Schwäbische Zeitung

Der Handballverband Württemberg (HVW) ändert zur übernächsten Saison seine Spielklassen. Wie der Verband mittteilt, gib es von 2020/21 an nur noch eine Württembergliga (bisher zwei Staffeln) mit 14 Teams und darunter zwei neue Verbandsligen mit je 14 Mannschaften, gefolgt von künftig vier Landesligen-Staffeln. Dies beschloss das HVW-Präsidium – bei einer Gegenstimme (Bezirk Esslingen-Teck) und einer Enthaltung (Bezirk Bodensee-Donau) – in seiner jüngsten Sitzung und folgte damit dem Antrag des Verbandsausschuss Spieltechnik/Spielkommission.

Keine Einmütigkeit gab es in der Diskussion um die Staffelgrößen. HVW-Präsident Hans Artschwager (Hildrizhausen): „In einem der stärksten Landesverbände im DHB sollten wir mindestens zwölf Mannschaften in den Landesligen haben.“ Eine Landesliga-Staffel mit zehn Mannschaften sei für ihn „keine Option“. Weiter forderte Artschwager: „Bezirksvorsitzende, Schiedsrichterwarte und die Verantwortlichen auf Verbandsebene sind per Beschluss aufgefordert, kurzfristige Lösungen zur Schiedsrichtereinteilung auf Verbandsebene zu finden. Schlimmstenfalls können in den untersten Spielklassen keine Schiedsrichter mehr eingeteilt werden.“

Bis 19. Mai haben die Bezirke mit ihren Schiedsrichtervereinigungen und den Verbandsgremien die Aufgabe, das Problem fehlender Schiedsrichter auf Verbandsebene zu lösen. Das Datum wurde gewählt, weil dann die Absteiger aus der Baden-Württemberg-Oberliga feststehen und man die Auf- und Abstiegskonstellation für die kommende Runde festlegen kann. Diese Runde dient der Qualifikation für 2020/21, wenn die neue Struktur greift.

Der HVW beschäftigt sich seit mehr als eineinhalb Jahren mit der Spielklassenstrukturreform. Hintergrund war, Relegationsspiele über mehrere Wochen nach der Saison zu vermeiden, aber auch die sinkende Anzahl an Schiedsrichtern zu berücksichtigen. Ein Entwurf wurde im Herbst 2018 den acht Bezirken mit 370 Mitgliedsvereinen vorgestellt. Nach Rückmeldungen aus den Vereinen entstand die überarbeitete und jetzt beschlossene neue Spielklassenstruktur.

Auf die Spielklassen des Bezirks habe die Verbandsreform keine Auswirkungen, sagte Heiko Griebel (Röthenbach), Vorsitzender des Handballbezirks Bodensee-Donau. Einmalig möglich wäre, dass es wegen der für 2020/21 geplanten Einführung einer vierten und damit zusätzlichen Landesliga-Staffel in der Saison 2019/20 aus den Bezirksligen zwei Direktaufsteiger gebe. Derzeit sei man allerdings noch in der Diskussion um die Größe der künftigen vier Landesligen.

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