Immobilien-Boom: In Ehingen fehlen Häuser

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Leiter Lokalredaktion Ehingen

Der Immobilienmarkt in Ehingen steht unter Spannung. Das machen Elmar Rothenbacher und sein Sohn Patrick, die in Ehingen ein alt-eingesessenes Maklerbüro betreiben, ohne Umschweife deutlich. Auf dem Markt fehlen vor allem die klassischen Einfamilienhäuser, weil die Nachfrage nach solchen Objekten in Ehingen riesengroß ist. Und das habe Gründe.

„Ehingen ist ein attraktiver Standort. Das haben mittlerweile auch viele Menschen aus der Umgebung, beispielsweise aus Ulm, gemerkt. Viele Ulmer, die sehr gut verdienen, kaufen in Ehingen hochwertige Immobilien“, erklärt Elmar Rothenbacher.

Denn die Immobilienpreise in Ehingen seien laut Rothenbacher „noch bezahlbar“, während die Preise in Ulm mittlerweile astronomische Höhen erreichen würden. „Der Markt in Ehingen hat sich unheimlich entwickelt. Die Infrastruktur in der Stadt ist sehr gut, es fehlt an nichts, das merkt man natürlich auch auf dem Immobilienmarkt“, sagt Elmar Rothenbacher und betont: „Für Käufer ist die Situation gerade schwierig, für Verkäufer sehr gut.“

Früher sah die Situation ganz anders aus

Das war aber in Ehingen nicht immer so. Als Elmar Rothenbacher im Jahr 1981 das Maklerbüro seines Vaters Franz Rothenbacher übernommen hatte, sah der Immobilienmarkt in Ehingen völlig anders aus. „Früher hat es durchschnittlich drei bis vier Monate gedauert, bis wir ein klassisches Einfamlienhaus verkauft haben. Heute ist ein Haus spätestens nach vier Wochen weg“, erklärt der Immobilienexperte. Das liege auch daran, dass die potenziellen Käufer derzeit günstiges Geld mit einem Zinssatz von 1,8 oder 1,9 Prozent bekommen würden. „Früher lag der Zinssatz bei 13 Prozent“, erinnert sich Rothenbacher.

Das schlägt sich auch im Portfolio des Ehinger Immobilienmaklers nieder. „Momentan haben wir 24 Wohnungen und Häuser im Angebot. Wir hatten aber auch schon 60 Immobilien zum Verkauf. Das zeigt, wie sich der Markt entwickelt hat“, betont Elmar Rothenbacher und erklärt: „Bis auf weiteres wird sich daran auch nichts ändern. Die Zinsen werden auf absehbare Zeit niedrig bleiben.“

Boom bei Eigentumswohnungen

Neben Häusern gehe der Trend aber auch zu Eigentumswohnungen. „Die laufen noch besser, als Einfamilienhäuser. Viele Kunden kaufen sich eine Wohnung als klassische Geldanlage“, sagt Rothenbacher. Bei den Häusern sei die Nachfrage im Preissegment zwischen 200 000 und 400 000 Euro besonders hoch. „Das gilt für die Standorte Ehingen, Allmendingen, Schelklingen, Munderkingen und Rottenacker. Ebenso gut laufen alle Immobilien an der Bundesstraße 311 Richtung Ulm. Schwieriger wird es allerdings, Objekte auf der Ehinger Alb zu verkaufen“, macht der Experte deutlich.

Ob und wann die so genannte Immobilienblase platzen wird – das kann Rothenbacher indes nur mutmaßen. „Sicherlich bekommen wir auch mal wieder andere Zeiten. Ich gehe auch davon aus, dass die Entwicklung der Immobilienpreise vor allem in den Großstädten so nicht weitergehen kann. Dort wird die Blase über kurz oder lang platzen“, vermutet Rothenbacher.

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