Kirchener Fasnet startet mit Brauchtum

Lesedauer: 4 Min

Seit 20 Jahren besteht die Narrenzunft Bürgeles-Hexa Kirchen. Mit einem zünftigen Brauchtumsabend hat sie am Freitag in der Halle am Ortsrand die Reihe der Jubiläumsveranstaltungen eröffnet. Am Samstag wurde ein riesiger Narrenbaum errichtet und der Ortsvorsteher nach alter Sitte abgesetzt.

Brauchtum bedeutet bei den Narren neben Straßenumzügen gewöhnlich eine Bühnenshow mit exquisitem Seltenheitswert. Dabei präsentieren ausgesuchte Zünfte und Vereine ihre ganz speziellen Nummern vornehmlich in Form von teils akrobatischen Tänzen. Als Mitkommentatoren des fröhlichen Geschehens hatte Zunftmeister Joe Betz seine zwei Stellvertreter Martin Schrode und Dietmar Betz an seiner Seite als es galt, die am Programm mitwirkenden Gäste und dazu eine große Zahl von Abordnungen weiterer Narrenzünfte zu begrüßen und mit witzigen Sprüchen zu erheitern. Nach dem Einmarsch der närrischen Musikkapelle Kirchen und deren Einstimmung des Publikums hatten acht auswärtige Gruppen Gelegenheit, die Bewunderung der zahlreichen Zuschauer auf sich zu ziehen, während sich gleichzeitig eine dichtgedrängte Menge närrischen Volkes im Partyzelt hinter der Halle bei Drinks und Discomusik vergnügte.

Wie ein rosarotes Wölkchen schwebte Kapellmeister Steffen Lepple seinen Musikern beim Zug zu der mit den markantesten Gebäuden des Dorfes dekorierten Bühne voran und animierte das Volk zusammen mit Joe zum Mitsingen der intonierten Schlager wie „Hey, what’s going on“ der 4 Non Blondes und „Can you English, please?“ der berühmten Ostschweizer Fäaschtbänkler. „Adio, adio Mexico“ tönte es zum stimmungsgeladenen Ausmarsch.

Griesinger Bärenjäger, Lauteracher Schnegga und Bära sowie die Öpfinger Wallentalhexa türmten sich mehrfach bis zur Decke, wobei sich letztere zwischendurch einmal ganz in Weiß von hinten zeigten. Gute Figur machten die Laupheimer Private Dancers und die Oggelsbeurener Garde mit viel Bein. Die NZ Laichingen brachte das „Gaißer Madl“ ins Spiel. Die Narrenfreunde Münzdorf überraschten mit ihrer Bierkrugpolka. Ein Xälzbär der weitgehend ausgestorbenen Gattung Ursus Marmeladeus hüpfte der Dürnauer Guggamusig voran.

Einen riesigen Jubiläumsnarrenbaum von 15 Metern Höhe errichteten die Kirchener Narren am Samstag, ehe sie vor dem Rathaus ihren Ortsvorsteher absetzten und zwei angesehene Mitbürger zu größeren Narrengrichtsstrafen verurteilten.

Meist gelesen in der Umgebung

Die Kommentarfunktion ist für Sie aktuell gesperrt. Bitte wenden Sie sich an unseren Kundenservice für weitere Infos.
Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen

Mehr Themen