Konzentration aufs Wesentliche

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 Nach der Niederlage in Tübingen wollen die Steeples (im Bild Daniel Monteroso, Mitte) wieder punkten. Zu Gast am Samstag in der
Nach der Niederlage in Tübingen wollen die Steeples (im Bild Daniel Monteroso, Mitte) wieder punkten. Zu Gast am Samstag in der JVG-Halle in Ehingen ist Aufsteiger Schalke 04. (Foto: SZ- mas)

Der FC Schalke 04 gibt am Samstag, 2. Februar, 19 Uhr, seine Visitenkarte in der Ehinger JVG-Halle ab. Die Basketballer des aus dem Fußball bekannten Traditionsvereins aus Gelsenkirchen stecken im Abstiegskampf der Zweiten Basketball-Bundesliga – anders als Gastgeber Team Ehingen Urspring, der sogar Chancen auf die Play-offs hat. Um diese Chance zu wahren und vor allem um letzte Zweifel am Verbleib in der ProA zu beseitigen, hoffen die Steeples am Samstag vor heimischem Publikum auf ihren zwölften Saisonsieg.

An Schalke 04 haben die Steeples keine guten Erinnerungen, das Hinrundenspiel Ende Oktober ging knapp verloren (68:71). Doch diese Partie dient nur noch bedingt zur Analyse. „Bei Schalke hat sich im Laufe der Saison viel verändert“, sagt Steeples-Trainer Domenik Reinboth. Einige Spieler verließen den Verein, andere kamen. Im Vergleich zum ersten Aufeinandertreffen mit Ehingen Urspring „sind vier Spieler weg“, so Reinboth. Darunter Mamadou Gueye, damals mit zwölf Punkten einer der besten Werfer der Schalker. „Aufgrund unterschiedlicher Auffassungen über die weitere Zusammenarbeit“, wie es von Vereinsseite hieß, wurde der Vertrag mit dem Kanadier aufgelöst. Auch von Spielmacher Dominique Collier trennte sich Schalke, Tibor Taras legte nach acht Spielen in dieser Saison eine Pause ein.

Großes Verletzungspech

Zudem hatte der Verein aus dem Ruhrpott Verletzungspech: Der Deutsch-Amerikaner Shawn Gulley zog sich schon in der Vorbereitung einen Kreuzbandriss zu, Lars Wendt fällt seit dem fünften Spielag wegen eines Außenbandanrisses aus. So war der Aufsteiger aus dem Ruhrpott zu etlichen Nachverpflichtungen gezwungen: Bisher letzter Zugang ist der US-Amerikaner Austin Arians, der im Derby am vergangenen Wochenende gegen Hagen (72:86) sein Debüt im königsblauen Trikot feierte. 18 Minuten Einsatzzeit, acht Punkte (darunter zwei Dreier/Trefferquote aus dem Feld: 43 Prozent), drei Rebounds und zwei Steals wies die Statistik für den 25-jährigen Forward auf, der zuletzt in Litauen gespielt hatte und bei seinem neuen Verein Mamadou Gueye ersetzen soll.

Der Kern des Schalker Teams ist nach Worten Reinboths zwar geblieben, doch angesichts derart vieler Veränderungen und Wechsel im Saisonverlauf verwundert es nicht, dass die Ausbeute der Basketballer von Schalke 04 nicht üppig ist. Mit 14 Punkten belegt das Team von Trainer Raphael Wilder Platz 14, einen Rang und vier Zähler vor dem Duo Baunach/Hanau in der Abstiegszone. Der Verbleib der Schalker in der ProA ist somit alles andere als sicher. Zuletzt zeigte der Trend zudem nach unten, drei Niederlagen in Folge kassierte der Aufsteiger und steht damit im Spiel in Ehingen ein wenig unter Druck.

Ganz anders ist die Situation bei den Steeples: Zwar zog die Mannschaft von Trainer Reinboth am vergangenen Wochenende bei den Tigers Tübingen den Kürzeren (87:94), zuvor aber hatte Ehingen Urspring viermal in Folge gewonnen und sein Punktekonto auf 22 aufgestockt. Mit dem Abstieg dürften die Steeples in dieser Saison nichts mehr zu tun haben. Aber um ganz sicher zu gehen, will der Tabellensiebte am Samstag gegen Schalke und eine Woche später beim Schlusslicht Hanau punkten. Wenige Wochen später steht dann das Spiel gegen den derzeit Vorletzten Baunach an. „Wenn wir die drei Teams schlagen, haben wir unsere Pflicht erfüllt“, so Reinboth. Heißt: Dann folgt die Kür und die könnte in die Play-offs führen.

Zu weit weg vom Gegner

Für den ersten der drei Pflichtsiege am Samstag gegen Schalke sollte Ehingen Urspring Nachlässigkeiten wie im Spiel zuletzt in Tübingen jedoch vermeiden. Vor allem die Defensivarbeit bot Reinboth Stoff zur Fehleranalyse. Vor der Partie gegen die Tigers hatten die Steeples dreimal ihren Gegner (Karlsruhe, Nürnberg, Hagen) unter 80 Punkte gehalten, gegen Tübingen folgte der Rückschlag mit 94 Punkten. In der Videoanalyse führte der Trainer seinen Spielern die Versäumnisse vor Augen. „Nichts Spezielles, was mit Tübingen zu tun hatte, sondern die Grundlagen“, so Reinboth. „Ein bisschen zu unkonzentriert“ seien seine Spieler gewesen und oft einen Tick zu weit weg vom Gegner gestanden, der dadurch bessere Wurfmöglichkeiten erhielt – und sie letztlich auch nutzte.

Die Niederlage bei den wie Schalke 04 ebenfalls noch abstiegsgefährdeten Tübingern dürfte die Steeples aber nicht umwerfen. Schon bisher schöpften sie Motivation aus Rückschlägen. „Wir hatten eine gute Trainingswoche, die Spieler waren sehr konzentriert und fokussiert“, so Reinboth. Darüber hinaus ist keiner verletzt oder krank, dem Trainer dürften somit am Samstag alle Spieler zur Verfügung stehen.

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