persischer Gelehrter aber auch von Bert Brecht „was ist ein Mensch ohne Pass“. Klassik war angesagt bei dem Quartett von Florian Stierle.

Weisen Blasen wie in den Alpenländern wollten die Musiker von Alb Blech um Hartmut Wager. Leise Töne der Volkslieder mit Blechblasinstrumenten gespielt sind eine Herausforderung, die Alb Blech meisterte.

Ein Basar der Sinne – das sollte das Traumtheater zu späterer Stunde sein. Bei einem Spaziergang durch den Wald werden aus Bäumen Figuren, Puppenspieler, Sänger, Märchenerzähler, Akkordeonspieler, Rapper, Schauspieler agieren gleichzeitig. Sprache und Musik überlagern sich zu zufälligen Harmonien und Dissonanzen.

An den Nachmittagen sollte die Ehinger Jugend in offenen Kunstateliers eingebunden werden, so wollte Patricija Gilyte ihr Projekt eines Floßes auf der Kunstwiese mit Kindern im Kleinformat aus Zweigen des Ehinger Weihnachtsbaumes, die sie sorgfältig aufbewahrt hatte, nachbauen. Doch wie schon am Freitag zogen die Kinder das Freibad vor.

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