Gigant bekommt viel Lob aus Chicago

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Der Gigant LR 13 000 bei seiner Arbeit in der Nähe von Chicago: Hier entsteht eine Raffinerie. (Foto: Liebherr)
Schwäbische Zeitung
Leiter Lokalredaktion Ehingen

Der LR 13 000 ist das Flaggschiff des Ehinger Liebherr-Werks. Der Gigant ist der weltweit stärkste Raupenkran konventioneller Bauart und wurde im Ehinger Werk sowohl konstruiert, als auch gebaut (die SZ berichtete). Im vergangenen Jahr ist der Verkauf des Riesenkrans auf der Intermat-Messe in Paris über die Bühne gegangen, dort unterzeichnete der Chief Operating Officer (COO) von Mammoet, Herman Smit, den Kaufvertrag mit Christoph Kleiner, Geschäftsführer Vertrieb der Liebherr-Werk Ehingen GmbH.

Seit September ist der Gigant nun im Einsatz bei der Modernisierung und Erweiterung einer BP-Raffinerie in Whiting in Indiana in der Nähe von Chicago. Der Kran arbeitet dort mit 78 Meter Hauptausleger, 72 Meter Wippspitze und Derrick-System, einem Gegenausleger mit zusätzlichem Ballast. „Bei der Erstmontage und Inbetriebnahme im August/September vergangenen Jahres sowie bei den ersten Hüben haben Kundendienst-Monteure von Liebherr in Ehingen und unserer Service-Niederlassung in den USA die Arbeiten unterstützt“, erklärt Wolfgang Beringer, Leiter der Verkaufsförderung im Ehinger Werk.

Mittlerweile, so Beringer, nähern sich die Arbeiten in Chicago dem Ende und die Resonanz des Käufers Mammoet, einem der größten Kranverleiher der Welt, ist absolut positiv. „Die Firma Mammoet ist auf dem Kransektor natürlich sehr erfahren. Wir haben bisher nur positive Äußerungen über die Handhabung, den Aufbau und die Bedienung des Krans bekommen“, so Beringer. „Man kann sogar sagen, dass bisher alle begeistert davon sind.“

Das Herzstück des Krans, der Drehkranz mit einem Durchmesser von 4,50 Meter, stammt übrigens aus dem Biberacher Liebherr-Werk. Die Besonderheit des LR 13 000, der die Gäste bei den Kundentagen vergangenes Jahr mit dem größten Kran-Mobile der Welt begeistert hat, ist, dass der Koloss auch ohne den sogenannten Derrickbalast arbeiten kann. „Ein Kran hat im Prinzip zwei Gegengewichtsorte. Einer ist an der Drehbühne direkt, den anderen bildet der Derrickbalast. Der Derrickbalast macht einen Kran erst richtig stark, weil er sich hinten als Gegengewicht befindet. Der LR 13 000 kann zwar bis zu 1500 Tonnen Derrickbalast aufnehmen, aber auch ohne ihn arbeiten“, so Beringer. Denn beim LR 13000 lässt sich der Drehbühnenbalast von 400 Tonnen auf 750 Tonnen aufstocken. „Das belastet den Drehkranz natürlich enorm“, sagt Beringer.

Sobald die Arbeit des LR 13 000 bei Chicago beendet ist, wird der Kran laut Beringer wieder abgebaut. „Beim LR 13 000 werden wir sicher genau verfolgen, wo sein nächster Einsatzort auf der Welt ist. Es ist ein einmaliger Kran, da interessiert es uns natürlich schon, auf welchem Kontinent er steht“, sagt Beringer.

Für die anstehende Messe „Bauma“ in München ist der LR 13 000 als Ausstellungsstück natürlich zu groß. „Dafür werden wir aber mit dem LR11000 eine Neuentwicklung präsentieren, die 1000 Tonnen hebt“, so Beringer.

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