Handwerkskammer besucht Elektrobetrieb

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Haben sich ausgetauscht: (v.l.) Joachim Krimmer, Präsident der Handwerkskammer Ulm, OB Alexander Baumann, Bernd und Alexandra Ha
Haben sich ausgetauscht: (v.l.) Joachim Krimmer, Präsident der Handwerkskammer Ulm, OB Alexander Baumann, Bernd und Alexandra Halder sowie Tobias Mehlich, Handwerkskammer-Hauptgeschäftsführer. (Foto: SZ-: dtp)

Die Handwerkskammer Ulm in Person von Hauptgeschäftsführer Tobias Mehlich und Präsident Joachim Krimmer sowie Oberbürgermeister Alexander Baumann sind am Donnerstag bei Elektro Halder in Ehingen-Dettingen zu Besuch gewesen. Inhaber Bernd Halder hat von den Erfahrungen des Betriebs berichtet.

„Wir wollen verstehen was Sie umtreibt“, erklärt Tobias Mehlich zu Beginn des Besuchs. Bernd Halder erzählt von der Geschichte des Betriebs, der immer weiter gewachsen ist. Im Jahr 1965 sei der Betrieb von seinem Vater Kurt Halder gegründet worden, im Wohnhaus in Dettingen war, wie heute noch, ein Büro integriert. Bernd Halder machte selbst eine Lehre in einem Ehinger Elektrobetrieb und stieg mit 20 Jahren in den elterlichen Betrieb ein, 2007 übernahm er ihn schließlich, damals habe es 15 Mitarbeiter gegeben.

Zehn Bagger, zehn Lastwagen

Erst sei es mehr ein Installationsbetrieb gewesen, erklärt Halder, seit den 1970er-Jahren mache man auch Tiefbauarbeiten. „Heute machen wir eigentlich alles“, sagt Bernd Halder – egal ob Kabel, Hochspannungsleitungen, Glasfaser, Ladestationen, Photovoltaik oder Elektroinstallation. Die Auftragslage sei sehr gut. Der Fuhrpark umfasst knapp 40 Fahrzeuge, darunter zehn Lastwagen und genauso viele Bagger. 50 Mitarbeiter sind bei Halder heute beschäftigt, acht Lehrlinge bildet er derzeit aus. „Wir haben nicht so die Probleme, Azubis zu bekommen“, sagt Halder. Es gebe unter anderem eine gute Zusammenarbeit mit den Fachlehrern und Schulleitungen in Ehingen. „Das macht richtig Spaß.“ Unter den Lehrlingen sei auch ein Syrer, mit dem er sehr zufrieden sei. „Migration leben wir im Betrieb“, sagt Halder, 13 Nationen seien vertreten.

„Wir arbeiten an vielen Stellen zusammen“, sagt OB Baumann aus Verwaltungssicht. Die Zusammenarbeit klappe hervorragend. Halder reagiere flexibel, er habe sogar gehört, dass dieser an Weihnachten die Kirche verlasse, wenn es nötig sei. Außerdem kenne sich dieser etwa beim Thema Energieeffizienz bestens aus.

Größtenteils öffentliche Aufträge

Nur ein Drittel seiner Aufträge seien privat, der Rest öffentlich, erklärt Bernd Halder. Insgesamt hat der Betrieb vier Standorte in Dettingen, außerdem gibt es das Tochterunternehmen „Halder & Sinn“ in Laichingen-Machtolsheim. Auch selbst setzt Halder auf Elektromobilität. Drei E-Autos gibt es bereits im Fuhrpark. In Dettingen soll eine Energiehalle mit einer Photovoltaikanlage entstehen. Der gewonnene Strom fließt dann in einen Pufferspeicher, der bereitsteht, um die E-Autos zu tanken. „Wir möchten in den nächsten zwei Jahren unseren kleinen Fuhrpark komplett auf Elektromobilität umstellen“, sagt Bernd Halder. Eine Reichweite von 200 Kilometern genüge für die Anforderungen des Betriebs. Auch bei einer Aktion der Nachhaltigen Stadt in Ehingen beteiligt er sich, wird zu den Themen Elektromobilität und Straßenbeleuchtung in den Schulunterricht gehen.

Vor dem Hintergrund, dass durchschnittlich mehr als 60 Prozent derjenigen, die im Handwerk beginnen, irgendwann weggehen, wollte Tobias Mehlich wissen, ob Abgänge von Mitarbeiten zu Liebherr Probleme bereiten. Bernd Halder verneinte. Man habe die Arbeitsbedingungen vor Ort konkurrenzfähig gemacht.

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