Jugendretter proben den Ernstfall

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 Im Rettungszelt wird Erste Hilfe trainiert.
Im Rettungszelt wird Erste Hilfe trainiert. (Foto: Rotes Kreuz)
Lindauer Zeitung

Vermisstensuche, Evakuierung nach Gasaustritt, Verkehrsunfall und Panik in einer Diskothek: 47 Kinder und Jugendliche zwischen zwölf und 17 Jahren aus den verschiedenen Rot-Kreuz-Ortsgruppen des Landkreises haben sich zum sogenannten Chaoswochenende in Weiler getroffen. Von Freitag bis Sonntag sollten sie dabei die breit gefächerten Aufgaben des Roten Kreuzes bei Großschadensereignissen in Theorie und Praxis kennenlernen. Gleich zu Beginn wurde die Funktion und das Material der unterschiedlichen Einsatzfahrzeuge erklärt und die Aufgaben für den Einsatzfall verteilt. Um 19. 30 Uhr kam plötzlich die Alarmierung: Vier Personen einer Jugendgruppe wurden vermisst. Die Kinder und Jugendlichen machten sich auf den Weg, um das Einsatzgebiet rund um das Freibad Weiler abzusuchen. Dabei wurden sie von der Jugendfeuerwehr Weiler-Simmerberg-Ellhofen unterstützt. Um 21:15 Uhr konnte der von den Kindern und Jugendlichen selbständig geleitete Einsatz erfolgreich beendet werden. Alle Vermissten wurden von den jungen Helfern und Helferinnen gefunden und fachgemäß versorgt. Der restliche Abend wurde mit gegenseitigem Kennenlernen verbracht.

Um drei Uhr nachts wurden die Kinder und Jugendlichen wieder alarmiert. Eine Brandmeldeanlage in Simmerberg hat Alarm ausgelöst. Zusammen mit der Jugendfeuerwehr wurde die Lage vor Ort abgeklärt. Glücklicherweise stellte sich die Alarmierung als Fehlalarm heraus, sodass alle nach einer Stunde wieder ins Bett konnten. Die Ruhe war allerdings nur von kurzer Dauer, bereits am Samstagmorgen kam der nächste Notruf. Auf dem Gelände des Feriendorfs Lindenberg wurde eine Gasleitung bei Bauarbeiten beschädigt, die 21 Bewohner eines Betreuten Wohnens mussten schnellstmöglich ihre Häuschen verlassen. Im Anschluss lernten die Kinder und Jugendlichen bei verschiedenen Workshops die unterschiedlichen Schnelleinsatzgruppen des Roten Kreuzes und ihre Aufgaben kennen. Es wurden Zelte und Feldbetten aufgebaut, Funkrufnahmen geübt und das Einsatzfeld der Bergwacht kennengelernt. Am Nachmittag waren die Teilnehmer noch einmal richtig gefordert. Nun konnten sie ihr neu erworbenes Wissen unter Beweis stellen. Bei einem Verkehrsunfall vor den Augen einer Menschenmenge wurden mehrere Personen verletzt. Sie mussten mithilfe der Jugendfeuerwehr Weiler aus den Autos befreit und behandelt werden. Außerdem standen zahlreiche Augenzeugen unter Schock und waren ebenfalls zu betreuen. Auch dieser Einsatz wurde von den Kindern und Jugendlichen selbständig geleitet und erfolgreich beendet.

Nach diesem herausfordernden Einsatz hatten sich die Kinder und Jugendlichen einen freien Nachmittag und Abend redlich verdient. Aber wie im echten Leben auch, kann jederzeit der Melder gehen und so wurden unsere Helfer und Helferinnen um 22 Uhr zu einer Privatparty gerufen, bei der es nach einer Schlägerei zu einer Panik gekommen ist. 23 Personen mussten im Industriegebiet Weiler versorgt werden. Neben mehreren Schwerverletzten waren vorwiegend stark alkoholisierten Personen, die sich auf einem weitläufigen Gelände befanden, zu betreuen. Auch dieser Einsatz konnte gegen 23.30 Uhr erfolgreich beendet werden. Für die Kinder und Jugendlichen ging damit ein gelungenes Übungswochenende zu Ende, an dem nicht nur gelernt und geübt wurde, sondern auch neue Freundschaften und Kontakte geknüpft wurden.

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