Lernfabrik wird mit KI erweitert – Land steuert Geld bei

Die Gewerbliche Schule in Ehingen bekommt Geld vom Land.
Die Gewerbliche Schule in Ehingen bekommt Geld vom Land. (Foto: Heckmann/Archiv)
Schwäbische Zeitung

Die Lernfabrik 4.0 an der Gewerblichen Schule Ehingen wird um die Komponenten Augmented Reality, Künstliche Intelligenz und Maschinelles Lernen erweitert. Das baden-württembergischen Wirtschaftsministerium hat den Projektantrag des Alb-Donau-Kreises kürzlich zur Förderung ausgewählt, teilt das Landratsamt mit. Mit diesem dritten Baustein bleibt das Erfolgsmodell der Lernfabrik an der Spitze des technischen Fortschritts. Erst im vergangenen Jahr wurden im Beisein von Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut die Module 3-D Metalldruck und 3-D-Kunstoffdruck in Betrieb genommen.

Angestoßen durch einen Antrag der CDU-Kreistagsfraktion, konzipierte der Fachdienst Bildung und Nachhaltigkeit des Landratsamtes Alb-Donau-Kreis gemeinsam mit der Gewerblichen Schule Ehingen im Februar 2021 den nun erfolgreich ausgewählten Förderantrag. Das Land wird die Gesamtkosten von 53 500 Euro mit rund 50 Prozent bezuschussen.

Fit für einen digitalisierten Berufsalltag

„Unsere Lernfabrik 4.0 ist ein Erfolgsmodell, das die Schülerinnen und Schüler der Gewerblichen Schule Ehingen fit für einen zunehmend digitalisierten Berufsalltag macht. Ich freue mich über die Zusage des Wirtschaftsministeriums, uns erneut dabei zu unterstützen, das Angebot in der Lernfabrik weiter auszubauen. Das bringt nicht nur die Gewerbliche Schule Ehingen voran, sondern auch die Unternehmen in der Region“, sagte Landrat Heiner Scheffold beim Erhalt der Förderzusage. „In unserer Digitalisierungsstrategie nimmt die Lernfabrik 4.0 damit einen wichtigen Platz im Bereich Bildung ein und ist ein Schlüsselelement des Wissenstransfers in die Betriebe unserer Region wie auch weit darüber hinaus.“

Konkret geplant ist die Anschaffung zweier baugleicher Kamerasysteme. Während das eine Kamerasystem das Werkstück zunächst im Grundlagenlabor optisch erfasst, prüft das andere dann die Qualität innerhalb der Bearbeitungslinie automatisch. Dadurch wird die Lernfabrik 4.0 um das Thema „Machine Learning“ erweitert und ermöglicht so den Lernenden einen praxisorientierten Einstieg in die Anwendungen des maschinellen Lernens innerhalb der industriellen Produktion und der Qualitätssicherung.

Dritter Baustein in der Fabrik

Durch eine Kooperationsvereinbarung des Alb-Donau-Kreises, der IHK Ulm und dem Förderverein der Gewerblichen Schule Ehingen wurde im März 2017 die „Lernfabrik 4.0“ an der Gewerblichen Schule in Ehingen in Betrieb genommen. Zu den Grundkomponenten der Lernfabrik gehören ein selbstfahrender Mobilroboter, eine automatisierte Montage- und Bearbeitungslinie von Werkstücken und eine CNC-Drehmaschine. Die Kosten dieser Erstausstattung in Höhe von 505 000 Euro finanzierte der Alb-Donau-Kreis selbst und wurde dabei von der IHK Ulm mit einem Investitionskostenbeitrag in Höhe von 100 000 Euro unterstützt.

Bereits in den vergangenen zwei Jahren konnte die Lernfabrik um wichtige Elemente erweitert werden. Im Februar 2020 wurde ein Metalldrucker mit „Hybrid-Technologie“ für das Expertenlabor in Betrieb genommen, im Januar 2021 kam noch ein 3D-Drucker für Hochleistungskunststoffe mit der Möglichkeit des Hochtemperaturdrucks für das Grundlagenlabor hinzu. Für diese Erweiterung der Lernfabrik 4.0 um die Möglichkeit des 3D-Drucks hatte das Wirtschaftsministerium bereits am 23. Januar 2019 einen Landeszuschuss über 107 000 Euro bewilligt und damit einen Teil der Gesamtkosten von 290 000 Euro übernommen. Zudem beteiligen sich die Firmen Liebherr und Tries in Ehingen mit einer Summe von 23 000 Euro.

Geld zur Ausbildung der nächsten Generation

2019 hatte der Alb-Donau-Kreis die Lernfabrik bereits eigenständig drei Applikationsmodule um ein Förderband ergänzt und dafür rund 20 000 Euro investiert – Geld, das wie die anderen Investitionen in die Lernfabrik gut angelegt sei, wie Landrat Scheffold versichert: „Über die Lernfabrik investieren wir sowohl in die Zukunft des Kreises als auch in die Potentiale der nächsten Generation. Dass man in Sachen Digitalisierung nicht den Anschluss verpassen darf, hat uns die Corona-Krise deutlich gezeigt. Mit der Lernfabrik 4.0 an der Gewerblichen Schule Ehingen sind wir aber einen Schritt voraus.“

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