Kanzlerin Merkel verfolgt Niederlage der Ehinger Steeples - und findet aufmunternde Worte

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„Team in Green“ und Kanzlerin: Angela Merkel schaute sich das Spiel in Chemnitz an und kam hernach für ein Erinnerungsfoto zu de
„Team in Green“ und Kanzlerin: Angela Merkel schaute sich das Spiel in Chemnitz an und kam hernach für ein Erinnerungsfoto zu den Steeples. (Foto: Team Ehingen Urspring)

Niners Chemnitz – Team Ehingen Urspring 84:73 (22:15, 22:19, 19:22, 21:17). Steeples: Bonifant (18), Yebo (11), Leissner (16), Hasbargen (5), Simmons (2), Monteroso (11), Otto, Uhl (10), Strangmeyer. Erfolgreichste Werfer von Chemnitz: Lodders (21), Gilder-Tilbury (17), Wank (15).

Zwei Tage nach dem Heimsieg gegen Schlusslicht Baunach haben die Zweitliga-Basketballer des Teams Ehingen Urspring bei Spitzenreiter Niners Chemnitz den Kürzeren gezogen. Vor mehr als 2200 Zuschauern in der Richard-Hartmann-Halle in Chemnitz, unter ihnen Bundeskanzlerin Angela Merkel, liefen die Steeples fast von Beginn an einem Rückstand hinterher, lagen im dritten Viertel deutlich zurück und verloren am Ende mit 73:84.

Zum zweiten Mal an diesem Wochenende erlebten die Fans der Niners eine große Überraschung: Am Freitag hatte ihr Team gegen Nürnberg nach 65:43-Halbzeitführung noch 95:97 verloren, am Sonntag erneut zu Hause gegen Ehingen Urspring betraf die Überraschung aber nicht das Errgebnis, denn eine weitere Heimniederlage vermied der Spitzenreiter. Erstaunt waren die Zuschauer, dass in der ersten Stuhlreihe hinter einem der Körbe Kanzlerin Merkel Platz nahm, neben Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer und der Oberbürgermeisterin von Chemnitz, Barbara Ludwig.

Merkel trug einen grünen Blazer, doch dies bedeutete nicht, dass sie in erster Linie die Steeples, das „Team in Green“, unterstützte. Die Kanzlerin, die bei ihrem Besuch im November in Chemnitz schon einmal bei den Niners war (damals aber nicht zu einem Spiel), applaudierte am Sonntag vor allem nach gelungenen Aktionen des ProA-Spitzenreiters.

Probleme in der Zone

Die Niners sorgten früh dafür, dass das Geschehen in die von ihnen gewünschte Richtung lief. Den ersten Korb erzielte zwar Ehingen Urspring durch einen Dreier von Kevin Yebo, doch Chemnitz drehte den Spieß rasch um und führte 7:3. Seger Bonifant verkürzte mit einem Dreier, den Lukas Wank ebenfalls aus der Distanz beantwortete – 10:6. Bis zum 18:15 punkteten beide Mannschaften abwechselnd, ehe sich gegen Ende des ersten Viertels Chemnitz leicht absetzte (22:15). Die Steeples taten sich im Angriff schwer gegen die gute Niners-Defensive, immer wieder mussten sie aus ungünstige Positionen abschließen. Chemnitz war offensiv ebenfalls nicht unfehlbar, vor allem aus der Distanz, aber sie fanden oft einen Mann unterm Korb – im ersten Viertel und auch danach. „Wir hatten uns vorgenommen, die Zone zu beschützen, aber Chemnitz hat gefühlt 80 Prozent der Punkte durch Korbleger erzielt“, sagte Steeples-Trainer Domenik Reinboth. Vor allem Robin Lodders, einen der großen Jungs der Niners und mit 22 Punkten Topscorer des Spiels, bekamen die Gäste nie richtig in den Griff.

Zu Beginn des zweiten Viertels verwandelte Malte Ziegenhagen zwei Dreier innerhalb von 40 Sekunden zum 28:20. Kurz darauf war es wieder Ziegenhagen, der auf 32:22 stellte. Ehingen Urspring war bemüht, den Rückstand zu verkürzen, doch es gelang immer nur vorübergehend. Auch zur Halbzeit hatte der Spitzenreiter zehn Punkte Vorsprung (44:34).

Nach der großen Pause sah es nach einer schnellen Entscheidung zugunsten der Niners aus. Ivan Elliott, Kavin Gilder-Tilbury, Virgil Matthews und Robin Lodders bauten die Führung auf 52:34 aus. Steeples-Trainer Domenik Reinboth zog die Notbremse und nahm eine Auszeit. Lodders verandelte noch einen Freiwurf zum 53:34, aber dann machten sich die Gäste daran, den Rückstand zu verkürzen. Tanner Leissner und Seger Bonifant, erfolgreichster Werfer der Steeples, verwandelten zwei Dreier, denen die Niners Treffer aus Korbnähe entgegensetzten. Kurz darauf riss bei der Heimmannschaft der Faden – mit elf Punkten in Folge kam Ehingen Urspring auf 59:51 heran, am Ende des dritten Viertels trennten beide Teams noch sieben Punkte (63:56).

Chemnitz behauptet die Führung

Die Chemnitzer Fans beschlich ein ungutes Gefühl – zwei Tage zuvor gegen Nürnberg hatten die Niners ihre komfortable Führung im dritten Viertel bis auf acht Punkte verspielt und im letzten Abschnitt dann abgegeben. Die Steeples hofften auf einen ähnlichen Verlauf, doch diese Hoffnung erfüllte sich nicht. Dominique Uhl, Kevin Yebo und Tanner Leissner, die unterm Korb viel arbeiteten, hielten den Rückstand einigermaßen konstant, ehe rund 80 Sekunden vor dem Ende die Entscheidung fiel. Erst vergab Yebo zwei Freiwürfe, dann entschieden die Schiedrichter bei einer Aktion, die nach Stürmerfoul roch, auf Foul gegen die Steeples – die Niners blieben im Angriff, den Robin Lodders mit dem 80:71 abschloss. Der folgende Dreierversuch von Tim Hasbargen fiel nicht in den Korb, auf der Gegenseite erzielte Kavin Gilder-Tilbury das 82:71 und wenig später setzte Lukas Wank mit einem Dunking den Schlusspunkt auf Chemnitzer Seite. Zwei erfolgreiche Freiwürfe von Rayshawn Simmons waren nur noch Ergebniskosmetik.

Hilfreiche Erfahrung

„Wir waren nicht gut und es war eine unserer schwächsten Leistungen in dieser Saison“, sagte Trainer Reinboth, der den Erfolg aber auch der Erfahrung und Klasse der Niners zuschrieb. Gerade Erfahrung helfe bei einem Doppelspieltag, vor dem man sich in wenigen Tagen auf gleich zwei Gegner vorbereiten muss, so Reinboth. Aufmunternde Worte für die unterlegene Mannschaft gab es noch von der Kanzlerin, die nach der Partie noch für ein Erinnerungsfoto zu den Steeples kam.

Niners Chemnitz – Team Ehingen Urspring 84:73 (22:15, 22:19, 19:22, 21:17). Steeples: Bonifant (18), Yebo (11), Leissner (16), Hasbargen (5), Simmons (2), Monteroso (11), Otto, Uhl (10), Strangmeyer. Erfolgreichste Werfer von Chemnitz: Lodders (21), Gilder-Tilbury (17), Wank (15).

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