Im Februar starten Integrationsmanager

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Peter Bausenhart, Landrat Heiner Scheffold und Josef Barabeisch (v.l.) in der Oberschaffnei.
Peter Bausenhart, Landrat Heiner Scheffold und Josef Barabeisch (v.l.) in der Oberschaffnei. (Foto: SZ- kurt efinger)
Schwäbische Zeitung
Kurt Efinger

Rund 20 bis 30 Flüchtlinge kommen zur Zeit pro Monat im Alb-Donau-Kreis an, gab Landrat Heiner Scheffold am Mittwoch in der Oberschaffnei bei der Mitgliederversammlung des Arbeitskreises Migration bekannt. Bleibeberechtigte Zuwanderer seien Mitbürger von morgen, sagte er in Bezug auf die Bemühungen des Landkreises um Integration.

Zur Vermeidung neuer Parallelgesellschaften sei die Teilnahme Asylberechtigter am gesellschaftlichen Leben unerlässlich, betonte Scheffold als Vorstandsmitglied des Arbeitskreises. Sie sollten sich auch in Vereinen engagieren können. Mit dem Pakt für Integration unterstütze das Land die Kommunen bei der Aufgabe, die geflüchteten Menschen zu integrieren. Das 2017 gezahlte pauschale Entgelt von 1000 Euro pro Helferkreis entfalle ab diesem Jahr. Die Kreise würden jetzt nach anfallendem Bedarf unterstützt.

44 Helferkreise zählte der Arbeitskreis Migration Alb-Donau-Kreis nach Auskunft seines Vorsitzenden Peter Bausenhart im vergangenen Jahr. Beim Bemühen um Eingliederung bringe sich das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge ebenso ein wie das Staatliche Schulamt, die Handwerkskammer und das Jobcenter. Nach Auskunft von Kassiererin Andrea Schilling hat der Arbeitskreis zur Zeit 5600 Euro auf dem Konto. 43 000 Euro seien für Helferkreise ausgegeben worden. Beende ein Helferkreis seine Tätigkeit, fließe übrig gebliebenes Geld zurück.

Auf einen Manager kommen 80 Personen

Josef Barabeisch, Leiter des Dezernats für Jugend und Soziales beim Landratsamt, berichtete von der Umsetzung des von der Landesregierung auf den Weg gebrachten Pakts für Integration. Seiner Aussage nach werden sieben Personen am 1. Februar ihre Tätigkeit als Integrationsmanager für 1789 Menschen beginnen. Einen Monat später sollen zwei weitere Manager folgen. Geeignete Personen für die Aufgabe zu gewinnen, sei äußerst schwierig, sagte Barabeisch. Die Tätigkeit setze Hochschulreife voraus. Die Manager sollen sich mit den – nach Aussage des Dezernatsleiters exzellente Arbeit leistenden – Helferkreisen abstimmen. Teamkoordinator der Manager im Landkreis ist André Helmlinger. Auf einen Manager kommen rund 80 Personen, die von ihm persönlich aufgesucht werden. Nachkommende Familienangehörige werden mitbetreut. Fachdienstleiter für Flüchtlinge und Integration ist im Dezernat Emanuel Sontheimer. „Wir suchen Wohnungen“, sagte Josef Barabeisch im Bezug auf den Bedarf für junge Erwachsene.

Mit dem Pakt für Integration stellt das Land den Kommunen in diesem und im kommenden Jahr 320 Millionen Euro zur Verfügung: 140 Millionen Euro werden in Integrationsförderprogramme und -maßnahmen investiert. 180 Millionen Euro erhalten die Kommunen als Unterstützung ihrer Integrationsarbeit. Das Programm hat zum Ziel, junge Flüchtlinge in Schulen und auf dem Weg in den Beruf zu unterstützen und ihren Spracherwerb voran zu bringen. Zusätzlich sollen bürgerschaftliche Strukturen und das Ehrenamt gefördert werden.

Als digitales Integrationsmanagement für Gemeinden, Städte und Landkreise empfahl Oliver Queck das von ihm gegründete und geführte Unternehmen „JobKraftwerk“. Jährlich 30 000 Euro würde die Inanspruchnahme seiner Dienste den Landkreis kosten.

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