Junge Württembergische Landesbühne spielt in Ehingen „Zonka und Schlurch“

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Aus Elektroschrott haben sich Zonka (r.) und Schlurch tief unter der Erde ihre eigene Welt zusammengebastelt.
Aus Elektroschrott haben sich Zonka (r.) und Schlurch tief unter der Erde ihre eigene Welt zusammengebastelt. (Foto: SZ- kurt efinger)
Kurt Efinger

170 Kinder hat die Junge Württembergische Landesbühne am Donnerstag in der Lindenhalle mit dem Stück „Zonka und Schlurch“ fasziniert. Der Reiz der Aufführung lag in der Vorstellung einer irrealen aber optisch und akustisch wahrnehmbaren Welt aus Alltagsgegenständen.

Himmel und Hölle als postlätale Fortbestandsalternativen haben Menschen immer wieder zu fantastischer Ausmalung gereizt. Warum also nicht einmal mit nicht tot zu kriegender künstlicher Intelligenz? Zwei Exemplare davon sind Zonka und Schlurch, die sich in ihrer Verbannung tief unter der Erdoberfläche aus Elektroschrott ihre eigene Welt gebastelt haben und darin ganz gut zurechtkommen, bis ein Mensch namens Schröder-Schröder seinen Fall mitten aus dem Leben bei ihnen beendet. Spätestens jetzt kommt Sprache zwischen Hochdeutsch, Platt und ganz Unverständlich erhöhte Bedeutung zu.

Gelassen und zu Heiterkeitsausbrüchen bereit lassen die Zuschauer aus der Ehinger Grundschule im Alten Konvikt, der Sixtus-Bachmann-Grundschule Obermarchtal und der Friedrich-Uhlmann-Schule Laupheim die von Finn-Ole Heinrich und Dita Zipfel ausgedachte Geschichte sich ereignen. „Wir haben nichts verstanden, wir sind Ausländer“, vernahm man nach der Aufführung aus dem Mund von Sechstklässlern, während ein ganz kleiner Knirps von sich gibt, alles verstanden zu haben. Sprache oder Intuition ist hier die müßige Frage. Gefallen zu haben scheint es allen, auch wenn der Schlussapplaus nicht so üppig ausfiel, wie bei Aufführungen für Erwachsene üblich. Was die Geschichte für acht- wie 80-jährige so reizvoll macht, ist das schräge und satirische Spiel mit dem Fortspinnen alter Mythen. Was früher „Der Teufel mit den drei goldenen Haaren“ war ist heute eben das schräg verspielte Weiterentwickeln von Science Fiction. Mimisch und gestisch verstehen das die Schauspieler Daniel Großkämper als Zonka, Julian Häuser als Schlurch und Sabine Christiane Dotzer als Schröder-Schröder vorzüglich und versteigen sich beim vielfachen Durchgang durch das Gewirr der Geräteansammlung bisweilen in den Bereich der Akrobatik. Erst verhelfen die beiden Unterweltler dem menschlichen Kollegen zur Auferstehung, dann können sie deren Versuchung selbst nicht widerstehen.

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