Gastspiel der Towers in Ehingen weckt Erinnerungen an früher

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„Ich wünsche dem Team Ehingen Urspring, dass es auf Play-off-Kurs bleibt“: Trainer Mike Taylor, dessen Towers-Mannschaft bei den
„Ich wünsche dem Team Ehingen Urspring, dass es auf Play-off-Kurs bleibt“: Trainer Mike Taylor, dessen Towers-Mannschaft bei den Steeples gewann und die Teilnahme an der Meisterrunde bereits sicher hat. (Foto: SZ- mas)

Das Aufeinandertreffen der Zweitliga-Basketballer des Teams Ehingen Urspring und der Hamburg Towers (70:83) am 27. Spieltag der ProA-Hauptrunde ist für einige im Towers-Team mehr gewesen als nur ein Spiel um Punkte. Hamburgs Trainer Mike Taylor war von 2003 bis 2011 bei den Ulmer Basketballern, anfangs noch in der Zweiten Liga. Bis zum Aufstieg in die Bundesliga 2006 war Taylor mit Ulm mehrmals in Ehingen zu Gast – damals in der Längenfeldhalle. Von den Towers-Spielers trugen mehrere sogar schon das Trikot der Steeples, neben Carlton Guyton, der derzeit verletzt ist und am Sonntag nicht dabei war, und Achmadschah Zazai außerdem Justin Raffington und Malik Müller, deren Beziehung zu Ehingen und Urspring viel weiter reicht: Sie wurden als Jugendspieler im Basketballinternet in Urspring ausgebildet.

Zwar liegt die Zeit in Urspring sowohl bei Raffington, der in wenigen Tagen 28 wird, als auch bei Müller (25) lange zurück, doch weder haben sie selbst diese Zeit vergessen noch sind sie in Ehingen und Urspring in Vergessenheit geraten. Steeples-Cheftrainer Domenik Reinboth, der als Jugendtrainer in Urspring begann, freut sich immer besonders, wenn sein Team auf Gegner mit früheren Urspringschülern trifft. Das Ehemaligen-Treffen am Sonntag gegen Hamburg wurde noch erweitert um Felix Czerny, der mit in der JVG-Halle unter den Zuschauern war. Czerny war von 2007 bis 2012 Nachwuchstrainer in Urspring – in einer Zeit, in der die U19 aus Urspring mehrmals deutscher Meister gewann. Unter seinen Spielern damals waren Raffington und Müller – am Sonntag in Ehingen trafen sie sich wieder einmal.

Justin Raffington bezeichnet seine Jahre in Urspring immer wieder und gern als „prägendste Zeit“. 2010 hatte der gebürtige Hamburger Urspring verlassen und sei auch lange nicht mehr dort gewesen, so Raffington – „bei Spielen ist keine Zeit, mal vorbeizuschauen, und im Sommer hat man doch immer was anderes vor“. Aus den Augen verloren hat er die Entwicklung der Steeples jedoch nie. Genauso wenig wie Malik Müller, der ebenfalls mit Freude an die Urspring-Jahre und die „großartigen Trainer“ zurückdenkt. Darauf ging auch Towers-Trainer Mike Taylor bei der Pressekonferenz nach dem Spiel am Sonntag ein. „Malik und Justin sprechen absolut positiv über die Zeit damals“, so Taylor. „Das ist eine wunderbare Werbung für Ehingen Urspring.“

Taylor: „Großer Respekt“

Der Trainer des Tabellendritten Hamburg fand viel Lob für „Ehingen, für Domenik und die Arbeit in dieser Saison“. Die Steeples seien die „positive Überraschung“ im laufenden ProA-Jahr. „Wir haben großen Respekt vor Ehingen, vor dem Spielstil, dem Tempo und Passspiel“, betonte Taylor. „Daher sind wir froh, dass wir das Auswärtsspiel gewonnen haben.“

Es war der zweite Erfolg der Towers gegen die Steeples in dieser Saison, schon das Heimspiel im Herbst hatten sie für sich entschieden. 105:81 endete jene Partie – ein deutliches Ergebnis, das den Verlauf nicht ganz wiedergab. „Das Hinspiel war nicht einfach, Ehingen hat lange mitgehalten“, erinnerte sich Justin Raffington, damals mit 26 Punkten bester Werfer. Am Sonntag in Ehingen kam der Center nur auf zwei Zähler. Er könne besser spielen, so der 2,05 Meter große Athlet. „Aber es zählt nur der Sieg. Als Mannschaft haben wir größere Ziele als jeder Einzelne für sich persönlich.“

Was dieses große Ziel ist, daraus machte Malik Müller, der nach den Bundesliga-Stationen Göttingen und Ludwigsburg im Sommer 2018 zu den Towers wechselte, kein Hehl. Nach oben soll es gehen, die sich an die Hauptrunde der ProA anschließenden Play-offs sollen nur Etappen sein auf dem Weg in die erste Liga. Während Hamburg die Teilnahme an der Meister- und Aufstiegsrunde sicher hat, müssen die Steeples noch bangen. Nach 27 von 30 Spieltagen belegt Ehingen Urspring Rang sieben, zwei Punkte vor dem Neunten Hagen und vier vor Kirchheim und Tübingen auf den Plätzen zehn und elf. „Wir brauchen noch einen Sieg“, so Steeples-Trainer Domenik Reinboth. „Das Ziel, das wir als Team haben, ist der 16. Sieg in dieser Saison, um nach der Hauptrunde eine positive Bilanz zu haben.“

Erneutes Wiedersehen möglich

Bei den Towers traut man den Steeples einen Platz unter den besten acht ohne Weiteres zu. „Ich wünsche dem Team, dass es weiter auf Play-off-Kurs bleibt“, sagt Trainer Mike Taylor. Auch für Raffington und Müller ist klar: Ehingen Urspring hat das Zeug für die Meisterrunde. „Es ist ein Play-off-Team“, sagten die beiden ehemaligen Urspringschüler. Ein erneutes Wiedersehen in dieser Saison schlossen beide somit nicht aus.

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