Gaskosten einsparen: So geht's

 Im kommenden Jahr steht bei Vielen die Begleichung der Gas-Abschlagszahlugen an.
Im kommenden Jahr steht bei Vielen die Begleichung der Gas-Abschlagszahlugen an. (Foto: Wolfgang Filser)
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Das Gas wird immer teurer, auch in Ehingen. Im Angesicht von drohenden, hohen Abschlagszahlungen fragen sich viele Gasnutzer, ob es Möglichkeiten gibt, nicht allzu tief in die Tasche zu greifen. Ob das möglich ist und ob es Sinn ergibt, seinen Anbieter oder gar in die Grundversorgung zu wechseln, verraten die Ehinger Energie und Erdgas Südwest.

Bei Vielen läuft der Gasvertrag am 31. Dezember diesen Jahres aus. Bei der „Ehinger Energie“ ist man jedoch schon vor geraumer Zeit zu einem Monatsvertrags-Modell gewechselt, um die Preise flexibler anpassen zu können. „Wenn die Preise sinken, können wir das so direkter an die Kunden weitergeben“, erklärt Vertriebsbeauftragter Dominik Kuch. Den Anbieter jetzt zu wechseln, sei nicht in jedem Fall sinnvoll.

„Man kann jetzt nicht pauschal sagen, dass es durch einen Wechsel billiger wird“, sagt Kuch. Er empfehle den Kunden zwar, Preise bei verschiedenen Anbietern zu vergleichen, dabei jedoch genau hinzuschauen. „Der Gaspreis setzt sich immer aus zwei Komponenten zusammen: Aus dem Grundpreis und aus dem Verbrauchspreis“, erklärt Kuch. Ersterer ist ein Betrag, den die Kunden jeden Monat bezahlen müssen und der immer gleich hoch bleibt.

Vorsicht bei der Preisaufteilung ist geboten

Der Verbrauchspreis bezieht sich hingegen auf die Verbrauchseinheit, im Fall von Gas also auf Kilowattstunden. Je mehr man verbraucht, desto teurer wird es also. Laut Kuch gebe es Anbieter, die zwar mit niedrigen Verbrauchspreisen werben, dafür aber höhere Grundpreise ansetzen würden. Vorsicht ist also geboten. Bei der Ehinger Energie liege der Bruttopreis für eine Kilowattstunde Gas im „repräsentativsten“ Tarif mit vollem Service aktuell bei 19,93 Cent. Hinzu kommt ein jährlicher Bruttogrundpreis von 89,01 Euro.

Sparpotenzial bietet ein Wechsel in die Grundversorgung. Dieser Energie-Grundbedarf steht in Deutschland jedem zu und wird von dem Versorger erbracht, der in der Region die meisten Haushalte mit Energie beliefert. Für den Raum Ehingen ist das Erdgas Südwest. Wie viel man hier für den Grundbedarf bezahlen muss, hängt davon ab, wie viel Gas man benötigt.

Grundversorgung billiger als reguläre Tarife

Bei einem jährlichen Verbrauch von bis zu 2000 Kilowattstunden liegt der monatliche Bruttoverbrauchspreis hier bei 18,45 Cent, zwischen 2000 und 4999 Kilowattstunden bei 15,45 Cent und ab 5000 Kilowattstunden liegt der Preis bei 14,8 Cent pro Kilowattstunde. Die monatlichen Bruttogrundpreise liegen bei der niedrigsten Verbrauchsstufe bei 2,21 Euro, bei der mittleren Stufe bei 6,85 Euro und bei der höchsten Stufe bei 11,45 Euro. Der billigste, reguläre Tarif von Erdgas Südwest ist im Gegensatz dazu deutlich teurer. Hier zahlt man 24,77 Cent für die Kilowattstunde Gas und im Monat 3,91 Euro Grundpreis.

Das bedeutet, dass ein Kunde mit einem Verbrauch von 10 000 Kilowattstunden Gas im Jahr im günstigsten Tarif von Erdgas Südwest insgesamt 2.523,97 Euro brutto bezahlen würde. Beim gleichen Verbrauch bezahlt ein Kunde, der sich im Grundbedarf befindet aber lediglich 1680,40 Euro brutto. Der angesprochene Tarif von der Ehinger Energie liegt mit 2082,10 Euro in der Mitte.

Höhere Preise bei vielen Verbrauchern

Laut Grundversorger Erdgas Südwest könnten die Kosten für die Grundversorgung jedoch steigen, wenn viele Kunden jetzt auf dieses Modell wechseln. „Wenn das viele Verbraucher tun, müssen die Grundversorger die zusätzlichen Mengen außerplanmäßig beschaffen, da die meist langfristig beschafften Gasmengen nicht mehr für alle Kunden in der Grundversorgung ausreichen“, erläutert Susanne Freitag, Pressereferentin von Erdgas Südwest. Die Preise für die Grundversorgung könnten sich zu jedem Monatsersten erhöhen, die Ankündigungsfrist betrage sechs Wochen.

Um die Kosten effektiv zu senken, helfe laut Freitag vor allem eines: „Der wichtigste Hebel in der aktuellen Gasmarktsituation ist es, Energie zu sparen. Hier kann jede Bürgerin und jeder Bürger einen Beitrag leisten, die Situation zu verbessern, in dem der Energieverbrauch reduziert wird.“ Schon einfache Maßnahmen wie beispielsweise genügend Abstand mit den Möbeln zu den Heizkörpern zu halten, diese regelmäßig zu entstauben und zu entlüften, könnten den Gasverbrauch spürbar senken.

Wie sich die preisliche Lage entwickeln wird, sei, laut Dominik Kuch aktuell schwer abzuschätzen. Dabei spiele die Strenge des kommenden Winters eine große Rolle. Bei einem sehr kalten Winter, in dem die Kunden entsprechend viel Gas verbrauchen und die deutschen Gasspeicher stark beansprucht werden, könne es im kommenden Jahr nochmal zu steigenden Preisen kommen.

Insgesamt blickt Kuch aber vorsichtig optimistisch in die Zukunft und rechnet mit einer Entspannung der Lage. „Vorausgesetzt, es gibt keine externen Schocks mehr“, sagt der Vertriebsleiter und verweist auf die Angriffe auf die zwei Gaspipelines Nordstream 1 und Nordstream 2.

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