Lob für die Saison 2018/19 – und offene Fragen für 2019/20

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 Knapp eine Viertelstunde vor Ende des Spiels gegen Heiningen griff Michael Turkalj (l., hier im Zusammenspiel mit Benjamin Gral
Knapp eine Viertelstunde vor Ende des Spiels gegen Heiningen griff Michael Turkalj (l., hier im Zusammenspiel mit Benjamin Gralla, am Ball) wieder ins Geschehen ein – erstmals seit seiner Verletzung im Frühjahr 2018. (Foto: aw)
Schwäbische Zeitung

Seit drei Jahren ist Michael Bochtler Trainer des SSV Ehingen-Süd und seither hat es stets ein unterhaltsames und torreiches letztes Saisonspiel gegeben. 2017 schlossen die Kirchbierlinger ihr Landesliga-Meisterjahr mit 5:1 gegen Oberzell ab, am Ende der Verbandsliga-Premierensaison gab es gegen Pfullingen ein 4:4 nach 1:4-Rückstand noch eine Viertelstunde vor Schluss. Nun, am letzten Spieltag der Verbandsliga-Saison 2018/19, ließ sich der SSV weniger Zeit mit den Treffern, führte nach nicht einmal einer Viertelstunde gegen Heiningen bereits 3:0 und gewann schließlich 6:0.

Netter Nebeneffekt für Süd: Der SSV überholte in der Tabelle den geschlagenen Gegner und beendete die Saison auf Rang fünf – und war damit beste Mannschaft hinter dem Spitzenquartett Dorfmerkingen, Hollenbach, Rutesheim und Essingen, das die besten Plätze unter sich ausgemacht hatte. Mit 47 Punkten (und 65:48 Toren) verbesserte sich Süd gegenüber dem ersten Jahr in der Verbandsliga, das mit Platz acht und 41 Zählern (58:61) ebenfalls beachtlich war. Bemerkenswert auch, dass den Kirchbierlingern trotz der vielen verletzten Spieler die Puste nicht ausging – von ihren letzten acht Begegnungen der Saison 2018/19 verlor die Mannschaft nur eine (0:1 gegen Hollenbach).

Kein Wunder, dass Trainer Michael Bochtler nach dem Abpfiff des Spiels gegen Heiningen im Mannschaftskreis lobende Worte fand für seine Spieler – auch für die Verletzten, die ebenfalls da waren. Von einer „Klasse-Saison“ sprach Bochtler und blickte zudem mit Vorfreude auf die kommende Spielzeit, in die Ehingen-Süd mit nahezu allen Spielern des Kaders 2018/19 (als einziger Abgang steht Daniel Haas fest) sowie den Zugängen Kevin Ruiz (Türkspor Neu-Ulm), Simon Dilger (Olympia Laupheim), Stjepan Saric (FV Illertissen II) und Marvin Schmid (SV Breuningsweiler) gehen wird. Die Messlatte hänge dann allerdings etwas höher, auch das sagte der Trainer nach dem Heiningen-Spiel. „Wir wollen im gesicherten, oberen Mittelfeld dabei sein“, so Bochtler. „Nach so einer Saison darf man schon auch selbstbewusst sein.“

Helmut Schleker, Vorsitzender Fußball des SSV, formulierte die nähere Zukunft etwas vorsichtiger. Für ihn bleibt das Ziel in der nächsten Saison unverändert und lautet Nichtabstieg. „Dass wir noch einmal Rang fünf erreichen, glaube ich nicht.“ Vom Ergebnis der gerade zu Ende gegangenen Saison war Schleker gleichwohl begeistert. „Die Saison ist phänomenal gelaufen“, sagt er. „Das hatten wir so nicht erwartet.“ Vor allem die Art und Weise, wie die Ergebnisse erzielt wurden, die spielerische und taktische Weiterentwicklung des Teams hob der Vorsitzende hervor. „Die Mannschaft hat gegenüber letzter Saison noch einmal einen gewaltigen Schritt gemacht.“ Ein Verdienst des Trainers, so Schleker.

Für ihn sind die Personalplanungen mit den vier Zugängen „im Grunde“ abgeschlossen. Ausgeschlossen sind weitere Aktivitäten aber nicht, was wohl auch mit einzelnen offenen Fragen zu tun hat. Macht Philipp Schleker weiter, der in dieser Saison einige Verletzungen wegstecken musste? Vater Helmut Schleker und Trainer Michael Bochtler hoffen, dass der Mittelfeldspieler noch ein Jahr dranhängt, aber dies müsse er selbst entscheiden. Wann ist Innenverteidiger Jan Deiss wieder fit, der Ende April im Spiel in Sindelfingen einen Mittelfußbbruch erlitten hatte und kürzlich wegen einer Entzündung erneut operiert werden musste? „Das wirft ihn zwei, drei Wochen zurück“, sagte Bochtler. Wann hat der von Olympia Laupheim verpflichtete Torjäger Simon Dilger seinen Mittelfußbruch, den er einige Wochen vor Deiss erlitten hat, auskuriert? Und ist Michael Turkalj in der nächsten Saison wieder dabei? Der Mittelfeldspieler und Co-Trainer, der sich vor mehr als einem Jahr schwer am Knie verletzt hatte, stand gegen Heiningen erstmals wieder auf dem Spielfeld, eingewechselt knapp eine Viertelstunde vor Schluss beim Stand von 5:0. Wäre die Partie umkämpft gewesen, hätte ihn Bochtler wohl nicht gebracht, denn im Training wurde auf den Routinier noch Rücksicht genommen und Turkalj selbst mied in der eher freundschaftlich geführten Schlussphase der Partie gegen Heiningen die Zweikämpfe. „Bei Micky wird es langsam besser“, so der Trainer. Doch bis er wieder der Alte ist, davon sei man noch ein Stück entfernt.

Gleichwohl genoss Michael Turkalj, nach so langer Abwesenheit ins Spielgeschehen einzugreifen. „Am Anfang war es schon ein komisches Gefühl, den Ball wieder am Fuß zu haben“, sagte der 29-Jährige. „Aber es hat Spaß gemacht.“ Er hofft, bald wieder fester Teil des Teams zu sein. „Mein Ziel ist es, die Vorbereitung mitzumachen.“ Sie beginnt am 8. Juli. (aw)

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