Kinder bereiten sich aufs Sternsingen vor

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Die Kinder haben sich auf ihren Einsatz als Sternsinger vorbereitet.
Die Kinder haben sich auf ihren Einsatz als Sternsinger vorbereitet. (Foto: SZ- hog)
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Mehr als 40 Kinder beider Konfessionen haben sich am Samstag im Gemeindehaus St. Michael erstmals getroffen, um sich auf die Sternsingeraktion im Januar vorzubereiten. Gemeindereferentin Sabine Knorr, die evangelische Pfarrerin Margot Lenz, Benjamin Henn von der Caritas sowie die Oberministrantinnen Julia Berger und Luisa Kuhn stehen hinter der Sternsingeraktion 2020.

Um die Kinder mit den Hintergründen vertraut zu machen, berichtete Gemeindereferentin Sabine Knorr aus dem Evangelium nach Matthäus. Dort ist die Geschichte der Sterndeuter aus dem Osten hinterlegt, die das Jesuskind suchten. Als sie am Himmel einen besonders schönen Stern sahen, folgten sie ihm. Gold, Myrrhe und Weihrauch hatten sie als Geschenke auf die Reise mitgenommen, wertvolle Güter, aus denen man später schloss, es müssen Könige gewesen sein, wohl deren drei. So sind die Heiligen Drei Könige aus dem Morgenland entstanden, jeder repräsentiert einen der zunächst bekannten Kontinente Asien, wo Israel liegt, Afrika, wo Ägypten liegt und Europa. Mit „Christus mansionem benedicat“, Christus segne dieses Haus, korrespondieren die Namen Caspar, Melchior und Balthasar. Und die drei Kreuze, die zudem an den Haustüren angebracht werden, bedeuten „im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes“. Seit über 60 Jahren geben die Sternsinger jedes Jahr insbesondere an ein ausgewähltes Land ihre Gaben weiter. 2020 ist es ein Land, das am Mittelmeer liegt, an Israel und Syrien grenzt und in Asien liegt, der Libanon mit seiner Hauptstadt Beirut. Mittels eines Films stellte Knorr das Land vor. Hierin kamen Menschen aus dem Libanon zu Wort, der 1975 bis 1990 von einem Bürgerkrieg erschüttert wurde. Der Krieg mit 90 000 Toten hat offenbar auch zwischen den Religionsgemeinschaften tiefe Gräben hinterlassen.

Der Film rief zu mehr Respekt und Akzeptanz untereinander auf: „Wir sind alle Kinder der Erde, wenn wir das kapieren, können wir in Freude, Liebe und Frieden leben“. Der Libanon hat Hunderttausende Flüchtlinge aus dem jetzigen Kriegsland Syrien aufgenommen. Sie leben in einfachen Hütten, die Caritas trägt dazu bei, dass in Flüchtlingslagern Christen und Muslime, Syrer und Libanesen gemeinsam lernen und spielen können. Die Sternsingerkinder sahen, wem die Spenden im Januar zugute kommen und lernten eine junge Frau kennen, die zur beliebtesten Lehrerin im Libanon gewählt wurde.

„Kinder können eine friedliche Welt aufbauen, die Herzen der Erwachsenen sind oft verhärtet“, lautete die Botschaft des Films, der das Fazit zog: „Ich behandle meinen Mitmenschen so, wie ich selbst gerne behandelt werden möchte“. Gestärkt durch diese Hintergründe und Erkenntnisse ziehen die Sternsinger im Januar hinaus, um mit unseren Spenden den Menschen im Libanon zu helfen, Brücken über die Gräben zu bauen. Mit Jenny Bachmann am Klavier lernten die Kinder ihre Liedtexte, sodann bemalten sie Stofftaschen für die ihnen zukommenden Süßigkeiten und sie suchten sich die Gewänder aus.

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