Gesehen und gekauft: Liebherr übergibt ersten 230-Tonnen-Kran in die Schweiz

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Bei der Übergabe im Ehinger Werk (v.l.): Marc Bollinger (Liebherr-Baumaschinen AG), Angela Hess-Christen (Christen Holding AG),
Bei der Übergabe im Ehinger Werk (v.l.): Marc Bollinger (Liebherr-Baumaschinen AG), Angela Hess-Christen (Christen Holding AG), Christian Betschart, Adrian Christen (Christen Logistik AG) und Thomas Fanger (Liebherr-Baumaschinen AG). (Foto: liebherr)
Schwäbische Zeitung

Das Liebherr-Werk Ehingen hat den neuen Mobilkran LTM 1230-5.1 an den Kundentagen vergangenes Jahr in Ehingen präsentiert. Das Schweizer Unternehmen Christen war schnell von den Vorzügen des 230-Tonners mit seinem 75 Meter langen Teleskopausleger überzeugt und bestellte umgehend. Nun übernahm die Geschäftsleitung das erste Gerät des neuen Typs im Herstellerwerk an der Donau.

Mitglieder der dritten Generation der Gründerfamilie reisten vom Vierwaldstättersee in der Zentralschweiz an die obere Donau, um den ersten LTM 1230-5.1 von Liebherr zu übernehmen. Angela Hess-Christen, Präsidentin der Christen Holding AG, sagt: „Nachdem der LTM 1230-5.1 an den Kundentagen 2018 in Ehingen präsentiert worden war, haben wir uns direkt entschieden, diesen innovativen Kran zu bestellen. Wir haben viele Baukranmontagen und dafür ist er mit seinem 75 Meter langen Teleskopausleger optimal.“

Normalerweise tauschen wir unsere Krane erst nach etwa zehn Jahren aus, aber in diesem Fall haben die Leistungssteigerung und die neuen Technologien den Ausschlag gegeben.

Adrian Christen, Präsident der Christen Logistik AG

Adrian Christen, Präsident der Christen Logistik AG, ergänzt: „Nach unseren letzten Beschaffungen LTM 1090-4.2 und LTM 1130-5.1 war der LTM 1230-5.1 die logische Folge. Er ersetzt einen sechs Jahre alten LTM 1200-5.1. Normalerweise tauschen wir unsere Krane erst nach etwa zehn Jahren aus, aber in diesem Fall haben die Leistungssteigerung und die neuen Technologien den Ausschlag gegeben.“

Der LTM 1230-5.1 ist der Nachfolger des LTM 1200-5.1. Der neue 230-Tonner bietet nicht nur einen drei Meter längeren Teleskopausleger, sondern auch durchschnittlich 20 Prozent mehr Traglast. Außer einer Klappspitze kann eine bis zu 43 Meter lange feste Spitze angebaut werden. So erreicht der LTM 1230-5.1 eine Hakenhöhe von 111 Metern.

So sieht das Liebherr-Werk Ehingen auf einer Luftaufnahme des Jahres 2018 aus. Das Werk ist an seine Grenzen gekommen.
So sieht das Liebherr-Werk Ehingen auf einer Luftaufnahme des Jahres 2018 aus. Das Werk ist an seine Grenzen gekommen. (Foto: liebherr)

Christian Betschart ist seit zehn Jahren Kranfahrer bei Christen und hat nach einem Liebherr-Mobilbaukran den LTM 1200-5.1 gefahren. Er freut sich auf sein neues Arbeitsgerät und sagt: „Trotz des technischen Fortschritts ist die Bedienung der Liebherr-Mobilkrane einheitlich. Für uns Fahrer ist das sehr angenehm. Und ich schätze die höhere Sicherheit des neuen Gerätes.“

Flugzeuge und Boote gehoben

Der neue Kran wird außer bei Turmdrehkranmontagen auch in Industrieanlagen sowie beim Elementbau für Betonfertigteile und Holzträger eingesetzt werden. Angela Hess-Christen bemerkt: „Wir haben auch schon Flugzeuge in Museen gehoben und aufgrund unserer Nähe zu mehreren Seen haben wir immer wieder kleinere Schiffe aus dem Wasser oder in den See zu heben. Das werden auch Aufgaben für den neuen LTM 1230-5.1 sein.“

1952 wurde Christen als Bauunternehmen gegründet. Geschäftsbeziehungen zu dem nur drei Jahre älteren Unternehmen Liebherr gab es schon sehr früh, zunächst bei den Produktbereichen Erdbewegungsmaschinen und Turmdrehkranen. Von 1976 an beschaffte Christen eigene Mobilkrane. Heute betreibt Christen neun Mobilkrane mit Traglasten bis 400 Tonnen. Sie gehören zu der seit 2013 unterhalb der Christen Holding AG eigenständig operierenden Christen Logistik AG. Weitere eigenständige Zweige sind die Christen Gartenbau AG und das Immobilienunternehmen Christen Immo AG.

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