KVJBO stellt sich ganz großen Herausforderungen

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Mit erstklassigen Spitzenleistungen imponierte das Kreisverbands-Jugendblasorchester.
Mit erstklassigen Spitzenleistungen imponierte das Kreisverbands-Jugendblasorchester. (Foto: SZ- kurt efinger)
Kurt Efinger

Ganz große Herausforderungen hat das Kreisverbands-Jugendblasorchester am Sonntag beim Jahreskonzert in der Ehinger Lindenhalle gemeistert. Eine Bravourleistung erbrachte es mit einer Auswahl aus den zwei Suiten mit Musik aus der Oper Carmen von Georges Bizet. Als Solist der Extraklasse präsentierte sich Jonathan Frey beim Konzert für Schlagzeug und Orchester von Julien Meisenzahl.

Mit der Eingangsfanfare zum Ballett „La Péri“ von Paul Dukas aus dem Jahr 1912 hatte KVJBO-Dirigent Franco Hänle das passende Vorspiel zu einer von Tohru Takahashi für Blasorchester arrangierten Folge von neun der zwölf Nummern der von Ernest Guiraud 1882 und 1887 veröffentlichten Carmen-Suiten gewählt. Bizets zündende Musik, beginnend mit dem von Guiraud ans Ende seiner ersten Suite gesetzten Aufmarsch der Stierkämpfer, gab den jungen Musikern Gelegenheit, ihr exzellentes Können unter Beweis zu stellen. Duftig und leicht inszenierten sie das Thema „Les voici! voici la quadrille des Toreros!“ und ließen das Prélude mit dem Schicksalsmotiv an zweiter Stelle folgen. Aus dem Hintergrund kündigte ein Trompeter das Zwischenspiel „Aragonaise“ an. Harfe und Flöte stimmten in den Auftritt von „La Garde Montante“ ein. Als ruhiges Zwischenstück leitete „Intermezzo“ zur agressiven und ausdrucksstarken Musik von „Les Dragons d'Alcala“ über. Noch einmal ertönte das Stierkämpferthema in der Chanson du Toréador: „Votre toast, je peux vous le rendre“. Sanft und in betörender Lieblichkeit vernahm man die Havanera „L'amour est un oiseau rebelle“, bevor die in jeder Phase perfekt wiedergegebene Musik mit dem beschwingten Zigeunertanz „Danse Bohème“ ausklang.

Eine ganz andere aber nicht weniger mitreißende Art von Musik stand nach der Pause mit dem „Konzert für Schlagzeug und Orchester“ des 28-jährigen Komponisten Julien Meisenzahl auf dem Programm. 2016 führte das Sinfonieorchester Bruchsal das für den Solisten Aaron Händel in Auftrag gegebene Werk erstmals auf. Da dem KVJBO mit dem 21-jährigen Neu-Ulmer Jonathan Frey ein ebenbürtiger Schlagwerker zur Verfügung steht, lag es nahe, diesen mit der anspruchsvollen solistischen Herausforderung zu betrauen. Franco Hänle war sein erster Schlagzeuglehrer und traute ihm dies durchaus zu. So kam das die Halle füllende Publikum bei den mit Wind, Reinheit und Tanz überschriebenen Sätzen in den Genuss eines in Verbindung mit dem Orchester außergewöhnlich effektvollen und virtuosen Klangspiels auf Vibraphon und Schlagzeug. Tosender Applaus war die Reaktion auf die Spitzenleistung.

Mit den von Blues durchdrungenen „Blue Shades“ von Frank Ticheli ging ein ganz großes Konzert nicht ohne zwei Zugaben zu Ende.

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