Griesinger Rat überdenkt Friedhofskonzept

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Der Griesinger Gemeinderat beratschlagte vor Ort über die Nutzung der verbliebenen Friedhofsflächen.
Der Griesinger Gemeinderat beratschlagte vor Ort über die Nutzung der verbliebenen Friedhofsflächen. (Foto: sz- dkd)

Die Gemeinderatssitzung in Griesingen am Donnerstagabend ist für die Ratsmitglieder mit zwei Ortsterminen gestartet. Zuerst ging es ins neue Feuerwehrhaus, in dem Komandant Ralf Storf zusammen mit dem Architekten den Räten den Baufortschritt erklärte. Danach ging es auf den Friedhof. Dort erklärte Bürgermeister Oliver Klumpp, welche Möglichkeiten bestehen, die verbliebenen Flächen mit Gräbern zu belegen. Im Rat wurden dann von Experten die Möglichkeiten für ein neues Baugebiet aufgezeigt.

Der Griesinger Friedhof ist beinahe vollständig belegt. Besonders die Flächen für Urnengräber sind beinahge aufgebraucht. Deshalb hat Bürgermeister Oliver Klumpp an einer Informationsveranstaltung in Ravensburg teilgenommen und mit dem Bestattungsexperten Anton Baur aus Ehingen gesprochen. „Anton Baur ist seit beinahe 50 Jahren im Geschäft und hat große Erfahrungswerte. Bereits vor einigen Jahren als uns der Platz für normale Gräber ausgegangen ist, hat er eine Lösun gefunden“, sagt Oliver Klumpp. Die Lösungsansätze, die er mit Baur erarbeitet hat, hat der Bürgermeister beim Ortstermin den Mitgliedern des Gemeinderats erläutert. Um eine kurzfristige Entlastung zu schaffen, wolle die Gemeinde prüfen, ob neben der bestehenden Urnengrab-Reihe noch Platz für drei bis vier Gräber sei. Eine zweite Reihe vor der bisherigen sei eine längerfristige Lösung, die aber nochmals diskutiert und im Rat verabschiedet werden soll. Generell wolle man aktuell keinen neuen Friedhof bauen, sondern die Fläche um die Kirche weiterhin nutzen, so der Konsens des Gemeinderats. Ein genaues Konzept will Klumpp noch mit Baur erarbeiten und dann im Rat vorstellen. Zusätzlich wollen sich die Ratsmitglieder auch noch die Friedhofssatzung anschauen und anpassen. So steht zum Beispiel in der Diskussion, die Liegezeiten von 25 auf 20 Jahre zu reduzieren. Genaueres soll aber noch beraten werden.

Neues Baugebiet soll langsam angegangen werden

Neben den Umplanungen am Friedhof haben zwei Experten des Unternehmens „RBS wave“ die Möglichkeit eines neuen Baugebiets hinter dem nun abgeschlossenen Steigäcker IV erläutert. Im Steigäcker soll nach aktuellem Gemeinderatsbeschluss nun schnellstmöglich der Feinbelag aufgebracht und auch noch abschließend sollen die Leerrohre für die Glasfaserleitungen bis an die Grundstücksgrenzen gelegt werden. Das neue Baugebiet soll direkt dahinter beginnen und umfasst insgesamt drei Flurstücke, welche laut Planung in 22 bis 25 Bauplätze umgewandelt werden sollen. Eine Umsetung wäre laut Planern sogar bis 2018 möglich, sodass bereits im kommenden Jahr schon gebaut werden könne.

Rat und Bürgermeister wollen das Projekt aber langsamer angehen. „Wir haben noch ein paar größere Projekte, die wir in diesem Jahr umsetzen wollen“, argumentierte Klumpp. Ferner solle die Gemeinde nachhaltig wachsen und nicht explosionsartig. Man habe schließlich noch drei Bauplätze im Steigäcker für einheimische Bauherren reserviert und noch nicht vergeben. Es sei wichtig, hier einen Schritt nach dem an deren zu machen. Klumpp wolle zwar noch in diesem Jahr erste Gespräche mit den Eigentümern der Flächen führen, aber artenschutzrechtliche Gutachten sollen erst im kommenden Jahr folgen.

Die Stimmung der Ratsmitglieder ging ebenfalls in diese Richtung. Es sei wichtig, nichts zu überstürzen, das tue der Kommune nicht gut. Das Unternehmen sei ein verlässlicher Partner, mit dem man gerne arbeiten wolle, das habe sich bereits im Steigäcker IV gezeigt. Bürgermeister Klumpp sagte: „Vielleicht müssen wir dann mal ein Jahr ohne Bauplätze auskommen, aber das verkraften wir schon. Andere Kommunen haben da deutlich größere Probleme.“

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