Knupfer zeigt seine Werke im Berger Kunstkeller

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Im Kunstkeller hängen nun die Werke von Hans-Jürgen Knupfer.
Im Kunstkeller hängen nun die Werke von Hans-Jürgen Knupfer. (Foto: SZ- Elisabeth Sommer)

Eine Vernissage mit Künstlergespräch zwischen Ausstellungsleiterin Heidi Moll und Maler Hans-Jürgen Knupfer hat im „Bäumle“ in Berg mit integrierter „Galerie Kunstkeller“ stattgefunden. „Es malt in mir“ lautet der Titel der neuesten Ausstellung des Munderkingers Knupfer in Heidi Molls Berger Kunstgalerie, und Knupfer verdeutlichte, dass eben in der Kunst nicht alles bewusst geschieht, sondern der Künstler als Werkzeug seines internen Schaffendrangs verstanden werden darf. Der Künstler führt sozusagen aus, was in ihm malt, denkt und antreibt. Das Motto der Ausstellung sei ihm gekommen, weil er zu Einfällen sofort Notizen, gar Skizzen macht. Heidi Moll bestätigte, es sei ihm auf den Leib geschrieben.

Geschaffen hat der Künstler zahlreiche filigrane Landschaftsgemälde im mittleren Format, die den Raum im Erdgeschoss schmücken. Die Großformate hängen im kühlen, in Gewölbeform vorhandenen Kunstkeller eine Etage tiefer. Zwischen den Gemälden sind Skulpturen aus Draht und teilweise mit Papier platziert, mit spärlichem, aber treffendem Einsatz von Farbe. Moll kennt Knupfer seit langer Zeit und verriet im Künstlergespräch vor 80 Zuhörern im sehr gut gefüllten „Bäumle“, dass sie etwas Neues in Knupfers Landschaftsgemälde entdeckt habe: das Ulmer Münster und einen Ehinger Kirchturm. Es sind aber nicht nur Landschaften, Gebäude allein, sondern auch „Körperlandschaften“ in denen man Aktandeutungen findet, die allesamt durch ihre Farbigkeit bestechen und stets für den vorhandenen „Knupfer-Stil“ stehen. Eigens für die Ausstellung in Berg sind die meisten Werke in den vergangenen Monaten erst entstanden.

Viel ursprüngliches Weiß

Das Malen ist für Knupfer ein Prozess, den er aber „rechtzeitig beenden kann, was nicht allen Künstlern gelingt“, sagte Moll. Der Munderkinger braucht nicht total bemalte Leinwände, seine Werke bestechen durch viel ursprüngliches Weiß und partiell bunte Einschübe, die Ortschaften mit Häusern und vor allem verschiedenfarbigen Dächern zeigen. Fein arbeitete Knupfer in kleinformatige, papierlose Drahtrahmen allerhand Gesichter ein – „es biegt in mir“, schlussfolgert er. Jeder dürfe sich suchen und werde sich finden – „zumindest typähnlich“, warf laut ein Vernissagebesucher ein. Er stelle auch mal ein Gemälde zur Seite, weil der Abschluss noch fehlt, denn als Schwabe kann er nichts wegwerfen, so Knupfer, was zu zustimmenden Lachern aus dem Publikum führte. Knupfer bedankte sich für das schöne Hängen der Gemälde durch Moll, nachdem er einen Kleinbus voller Werke angeliefert hatte. Musikalisch begleiteten Elmar Ertle (Gitarre) und Monika Kneer (Gesang) die Vernissage. Als Geschenk erhielten sie vom Künstler kleinformatige, gerahmte Portraits unter dem Motto „Es musiziert in mir“.

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