Kreis mäht und mulcht weiter

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Der Kreis mäht weiterhin die Grünstreifen.
Der Kreis mäht weiterhin die Grünstreifen. (Foto: Archoiv Lang)
Schwäbische Zeitung
Chefreporter Ulm und Alb-Donau

Die Straßenränder der Kreisstraßen im Alb-Donau-Kreis werden auch künftig mindestens zwei Mal gemäht und gemulcht: Der Ausschuss für Umwelt und Technik des Kreistages beschloss am Montag, das bisherige Verfahren beizubehalten. Die Umstellung auf Mähen per Hand und der Abtransport des Mähgutes würden Mehrkosten von mindestens 600 000 Euro pro Jahr verursachen. Die Grünen im Kreistag hatten den Kreis aufgefordert, die Straßenrandbewirtschaftung ökologisch zu gestalten und somit einen Beitrag zum Erhalt von Insekten zu ermöglichen.

Durch das Mähen und das anschließende Mulchen würde Insekten und andere Kleinlebewesen der Lebensraum entzogen, viele Tiere würden getötet. Die Grünen im Kreistag hatten errechnet, dass mit verschiedenen Maßnahmen das „Insektenschreddern“ auf mindestens 181 Hektar kreiseigener Fläche vermieden werden könnte.

Zwei weitere Anträge der grünen Kreistagsfraktion in den Haushaltsberatungen hatten sich auf das Insektensterben bezogen: Neben der ökologischen Straßenrandbewirtschaftung soll die Kreisverwaltung auf insektizid-wirkende Pestizide verzichten und kreiseigene Flächen ökologisch bewirtschaften. Dieser Verzicht sei bereits seit längerer Zeit umgesetzt, hieß es, Glyphosat oder Neonicotinoide würden nicht eingesetzt. Auch soll die ökologische Bewirtschaftung von kreiseigenen Grünflächen ausgebaut werden, beispielsweise rund um die Schmiechtalschule und die Beruflichen Schulen in Ehingen.

Einer Studie zufolge hat in den vergangenen 27 Jahren die Gesamtmasse der Insekten in Deutschland um mehr als 75 Prozent abgenommen. Auch die Zahl der Vögel ist nach Berechnungen des Naturschutzbundes stark gesunken. Binnen zwölf Jahren seien 12,7 Millionen Brutpaare verloren gegangen – ein Minus von 15 Prozent.

Am Schluss einer ausführlichen Beratung war sich der Ausschuss einschließlich der Grünen einig, dass angesichts großer Gefahren für die Mitarbeiter der Straßenmeistereien und der Mehrkosten die bisherigen Mähverfahren beibehalten werden müssen.

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