Hinter Süd tut sich eine kleine Lücke auf

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 Neun Treffer bejubelten die Spieler des Verbandsligisten SSV Ehingen-Süd (hier Simon Dilger, l., und Hannes Pöschl) in den verg
Neun Treffer bejubelten die Spieler des Verbandsligisten SSV Ehingen-Süd (hier Simon Dilger, l., und Hannes Pöschl) in den vergangenen drei Spielen – ließen aber genauso viele klare Chancen aus. (Foto: SZ- aw)
Schwäbische Zeitung

Der SSV Ehingen-Süd war einer der Gewinner des neunten Spieltags der Fußball-Verbandsliga – nicht nur aufgrund des eigenen 2:1-Sieges in Fellbach, sondern auch wegen der nicht unbedingt zu erwartenden Niederlagen der Tabellennachbarn FSV Hollenbach (0:3 bei Calcio Leinfelden-Echterdingen) und VfL Sindelfingen (1:2 in Heimerdingen). Dadurch tat sich in der Tabelle eine kleine Lücke auf, Süd (20 Punkte) als Tabellenzweiter hat nun vier Zähler Vorsprung auf Hollenbach, Sindelfingen und den TSV Berg auf den Plätzen drei bis fünf. Rang zwei ist den Kirchbierlingern damit auch nach dem nächsten Spieltag sicher, unabhängig vom Ausgang der Partie gegen Leinfelden-Echterdingen am Sonntag.

Süd gewann sechs seiner neun Spiele der Verbandsliga-Runde, zuletzt drei in Folge. Gegen Fellbach hatte der SSV Startschwierigkeiten, geriet früh in Rückstand und ließ in der aus Gästesicht mäßigen ersten Halbzeit durch Timo Barwan nach knapp 20 Minuten einen Elfmeter aus (den Fellbachs Torhüter Philipp Gutsche sehr gut parierte). Trainer Michael Bochtler drehte in der Pause an einigen Stellschrauben – mit der Folge, dass Süd nicht nur das Spiel drehte, sondern eine Reihe von Chancen hatte. Davon durch Timo Barwan und Filip Sapina allerdings nur zwei nutzte.

Nicht zum ersten Mal gingen die Kirchbierlinger großzügig mit ihren Gelegenheiten um. „Wir hätten in den letzten drei, vier Spielen zehn Tore mehr erzielen können“, sagt Trainer Bochtler. Gegen Fellbach hatte Süd teilweise Pech – wie beim Abschluss von Max Vöhringer, der vom Innenpfosten wieder ins Feld sprang – teilweise war es aber auch ein Stück weit Unvermögen vor dem gegnerischen Tor. Vielleicht sei gegen Mannschaften aus dem Tabellenkeller wie Fellbach oder eine Woche zuvor Heimerdingen „die letzte Entschlossenheit nicht so da“, so Bochtler. Die beiden nächsten Gegner des SSV in dieser englischen Woche sind von einem anderen Kaliber: erst der Oberligist Ravensburg im WFV-Pokal (Donnerstag, 3. Oktober, 15 Uhr), dann in der Liga Leinfelden-Echterdingen (Sonntag, 6. Oktober, 15 Uhr). Fraglich, ob Süd in diesen Begegnungen wieder so viele Möglichkeiten erhält.

Calcio Leinfelden-Echterdingen ist eine der Mannschaften der Stunde in der Verbandsliga. Nach verkorkstem Rundenstart ist Calcio seit fünf Spielen ungeschlagen, das überraschend deutliche 3:0 am Wochenende war der vierte Sieg in Folge. Nach der torlosen ersten Halbzeit, in der Hollenbach besser war, schlug Calcio zu – Valentino Stepcic (48.) erzielte das 1:0, nach einem Hollenbacher Eigentor (51.) stand es 2:0, Carmelo Quartuccio (75.) erhöhte auf 3:0. „Wir haben uns die Tore erarbeitet und hinten nichts mehr anbrennen“, sagte Francesco Di Frisco. Auf Platz acht ist die Mannschaft von Leinfelden-Echterdingen, die wie Ehingen-Süd im WFV-Pokal-Achtelfinale ebenfalls auf einen Oberligisten trifft (VfB Stuttgart II, am Mittwoch), in der Liga bereits vorgerückt und wird alles daran setzen, ihre Siegesserie am Sonntag in Kirchbierlingen auszubauen.

Eine kleine positive Serie hat auch der lange erfolglose TSV Heimerdingen hingelegt. Mitte September gelang dem Aufsteiger gegen Hollenbach der erste Saisonsieg, nun folgte der zweite – wieder wieder zu Hause wieder gegen ein Spitzenteam und wieder mit 2:1. Die Mannschaft von Trainer Holger Ludwig hätte gegen den VfL Sindelfingen auch höher gewinnen können, allein viermal traf der TSV Posten oder Latte. Es ging hektisch zu und turbulent – zwölf Gelbe Karten, jeweils zwei davon für Marc Hetzel (VfL), Antonio Di Matteo (TSV) und Florian Feigl (VfL) zeugten davon.

Bester Aufsteiger in der Verbandsliga ist nach wie vor der TSV Berg, der eine Woche nach der enttäuschenden Niederlage in Neckarrems nun wieder zulangte. Mit 3:1 schlug Berg den TSV Essingen, der in dieser Saison einmal mehr den Erwartungen nicht gerecht wird. Anders Berg, das zum Verfolgerfeld von Spitzenreiter Backnang und dem Zweiten Ehingen-Süd gehört. „Berg hat absolut verdient gewonnen, Berg wollte mehr und war besser in den Zweikämpfen“, sagte Essingens Trainer Beniamino Molinari. „Wir dagegen haben vor allem in der zweiten Halbzeit viel von dem vermissen lassen, was es braucht, um in der Verbandsliga zu gewinnen.“

Eine Etage tiefer, in der Landesliga, lässt Olympia Laupheim regelmäßig vermissen, was wichtig ist, um in dieser Klasse erfolgreich zu sein. Am Wochenende setzte es eine 1:2-Heimniederlage gegen den SV Kehlen, der in den vergangenen Wochen wenig gerissen hat und einen Abstiegsplatz belegt. Olympia-Trainer Hubertus Fundel machte die Chancenverwertung seines Teams als großes Manko aus. „Wenn das Spiel 2:0 oder 3:0 für uns ausgeht, ist alles okay“, so Fundel. Doch nach der Laupheimer Führung durch Torjäger David Stellmacher trafen nur noch die Gäste.

Bei Laupheims Ligakonkurrenten FV Bad Schussenried lief dagegen am Wochenende kaum etwas zusammen. Gegner SV Weingarten steckt im Tabellenkeller und weit hinter den Schussenriedern – dennoch behielt der SVW mit 3:0 die Oberhand und hatte Chance zu einem weit höheren Sieg. „Weingarten war viel spritziger“, sagte Schussenrieds Trainer Daniel Amann. Auch sei der Gegner unangenehm gewesen „und hat uns mal auf die Socken gegeben; damit können wir halt nicht umgehen“. (aw)

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