In Ehingen gehören Bier und Kultur zusammen

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Der Groggadäler wird in Ehingen am Glombigen Doschdig ausgegraben.
Bier gehört genauso wie die Fasnet zu Ehingen. Zum Beispiel wird der Groggadäler in Ehingen am Glombigen Doschdig ausgegraben. (Foto: Schick/Christophe Gateau/dpa)
Leiter Lokalredaktion Ehingen

Die Stadt Ehingen hat sich in den vergangenen 75 Jahren zu einem umtriebigen Mittelzentrum entwickelt. Mit ihren rund 26:000 Einwohnern und 17 Teilorten ist die Große Kreisstadt Ehingen die größte Stadt im Alb-Donau-Kreis.

Mit dem Liebherr-Werk Ehingen, dem größten Werk der Firmengruppe weltweit, ist die Stadt am Fuße der Schwäbischen Alb Heimat des Weltmarktführers, der rund 3600 Menschen Arbeit gibt.

Herausragend für Ehingen ist die Marke Bierkulturstadt, die dafür sorgt, dass Touristen aus der ganzen Welt nach Ehingen kommen, um sich dort dem Thema Bier in all seinen Facetten zu nähern.

Fünf Brauereien gibt es auf dem Gebiet der Stadt Ehingen, die mit 53 Biersorten eine enorme Auswahl des Gerstensaftes bieten können. Bier und Ehingen – das ist eine Verbindung, die seit Jahrhunderten besteht. Die erste Erwähnung datiert aus dem Jahr 1384, wo dem Ehinger Bierbrauer Walter Wender ein Eintrag in Ehingens Stadtgeschichte gewidmet ist.

Um das Jahr 1890 wurden in der Stadt Ehingen noch 21 aktive Braustätten gezählt. Heute sind mit der Berg-Brauerei (die größte), der Schwanen-Brauerei, der Schwert-Brauerei, der Rössle-Brauerei und der Brauerei in Paulas Alb fünf Brauereien am Markt, die sich als Bierkulturstadt vermarkten.

Sieger beim Ideenwettbewerb

Die Bierkulturstadt Ehingen wurde im Juli 2009 als Sieger beim „Ideenwettbewerb Genießerland Baden-Württemberg“ ausgezeichnet, zudem erhielt die Bierkulturstadt 2018 mit dem „Löwenmensch-Award“ den Tourismuspreis der Schwäbischen Alb. Das Thema Bier wurde so in den vergangenen Jahren touristisch immer mehr in den Mittelpunkt gestellt – und das mit Erfolg.

In den vergangenen knapp 20 Jahren sind die Übernachtungszahlen in Baden-Württemberg um 57,2 Prozent gestiegen, in Stuttgart um 109,5 Prozent, in Ulm um 120,2 Prozent, im Alb-Donau-Kreis um 112,4 Prozent und in Ehingen um 183,9 Prozent. Eine wichtige Säule davon ist die Bierkulturstadt, die neben Brauseminaren und Brauereiführungen auch einen Bierwanderweg und die Berg-Bier-Radtour im Portfolio hat.

Das Thema Wandern ist mit dem Besinnungsweg, dem Bierwanderweg und dem BurgFelsenPfad sehr gut besetzt, von 16 zertifizierten Wegmarken im Bereich des Schwäbische Alb Tourismus (SAT) fallen 2,5 auf das Gebiet der Stadt Ehingen. Zudem ist Ehingen eine von zwölf Kleinstadtperlen im Land und gehört ebenfalls zu den Städteperlen des Schwäbische Alb Tourismus.

Eine Narrenhochburg

Abseits des Tourismus ist Ehingen auch in der fünften Jahreszeit eine absolute Hochburg. Die Narrenzunft Spritzenmuck ist Mitglied der Vereinigung Schwäbisch-Alemannischer Narrenzünfte (VSAN) und eines der Aushängeschilder der Großen Kreisstadt.

Für eher weniger gute Schlagzeilen hat Ehingen in den vergangenen Jahren jedoch auch bundesweit gesorgt. Mit der Pleite des Drogeriemarktimperiums des Ehingers Anton Schlecker ging eine Ära in der Großen Kreisstadt zu Ende. Ein Ende, an das wirklich niemand zuvor gedacht hat. Die Stadt Ehingen ist dennoch finanziell sehr gut aufgestellt. Sie ist seit Dezember 2013 schuldenfrei.

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