Hier wird der Müll aus mehreren Landkreisen verbrannt

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Die Thermische Abfallverwertung Donautal (TAD) sieht Einnahmen und Ausgaben in Höhe von 9,1 Millionen Euro vor.
Die Thermische Abfallverwertung Donautal (TAD) sieht Einnahmen und Ausgaben in Höhe von 9,1 Millionen Euro vor. (Foto: adk)
Schwäbische Zeitung

Der Zweckverband Thermische Abfallverwertung Donautal (TAD) hat in seiner Verbandsversammlung im Haus des Landkreises in Ulm den Wirtschaftsplan für das Jahr 2020 beschlossen. Der Wirtschaftsplan sieht im Erfolgsplan Erträge und Aufwendungen von je 18,3 Millionen Euro vor. Im Vermögensplan sind Einnahmen und Ausgaben von knapp 9,1 Millionen Euro geplant.

Die TAD-Verbandsumlage zahlen die fünf bisherigen Verbandsmitglieder des TAD (Landkreise Alb-Donau, Heidenheim, Sigmaringen; Stadtkreise Memmingen und Ulm) - und ab dem 1. Juni 2020 auch der Landkreis Biberach, der seit 2005 seine Abfälle in das Müllheizkraftwerk (MHKW) Ulm-Donautal geliefert hat. Der Landkreis Biberach wird ab dem 1. Juni kommenden Jahres Vollmitglied im TAD. Deshalb wird die Umlage zweigeteilt berechnet – für die Monate ohne und die Monate mit dem neuen TAD-Mitglied.

Die Umlage für Januar bis Mai 2020 wird festgesetzt auf 1,46 Euro je Einwohner und 24,33 Euro je Tonne gelieferten Mülls. Von Juni bis Dezember 2020 beträgt sie dann 2,37 Euro je Einwohner und 35,31 Euro je Tonne Müll. Die Umlage wird zu 50 Prozent nach den Einwohnerzahlen der Mitgliedsstadt- und -landkreise berechnet und zu 50 Prozent nach den angelieferten Müllmengen.

Auf das gesamte Jahr 2020 gesehen beträgt das Umlageaufkommen 6,94 Millionen Euro. Das ist ein Anstieg um knapp drei Millionen Euro. Dies liegt vor allem am Beitritt des Landkreises Biberach zum Zweckverband TAD. Die Erlöse aus der Entsorgung der Abfälle von Nichtverbandsmitgliedern sinken entsprechend. Außerdem werden 2020 weniger Abfälle zur Verwertung angenommen; auch hierbei werden also geringere Erlöse erwartet. Ein weiterer Grund sind die laufenden Preissteigerungen, beispielsweise bei Materialien für die Instandhaltungsmaßnahmen.

Niedrigere Umlagesummen

Der TAD-Verbandsvorsitzende, Landrat Heiner Scheffold und TAD-Geschäftsführer Ulrich Keck wiesen darauf hin, dass das Umlageaufkommen mit 6,94 Millionen Euro allerdings weit entfernt von den hohen Umlagesummen der Anfangsjahre des MHKW (Inbetriebnahme 1997) liege. 1999 lag das Umlageaufkommen bei 22,4 Millionen Euro und ging dann sukzessive zurück. Nach dem Tiefststand und dem Auslaufen der Abschreibungen für das MHKW im Jahr 2018 sei klar gewesen, dass die Umlage in den darauf folgenden Jahren wieder moderat steigen werde, mit Blick auf die nötigen Investitionen und Instandhaltungsaufwendungen beim MHKW.

Bei den Erlösen aus dem Verkauf von Strom und Fernwärme, die aus dem Müll gewonnen werden, rechnet der TAD für 2020 mit Einnahmen in Höhe von 4,8 Millionen Euro. Für 2019 waren 4,5 Millionen Euro prognostiziert worden.

Auch 2020 wird das MHKW mit einem erwarteten Jahresdurchsatz von rund 165 000 Tonnen Müll voll ausgelastet sein. Die Müllmengen aus dem Verbandsgebiet, einschließlich des (ab 1.6.20) neuen TAD-Mitglieds, dem Landkreis Biberach, sind auf etwas mehr als 110.000 Tonnen prognostiziert.

Aus den Partnerlandkreisen, die ihren Müll im Müllheizkraftwerk Ulm-Donautal entsorgen, werden im kommenden Jahr 38 500 Tonnen erwartet (Ostalbkreis und Tuttlingen; Landkreis Biberach mit seinen Mengen bis einschlielich Mai 2020).

Im Jahr 2020 sind Instandhaltungsinvestitionen bei verschiedenen Anlagenteilen im Müllheizkraftwerk von rund 5,4 Millionen Euro geplant. Das betrifft die Kesselanlage im MHKW, zur Müllverbrennung und Dampferzeugung für die Fernwärmeproduktion, die zentrale Leittechnik und Brandschutzmaßnahmen. Für die Erweiterung des Müllbunkers (Bau ab 2020; Inbetriebnahme 2021) und der Entladehalle stehen im Vermögensplan (Gesamthöhe 2020: knapp 9,1 Millionen Euro) 8,4 Millionen Euro in 2020 bereit. Die Gesamt-Investitionskosten sind mit knapp 15,9 Millionen Euro brutto veranschlagt.

Spatenstich für die Bunkererweiterung ist am 27. Februar 2020. Bereits im November 2016 hatte die Verbandsversammlung für die Bunkererweiterung einen Planungsbeschluss gefasst, einschließlich der anschließenden Sanierung des bestehenden Müllbunkers. Nach über 20 Jahren Betriebszeit ist eine grundlegende Sanierung erforderlich. Zugleich reicht das jetzige Bunkervolumen von 5800 Kubikmetern, bezogen auf die Durchsatzkapazität des Müllheizkraftwerks (160 000 Tonnen pro Jahr) nur für eine Lagerkapazität von 4,6 Tagen. Andere Müllverbrennungsanlagen haben Bunkerkapazitäten von 7 bis 12 Tagen.

Beteiligung an Studie

Das MHKW Ulm-Donautal hat sich im Jahr 2018 an einer Benchmarking-Studie, einer vergleichenden Betrachtung mit 22 anderen ähnlich ausgelegten Müllverbrennungsanlagen verglichen, wie auch schon 2013. Der Bericht des Betriebswirtschaftlichen Instituts für Abfall- & Umweltstudien (BIFAS) aus Jena zeigt, dass das MHKW Ulm-Donautal sehr gut dasteht und sich in den letzten Jahren operativ deutlich verbessert hat – mit Blick vor allem auf Verfügbarkeit, Instandhaltung, Instandhaltungskosten und niedrige Gesamtkosten.

Vorgestellt wurde das Ergebnis in der Verbandsversammlung von Gernot Pehnelt, einem der beiden Leiter von BIFAS. Der Verbandsvorsitzende, Landrat Heiner Scheffold kündigte an: „Der Zweckverband TAD wird auch künftig mit dem MHKW an einem Benchmarking teilnehmen“.

Die Verbandsversammlung wählte Oberbürgermeister Gunter Czisch (Ulm) turnusgemäß ab 1. Januar 2020 für ein Jahr zum Verbandsvorsitzenden.

Seine Stellvertreter sind Landrätin Stefanie Bürkle (Sigmaringen), Landrat Peter Polta (Heidenheim), Landrat Heiner Scheffold (Alb-Donau-Kreis) und Oberbürgermeister Manfred Schilder (Memmingen).

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