John Cranko Schule präsentiert klassisches Ballett und Modern Dance

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Großes Ballett gab es in der Ehinger Lindenhalle.
Großes Ballett gab es in der Ehinger Lindenhalle. (Foto: SZ- kö)

Die John Cranko Ballettschule in Stuttgart gehört zu den weltweit besten überhaupt. Dort einen Ausbildungsplatz zu bekommen, ist das Ziel eines jeden jungen begabten Tänzers. Derzeit lernen dort 130 Balletteleven aus 33 Ländern klassischen und modernen Tanz. Mit beidem präsentierten sie sich bei einer Gala in der ausverkauften Ehinger Lindenhalle.

Der „Sylvia Pas de deux“ von Léo Delibes darf nur an ausgewählten Bühnen wie München, Paris und Moskau aufgeführt werden, erfuhren die Zuschauer, die Schüler der Akademie der John Cranko Schule eröffneten damit die Ballettgala. Nach sechs Jahren Grundausbildung, während der sie auch normal zur Schule gehen, folgen zwei Jahre an der Akademie, die mit einem staatlichen Diplom abgeschlossen wird. 70 Prozent der Tänzer vom Ballett der Stuttgarter Staatsoper haben ihre Ausbildung an der John Cranko Schule gleich in der Nachbarschaft absolviert. Im Herbst 2019 soll ein neues Gebäude mit einer großen Bühne wie in einer Oper und eigener Physiotherapie bezogen werden.

Der „Pas de Trois“ aus dem Nussknacker von Tschaikowsky gehört zu den Ballettklassikern schlechthin, den drei sehr jungen Tänzer der Klassen vier und fünf gelang eine ansprechende Interpretation. „Nayade und der Fischer“ soll demnächst uraufgeführt werden. Ein Solo daraus durften die Zuschauer in der Ehinger Lindenhalle jetzt schon erleben. Mit einer eigenen Choreographie zu Variationen von „Paquita“ von Riccardo Drigo will die schon von der Figur her sehr elegante und tänzerisch erstaunlich ausgereifte Yuki Wakabayashi ebenfalls zur Uraufführung kommen.

Zuerst gab nur der Atem der Tänzerin den Rhythmus vor, „First Breath“, der Titel des sehr modernen Ausdruckstanzes, den Tabitha Dombrowski und Simone Pompignoli sehr ausdrucksstark mit Knochen wie aus Gummi interpretierten. „A Spell on You“ von Nina Simone heißt auf Deutsch so viel, wie ich habe dich mit einem Zauber belegt, zauberhaft auch was die Tänzer daraus machten, der Beifall wollte kein Ende nehmen. Der „Pas de Trois“ von Michail Glinka fordert alles von den Tänzern, für die drei Schüler der Akademie hatte man eine Choreographie des legendären George Balachine gewählt. Ineinander zu verschmelzen schienen bei der sehr modernen Interpretation der „Klage der Nymphen“ die Körper der drei Tänzer, eine erstaunliche Reife weit über ihr Alter hinaus zeigten dabei Wiktoria Byczkowska, Henrik Erikson und Alexander Smith. Mit einer klassischen Symphonie von Prokofjiew in vier Sätzen kamen nochmals die Klassen sechs und beide Akademieklassen zum Einsatz und ließen die Ballettgala fulminant enden.

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