Glückwünsche wehrt Bochtler noch ab

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 Jan-Luca Daur (l.) erzielte gegen Neckarrems sein zweites Saisontor und bescherte dem SSV Ehingen-Süd ein 1:1.
Jan-Luca Daur (l.) erzielte gegen Neckarrems sein zweites Saisontor und bescherte dem SSV Ehingen-Süd ein 1:1. (Foto: SZ- mas)
Schwäbische Zeitung

Dass zwei Trainer nach einem Spiel zufrieden sind, kommt nicht so oft vor. Am ehesten ist das nach einem Unentschieden der Fall, wie am Samstag in Kirchbierlingen. Auch wenn der SSV Ehingen-Süd die eine oder andere Torchance mehr hatte, kam Trainer Michael Bochtler mit dem 1:1 – für das Verteidiger Jan-Luca Daur mit seinem zweiten Saisontor gesorgt hatte – ebenso gut zurande wie sein Gegenüber Markus Koch vom VfB Neckarrems. Beide Mannschaften hatten damit ihre englische Woche ungeschlagen überstanden, in der Ehingen-Süd in drei Spielen sieben Punkte sammelte und Neckarrems fünf. Durchweg Punkte gegen den Abstieg.

„Glückwunsch zum Klassenerhalt“, rief Koch hernach Bochtler zu, der die Worte der sich dagegen aber noch wehrte. Aus Sicht des SSV-Trainers ist der Abstand trotz des sechsten Tabellenplatzes zur Abstiegszone nicht groß genug. 37 Punkte hat Süd bisher gesammelt, zehn mehr als Nagold auf dem Relegationsrang und Breuningsweiler auf dem ersten direkten Abstiegsplatz. Fünf Spieltage stehen noch aus.

Bochtlers Vorsicht kommt nicht von ungefähr, denn in der unteren Tabellenhälfte ist einiges in Bewegung geraten. Der FC Wangen, nach katastrophalem Saisonstart und Platz 14 zur Halbzeit, hat die Abstiegszone bereits verlassen, der SV Breuningsweiler, nach der Hinserie abgeschlagen Schlusslicht, steht kurz davor. Der Aufsteiger, am Sonntag Gastgeber des SSV Ehingen-Süd, hat die sechstbeste Rückrundenbilanz aller Verbandsligisten, steht damit auch vor Süd (siebtbeste Ausbeute). „Wir sind wieder in Schlagdistanz zu allen“, hatte sich SVB-Trainer Toni Guaggenti schon eine Woche zuvor nach dem überraschenden 2:1 in Rutesheim gefreut. Nun legte seine Mannschaft nach, schlug auch Sindelfingen (4:2).

Dem SV Breuningsweiler unterlegen war vor wenigen Wochen auch der FV Olympia Laupheim, der sich seither drei weitere Niederlagen einfing und auf den vorletzten Platz zurückfiel. Nach dem 1:2 im Derby gegen Ehingen-Süd am Vorabend des 1. Mai zogen die Laupheimer zuletzt auch in Heiningen den Kürzeren – und das gleich mit 0:4. Die personell gebeutelte Olympia taumelt der Landesliga entgegen, der Frust ist groß bei Trainer Hubertus Fundel, der kaum Worte fand nach der Pleite in Heiningen. „Mit so einer Leistung haben wir in der Verbandsliga nichts zu suchen.“

Verbandsliga-Reife dürfte dagegen schon jetzt der TSV Berg haben, der mit acht Punkten Vorsprung und der mit Abstand besten Tordifferenz die Landesliga IV anführt. Dass das Ziel des Vereins, die Rückkehr in die Verbandsliga, noch scheitert im Jahr 2019, daran glaubt niemand. Mit 5:0 fertigte der TSV am Wochenende auswärts den Nachbarn SV Oberzell ab und auch Bergs Trainer Oliver Ofentausek fand nichts zu mäkeln. „So spielt ein Spitzenreiter“, sagte Ofentausek, dessen Mannschaft bereits zur Pause mit 4:0 vorn lag. „Berg ist das Spitzenteam der Liga“, räumte SVO-Trainer Achim Pfuderer unumwunden ein.

Am Freitag könnte ein weiterer klarer Sieg des TSV Berg folgen, denn Gegner FV Altheim hat seit Wochen keine Bäume ausgerissen und wird die Landesliga in wenigen Wochen wohl auch verlassen – anders als Berg allerdings in Richtung Bezirksliga. Am vergangenen Wochenende kassierte Altheim beim 1:4 in Ostrach seine siebte Niederlage in Folge. Das Torverhältnis in diesen sieben Begegnungen: 2:26 aus Sicht des FVA. Landesliga-Tauglichkeit drückt sich in anderen Zahlen aus. „Wir waren viel zu harmlos, haben viel zu viele Fehlpässe gespielt“, sagte Altheims Trainer Marc Max, während Ostrachs Coach Christian Söllner von einem „Pflichtsieg“ sprach. Ostrach dürfte bei nun 37 Punkten mit dem Abstieg nichts mehr zu tun haben, wobei sich die Zahl der Direktabsteiger in dieser Saison erhöhen könnte – wenn aus der Verbandsliga zwei Teams in die Landesliga-Staffel IV kämen, was angesichts der Platzierungen und Leistungen von Laupheim und Albstadt nicht unwahrscheinlich ist.

Beim SSV Ehingen-Süd würde man den Abschied von Olympia Laupheim aus der Verbandsliga allerdings bedauern, schließlich fiele dann ein zuschauerträchtiges Derby weg. Womöglich steigt aber der FV Biberach der Landesliga auf, die Chance auf Rang zwei sind für die Biberacher seit dem Wochenende wieder größer. Weiler verlor das Allgäu-Derby in Leutkirch und hat nur noch einen Punkt Vorsprung auf Friedrichshafen und Biberach auf den Plätzen drei und vier. (aw)

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