Gegen den Personalnotstand in der Gastronomie

Lesedauer: 4 Min
Schürzen um und los gehts: Die jungen Flüchtlinge packen in der Küche mit an.
Schürzen um und los gehts: Die jungen Flüchtlinge packen in der Küche mit an. (Foto: SZ- Körner)
Schwäbische Zeitung
Barbara Körner

Flüchtlinge suchen Arbeits- und Ausbildungsstellen, die Gastronomie sucht händeringend Arbeitskräfte. Was liegt näher, als beide zusammenzubringen? Manuel Manz von der IHK und Friederike Ehrlich vom Kultusministerium waren mit 15 jungen Flüchtlingen aus einer Vorbereitungsklasse der Kaufmännischen Berufsschule Ehingen bei Norbert und Florence Zimmermann im Hotel Rose in Berg. Dort konnten die Flüchtlinge in die Arbeit und den Betrieb hineinschnuppern und auch schon tatkräftig mithelfen.

Den Flüchtlingen, alle zwischen 16 und 20 Jahre alt, erklärte Norbert Zimmermann alles für sie Wissenswerte über die Gastronomie und führte sie durch seinen Betrieb. Anschließend konnten die jungen Leute in der Küche, im Service oder beim Herrichten der Zimmer einen Einblick in die Arbeiten gewinnen. Doch zuerst mussten sich die Mädchen, sofern sie kein Kopftuch trugen, die Haare zurückbinden.

Schweinefleisch ist kein Problem

Jixan ist 17 und kommt aus dem kurdischen Teil Syriens. Sie kann sich eine Arbeit in der Gastronomie gut vorstellen. Auch der Umgang mit Schweinefleisch in der Küche stellt für sie kein Problem dar. „Ich esse es ja nicht“, erklärte sie.

Beim Decken der Tische für eine große Beerdigungsgesellschaft ging sie Restaurantfachfrau Daniela Hanser zur Hand und hatte schnell begriffen, worauf es da ankam. Geschickt legte die junge Kurdin mit Daniela Hanser die großen weißen Tafellaken aus und wies ihren Mitschüler Faridullah aus Afghanistan, der auch mitmachte, zurecht: „Das ist falsch“, sagte Jixan.

Florence Zimmermann zeigte den Flüchtlingen, wie die Stühle an so einer Tafel stehen müssen, wenn die Gäste zur Tür hereinkommen, und legte mit ihnen Bestecke und Servietten aus.

In der Küche schnippelten unter Aufsicht von Norbert und Oliver Zimmermann die Jungen Karotten und Lauchzwiebeln. Alaal aus dem Irak und Haneen aus Syrien rieben Kartoffeln auf einer Reibe für Kartoffelsalat in eine riesige Schüssel. Für Haneen keine ungewohnte Arbeit, sie kocht immer mit ihrer Mutter zusammen für die Familie. „Es ist eine tolle Sache, dass unsere Flüchtlinge einmal in die Betriebe hineinschnuppern können“, fand ihr Schulleiter Tobias Kamm. „Eine einmalige Gelegenheit sich zu orientieren“, sagte Manuel Manz. Zimmermann riet den jungen Flüchtlingen: „Das Wichtigste, wenn ihr in einen Betrieb wollt: Geht erstmal ein paar Tage zum Schnuppern dorthin, damit ihr seht, wie es dort zugeht.“

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen