Köhlers Krone wird als vorbildliches Dorfgasthaus ausgezeichnet

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Regierungsvizepräsident Utz Remlinger (2.v.l.) und Karlheinz Geppert (r.) überreichten Alfons und Monika Köhler den Preis.
Regierungsvizepräsident Utz Remlinger (2.v.l.) und Karlheinz Geppert (r.) überreichten Alfons und Monika Köhler den Preis. (Foto: SZ- kurt efinger)
Kurt Efinger

Für den Landgasthof „Köhlers Krone" in Dächingen und den Landgasthof „Zur Frohen Aussicht" in Kressbronn hat sich eine kompetente Jury entschieden, als es darum ging, aus 30 Dorfgasthäusern im Regierungsbezirk Tübingen die zwei besten zu küren. Am Freitag überreichten Regierungsvizepräsident Utz Remlinger und Karlheinz Geppert, der Vorsitzende des Arbeitskreises Heimatpflege, den Preis an Alfons und Monika Köhler.

Die Preisverleihung fand im Rahmen eines von der kleinen Besetzung des Musikvereins Dächingen stimmungsvoll umrahmten Festakts statt. Dabei wurden die Wirtschaft zum Schwanen in Blaubeuren mit einer Auszeichnung und das Gasthaus Hirsch in Starzach-Felldorf mit einer Anerkennung bedacht. Grußworte sprachen Regierungsvizepräsident Utz Remlinger, Ehingens Oberbürgermeister Alexander Baumann und Fritz Engelhardt, der Vorsitzende des Hotel- und Gaststättenverbands DEHOGA in Baden-Württemberg.

Zur Feier der Preisübergabe in den Saal des Gasthofs geladen waren Stammgäste, Mitarbeiter und Lieferanten des Hauses. Rund 50 Menschen aus dem Dorf und der Umgebung finden in der Krone mit ihrem Hotelbetrieb und dem zugehörigen Backhaus zeitweilig eine Beschäftigung. Gäste, die das Angebot des Hauses schätzen, kommen teilweise von weit her, um hier einen angenehmen Aufenthalt zu genießen.

Im April hatte der Arbeitskreis Heimatpflege im Regierungsbezirk Tübingen den Wettbewerb „Vorbildliches Dorfgasthaus" ausgerufen. 30 Gasthäuser hatten daraufhin ihre Bewerbung abgegeben. Eine Jury aus Mitgliedern des Arbeitskreises, Kulturwissenschaftlern, Experten des Ländlichen Raums und Gastronomiefachleuten entschied über die Bewerbungen.

Es sei wichtig, dass Dorfgasthäuser erhalten bleiben, sagte Utz Remlinger in Vertretung von Regierungspräsident Klaus Tappeser. Familie Köhler habe vorgemacht, wie das durch die Entwicklung neuer Formate geht. Dabei gelte es, sich den erhofften Umsatz hart zu erarbeiten.

Ehingens Oberbürgermeister Alexander Baumann würdigte Dächingen als einzigen Ehinger Teilort mit einem prämierten Dorfgasthaus. Die Auszeichnung für Köhlers Krone sei mehr als verdient. Die Gastwirtsfamilie Köhler sei nicht stehen geblieben, sondern habe Neues angepackt und Vorstellungen umgesetzt. „Die Krone in Dächingen ist ein Wirtshaus, wo man sich wohlfühlt“, sagte Alexander Baumann aus eigener Erfahrung und würdigte Alfons Köhlers Engagement als Ortsvorsteher von Dächingen und Mitglied des Ehinger Gemeinderats.

„Wenn nicht Köhlers Krone, wer dann?“, begrüßte Fritz Engelhardt, Vorsitzender des Hotel- und Gaststättenverbands DEHOGA in Baden-Württemberg, die Entscheidung der Jury, dem erfolgreichen Unternehmen im kleinen Albdorf den Preis zuzusprechen. Meisterliches Niveau und hohe Qualität bescheinigte er dem aus einer Dorfwirtschaft alter Prägung entwickelten modernen Betrieb. „Es braucht Unternehmer wie Alfons Köhler“, sagte Engelhardt in Bezug auf Tourismusvermarktung, Lebensqualität und Zukunftsperspektiven des hiesigen Raums.

In Gasthäusern seien Vereine gegründet worden, würdigte Karlheinz Geppert den Ursprung vieler der im Arbeitskreis Heimatpflege als Dachverband heimatpflegender Verbände erfassten Gemeinschaften. Funktionierende Wirtshäuser gelte es zu erhalten. Geppert begrüßte die Neubelebung der Wirtschaft zum Schwanen in Blaubeuren und die Anpassung des Gasthauses Hirsch im Starzacher Teilort Felldorf zwischen Rottenburg und Horb an die Gegebenheiten des Ortes. „Wir sind nur ein traditionelles Dorfgasthaus“, beschrieb Hirschwirtin Eva Duffner ihren dank der Mithilfe ihrer drei Söhne an drei Tagen in der Woche geöffneten Familienbetrieb. Zarte Schweinelendchen mit hausgemachten Beilagen sind hier schon um 11,90 Euro zu haben. Stammgäste bekommen den Hausschlüssel zur Selbstbedienung. Bei kleiner Speisekarte isst man auch im Schwanen in Blaubeuren hervorragend.

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