Lihong Gentner ist aus China und jodelt

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Das Quartett der Weihungstaler Stubenmusik sang sich in der Liebfrauenkirche in die Herzen der Zuhörer.
Das Quartett der Weihungstaler Stubenmusik sang sich in der Liebfrauenkirche in die Herzen der Zuhörer.
Kurt Efinger

Bereits zum sechsten Mal hat die Weihungstaler Stubenmusik am Sonntag in der Ehinger Liebfrauenkirche mit alpenländischem Mariensingen beeindruckt. Ihr vokales und instrumentales Musizieren sprach das Gefühl der Zuhörer an.

Diakon Roland Gaschler begrüßte die zahlreichen Kirchenbesucher aus Nah und Fern „zur musikalischen Andacht zum Rosenkranzfest“. Mit dem Klang von Zithern, Gitarren und Hackbrett stimmten fünf Musikerinnen „aus Ulm, um Ulm und um Ulm herum“ in die von Frömmigkeit getragene Feier ein. Die Verehrung für die Mutter des am Kreuz gestorbenen und nach dem Glauben der Christen vom Tod auferstandenen Jesus von Nazaret kommt in vielen Festen, so auch dem am 7. Oktober gefeierten Rosenkranzfest, zum Ausdruck. Besonders gefühlvolle Lieder preisen die Jungfrau Maria und wurden im Alpenland klangvoll instrumentalisiert. „Gegrüßet seist du Königin“ sangen Annette Beuthner (Sopran), Angelika Köder (Sopran), Lihong Gentner (Alt) zusammen mit der versammelten Gemeinde zu Beginn und gegen Ende zu „Meerstern ich dich grüße“. Das sind Lieder, die jeder kennt, der in der katholischen Tradition aufgewachsen ist.

Zum Quartett ergänzte Walter Gentner das Trio bei einem Jodellied nach Schweizer Art. Dabei folgte nach jeder Strophe eine ausdrucksstarke zweistimmige Vokalharmonie im Wechsel von Brust- und Kopfstimme. Der Ruf von Berg zu Berg, die Kommunikation von Alp zu Alp bilden den Ursprung des Jodelns, das eigentlich ein wortloses Ausströmen von Lebensfreude ist und sich, vor allem im bajuwarischen Sprachraum, auch religiöse Inhalte zu eigen gemacht hat. Ein typisches Beispiel ist der Sterzinger Andachtsjodler.

Wer beim Jodeln des Gesangsquartetts der Weihungstaler Stubenmusik optisch und akustisch besonders auffiel, war Lihong Gentner. Ihr ursprünglicher Familienname ist Zhang. In China geboren hat sie dort klassischen Gesang studiert, als Musiklehrerin gearbeitet und abends in Bars und Hotels gesungen. Auf Perfektion bedacht, beherrscht sie nach Kursen bei Hedi Roth im Allgäu das astreine Gestalten der zweiten Jodelstimme in einer Art, die den besten Schweizer Jodlerinnen zur Ehre gereichen würde. Das Dirndlgwand steht ihr ebenfalls sehr gut.

Bei einem lateinischen „Hosanna in excelsis Deo“ war die letzte Strophe Lihongs Mann Walter vorbehalten. Beide verstehen sich vermutlich in mehreren Sprachen. Deutsch gestaltete das Quartett der Liturgie entsprechend ein von den Instrumentalistinnen stimmungsvoll ausgemaltes Vater unser. Mit drei Zugaben verabschiedete sich das Ensemble nach der von Diakon Roland Gaschler vorgetragenen Segensbitte.

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