Koch: Standards sind machbar

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Steeples-Manager Rolf Koch ist zuversichtlich, die Pro-A-Standards erfüllen zu können.
Steeples-Manager Rolf Koch ist zuversichtlich, die Pro-A-Standards erfüllen zu können.
Schwäbische Zeitung

- Sportliche Qualifikation, Parkettboden, einen Etat von 350 000 Euro und eine Zuschauerkapazität von 1500: Die BBL und die Zweite Basketball-Bundesliga haben nun auch offiziell die neuen Standards für die Pro A festgesetzt. Was für die Steeples derzeit unerreichbar scheint, sieht Manager Rolf Koch als machbar an.

Von unserem Redakteur  Bernd Treffler

Was bereits vor einigen Wochen bei der Tagung der Zweitligisten in Köln beratschlagt wurde (die SZ berichtete), ist jetzt beschlossene Sache. Ab der kommenden Saison muss jeder Pro-A-Ligist neue, leicht geänderte Mindestanforderungen erfüllen. Als da wären: 1. die sportliche Qualifikation, also Platz eins oder zwei in der ProB, 2. einen Mindestetat von 350000 Euro (vorher 400 000 Euro), 3. ein Fassungsvermögen der Spielstätte von 1500 Zuschauern (1800) und 4. einen Parkettboden. Diese Bedingungen dürften für die nächsten Jahre bindend sein, denn die BBL legt Wert darauf, dass die Pro A ein leistungsfähiger Unterbau zur Ersten Liga ist.

Junge: Frustige Aussicht

Momentan erfüllen die Ehinger Basketballer keine dieser vier Bedingungen. Zumindest mittelfristig haben sich die Steeples jedoch das Ziel gesetzt, in die Pro A aufzusteigen. Realistisch? Ralph Junge ist da eher skeptisch: „Momentan ist das eine frustige Aussicht und eine knifflige Situation“, sagt der Trainer. „Solange die Bedingungen für einen Aufstieg so sind, wie sie jetzt beschlossen wurden, müssen wir wohl in den sauren Apfel beißen und schauen, dass wir gute Arbeit in der Pro B leisten.“ Dagegen sieht Rolf Koch die Chance für einen Aufstieg als durchaus vorhanden. Die SZ hat mit dem Steeples-Manager und Spielleiter Nico Drmota über die Möglichkeiten bei der Spielstätte und den Finanzen gesprochen.

Hallenkapazität: Der neue Standard sieht ein Fassungsvermögen von 1500 Zuschauern vor. Doch Drmota präzisiert: „Die Halle muss für 1500 Zuschauer zugelassen sein. Derzeit ist die Längenfeldhalle für 1050 zugelassen. Eine Aufstockung wäre wohl machbar.“ Das denkt auch Rolf Koch: „Wir hätten noch Raum hinter den Körben und müssten für 1500 Leute die entsprechenden Fluchtwege schaffen. Das liegt im Bereich des Möglichen.“

Parkettboden: Auch beim Thema Bodenbelag ist der Steeples-Manager zuversichtlich: „Der jetzige Boden in der Längenfeldhalle ist schon lange drin und nicht mehr in bestem Zustand“, so Rolf Koch. „Ich kann mir vorstellen, dass man da bei Bedarf eine Sanierung um ein, zwei Jahre vorziehen könnte.“ Dass dies kurzfristig schwierig ist, weiß natürlich auch Koch. Aber: „Auch beim Parkettboden gibt es sicherlich irgendwelche Fristen, die die Zweite Liga einräumen könnte.“ Eine weitere Variante bringt Nico Drmota ins Spiel: „Wenn nötig, könnte man übergangsweise für die Heimspiele einen mobilen Parkettboden verlegen.“

Mindestetat: Von den geforderten 350 000 Euro sind die Steeples derzeit ein gutes Stück entfernt -- nämlich geschätzte 200 000 Euro. „Wir arbeiten hart daran, dass wir auch beim Etat Pro-A-tauglich werden“, sagt Rolf Koch. „Ich bin mir auch sicher, dass unsere Sponsoren bei einem Aufstieg entsprechend mitziehen würden.“ Um auf den geforderten Mindestetat zu kommen, wird Ehingen aber wohl nicht umhin kommen, die Leistungen des Kooperationspartners Urspringschule miteinzubeziehen. Dies wurde von der Zweiten Liga aber schon einmal abgelehnt. „Die Liga sieht uns bislang als zwei eigenständige Vereine“, so Koch weiter. „Wir müssen deshalb klären, unter welchen Voraussetzungen eine finanzielle Einheit möglich ist.“

Diese Überlegungen werden natürlich erst „akut“, wenn die Steeples die sportliche Qualifikation für einen Aufstieg schaffen, also Platz eins oder zwei in der Pro B. Diesem Ziel sind sie seit Donnerstag einen kleinen Schritt näher gekommen, denn Nürnberg wurde der Sieg in Wolfenbüttel am grünen Tisch aberkannt, wodurch Ehingen auf Tabellenplatz vier vorgerückt ist. Für den Rest müssen die Schützlinge von Ralph Junge selbst sorgen -- Standards hin oder her.

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