Jazzband47 begeistert 120 Zuhörer

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Die Jazzband47 hat in der Brauereiwirtschaft in Berg das Publikum in ihren Bann gezogen.
Die Jazzband47 hat in der Brauereiwirtschaft in Berg das Publikum in ihren Bann gezogen. (Foto: SZ- hog)
Friedrich Hog

Bereits zum 30. Mal hat die Jazzband47 ihren Dreikönigs-Jazz gespielt. Zum 24. Mal war die Brauereigaststätte in Berg der Austragungsort. Der Saal war mit rund 120 Besuchern restlos ausverkauft, die Stimmung durchweg gut, und die Musiker überzeugten mit Spielfreude, Spielwitz und einem breit gefächerten Programm. Special guest diesmal war die Sängerin Alexandra Pansch.

Die sechs Musiker von der Jazzband47 aus Rottenacker und Umgebung hatten sichtlich Freude an ihrem Heimspiel in Berg. Manfred Walter an der Tuba war auch für die Moderation zuständig. Hermann Schacher an Klarinette und Saxophon sang auch. Am Kornett und Gesang war Manfred Pfütze zu erleben. Die Posaune bediente Peter Weber. Thomas Hergöth saß dezent im Hintergrund und spielte das Banjo wie ein Uhrwerk. Vom Schlagzeug aus gab Karl Schlegel den Takt an. In dieser Besetzung ist die Formation bereits seit 21 Jahren zusammen, und sorgt für feinsten Dixieland, Blues und Swing.

Mit der „Bourbon Street Parade“ entführte die Jazzband47 ihr Publikum gleich am Anfang stilecht ins French Quarter von New Orleans. Die „Fidgety Feet“ stammten von 1918, waren aber zappelnd und lebendig wie am ersten Tag. Da herrschte im Publikum beste Laune als Antwort auf die Spiellaune und den Spielwitz der Musiker. Beim Klarinettenstück „Wild Cat Blues“ von 1923 zog Hermann Schacher alle Register seines Könnens, und erntete viel Applaus.

Dass es in B-Dur, nicht wie üblich in C-Dur gespielt wurde, störte niemanden. Auf den „Lonesome Road“ von Nat Shilkret und Gene Austin begaben sich die Musiker sodann, und brachten damit ein wenig afrikanisches Flair in den Saal. Mit dem dynamischen Glanzstück „Shine“ von 1910, gesungen von Alexandra Pansch, endete der erste Set. Louis Armstrong hat 1930 das Stück bekannt gemacht.

Alexandra Pansch hat zwei Jahre Gesangsunterricht genossen, und singt professionell, oft auf Hochzeiten. Zum ersten Mal trat sie in Berg mit der Jazzband47 gemeinsam auf. Da ging es auf die Karibikinsel „Martinique“ und mit „On the Sunny Side of the street“ direkt in eine Broadway Show, wo gezeigt wird, dass man auch ohne Geld glücklich sein kann. Dem Weihnachtslied „O Holy Night“ von 1847 folgte der moderne „Fishing Blues“ von Taj Mahal, der mit nur zwei akustischen Gitarren begleitet wurde, und das geringe Anglerglück des Protagonisten beklagt. Mit dieser Begleitung sang Alexandra Pansch auch von der legendären „Route 66“, die sich quer durch die USA von Chicago, Illinois über Texas, New Mexiko und Arizona bis an die kalifornische Pazifikküste schlängelt. In Kris Kristofferson’s „Me and Bobby McGee“ konnte die Sängerin ihre Vorliebe für Janis Joplin ausleben, die wiederum das Lied posthum zum Nummer-1-Hit gemacht hatte.

Viel Freude bereiteten die Künstler auch in ihrem dritten Set, wo es hieß „Ain’t she sweet“. Schottisch-irische Klänge gab´s bei „The road and the miles to Dundee“, „This Train Is Bound For Glory“ war hingegen ein Gospel. Italienisches Flair herrschte bei „Buona Sera“ vor, das Alexandra Pansch sang, das mit Klarinette begann, und das nach kurzer Zeit in grenzenloser Spielfreude der Band regelrecht explodierte. Nochmals Alexandra Pansch mit Janis bei „Mercedes Benz“ und das Traditional „Amazing Grace“ führten in einen umjubelten Endspurt, der durch die Wiederholung von „Shine“ im Rahmen einer Zugabe gekrönt wurde.

Nochmals zu erleben ist das Programm der Band am Samstag, 19. Januar, im Saal der Gaststätte „Neuhaus“ in Oberwachingen, dann ebenfalls mit special guest Alexandra Pansch.

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