Klingende Friedensbotschaft

 Musikalische Unterhaltung mit einer Friedensbotschaft in der Liebfrauenkirche.
Musikalische Unterhaltung mit einer Friedensbotschaft in der Liebfrauenkirche. (Foto: S. Hettenbach)
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Er kann es noch: Christoph Mehner hat am Vorabend des Volkstrauertags in der Liebfrauenkirche einmal mehr bewiesen, dass seine musikantischen Kräfte auch nach zweijähriger Corona-Pause nicht versiegt sind. Unter seiner Leitung boten die Kantorei Ehingen und das Mitteldeutsche Kammerorchester vor hunderten von Besucher*Innen Musik von Johann Sebastian Bach und Franz Schubert in empathischen Interpretationen.

Es war im November 1993, als Christoph Mehner zum ersten Mal die Kantorei Ehingen mit dem Mitteldeutschen Kammerorchester zu einem chor-symphonischen Ensemble zusammenführte. Das „deutsche Requiem“ von Johannes Brahms bildete den grandiosen Auftakt zu einer fruchtbaren Liaison zwischen Chor und Orchester. 29 Jahre und etliche Projekte später nun fanden beide Ensembles wieder einmal zusammen.

Die Kantorei Ehingen, optisch – wie so viele andere Chöre heutzutage auch – sichtlich gealtert, überzeugte indes durch stimmliche Frische, Strahlkraft, Homogenität, Präsenz und präzise Artikulation in Bachs Kantate „Wir danken dir Gott, wir danken dir“ (BWV 29) sowie in Schuberts G-Dur-Messe (D167). Das Mitteldeutsche Kammerorchester mit seinem Konzertmeister Andreas Hartmann spielte vor allem in Bachs Orchestersuite Nr. 3 in D-Dur (BWV 1068) all die Trümpfe aus, für die es gerühmt wird: Spannungsbögen vom Feinsten, exzellente dynamische Abstufungen und homogener Gesamtklang. Nur hier und da geriet die Artikulation etwas verwaschen und forcierten die Trompeter ihre Einsätze.

Mit Lisa Rothländer (Sopran), Manja Raschka (Alt), Yongkeun Kim (Tenor) und Gun-Wook Lee (Bass) präsentierten sich vier junge Solisten, die mit transparenten und unverbrauchten Stimmen, deren Mitwirkung nicht nur den Chorklang veredelten, sondern auch den musealen Staub der theologischen Lyrik der Bachschen Kantate vergessen machte.

Mit dem „Dona nobis pacem“ aus Bachs H-Moll-Messe schufen die vereinten Kräfte aus Chor, Solisten und Orchester nicht nur eine bloße Zugabe – es wurde zum Klang gewordenen Sehnen nach Frieden in diesen prekären Zeiten.

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