Froh über die Winterpause – Aus für Kalin in Essingen

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Schwäbische Zeitung

Beim SSV Ehingen-Süd ist man froh über das Ende des Punktspieljahres 2018. „Ich bin froh, dass es in die Winterpause geht“, sagte Trainer Michael Bochtler nach der letzten Partie am Samstag beim FC Wangen. Nachdem zu den vielen verletzten Spielern auch noch Max Vöhringer wegen Krankheit nicht zur Verfügung stand, war der Kader noch einmal kleiner geworden. Es war schon fast das letzte Aufgebot. Bochtler hofft, dass sich bis zur Fortsetzung der Runde im März einige der Verletzten wieder einsatzfähig sein werden. Auch Neuverpflichtungen in der Winterpause schließt Bochtler nicht aus.

Beim 0:0 in Wangen blieben die Kirchbierlinger zwar zum fünften Mal in Folge ohne Sieg, doch dreimal nacheinander hat man auch nicht verloren – zuvor schon gegen Dorfmerkingen (5:5) und in Heiningen (2:2) sprang jeweils ein Punkt heraus. Damit hat Süd nach 16 Spielen 23 Zähler auf dem Konto, sieben mehr als zum vergleichbaren Zeitpunkt 2017. Auch überwintert Bochtlers Mannschaft in anderen Tabellengefilden – auf Rang sechs statt, wie vor einem Jahr, auf einem Abstiegsplatz (14.).

Anders sieht es beim FC Wangen aus, der in der vergangenen Saison als Tabellenneunter in die Winterpause ging und nun auf Rang 13. Die Allgäuer wären noch tiefer in der Abstiegszone, hätten sie nicht nach einem frustrierenden Saisonstart in den vergangenen Wochen die Kurve gekriegt und von den zurückliegenden sieben Spielen nur eines verloren (in Dorfmerkingen). Gern hätte Wangen die Bilanz noch um einen weiteren Sieg verschönert, doch das ließ Ehingen-Süd mit kompakter Defensive nicht zu. Außerdem standen sich die Allgäuer ein Stück weit selbst im Weg. „Das war einfach eine Dummheit von uns, wir haben uns selbst den Schwung genommen“, sagte FCW-Trainer Adrian Philipp und spielte damit auf die Platzverweise seiner Spieler Steffen Friedrich und Yannick Huber in den letzten knapp 20 Minuten der Partie an. Während sich Friedrich den vorzeitigen Gang in die Kabine mit dem Wegschlagen des Balles einbrockte, musste Huber wegen Meckers und Reklamierens runter. Wangens Nummer zehn hatte offenbar während des gesamten Spiels seine Kommentarfunktion zu oft aktiviert, in der Schlussphase reichte es dem Schiedsrichter und er zeigte Huber Gelb-Rot.

Keine Hinausstellungen gab es im Ostalb-Derby zwischen den SF Dorfmerkingen und dem TSV Essingen, dennoch musste ein Beteiligter früher als geplant gehen. Für Erdal Kalin war es das letzte Spiel als Essinger Trainer – wobei die Entscheidung im Verein schon vor dem brisanten Derby gefallen und somit unabhängig war von der 0:4-Niederlage des TSV in Dorfmerkingen. „Wir haben ein Analysegespräch geführt und festgestellt, dass wir gemäß unseren Ansprüchen einfach zu wenig Punkte auf dem Konto haben“, sagte Patrick Schiehlen, Sportlicher Leiter des TSV. Klingt staatstragend, heißt aber einfach: Platz fünf sowie neun Zähler Rückstand auf Spitzenreiter Rutesheim und acht aufs Verfolgerduell Dorfmerkingen/Hollenbach sind inakzeptabel für einen Verein, der nach oben will, aber wie in der Vorsaison sein Ziel deutlich zu verpassen droht. In der vergangenen Spielzeit hatten mehrere Trainerwechsel nicht den gewünschten Erfolg gebracht, Essingen war am Ende Tabellenneunter. „Letztlich bin ich den Ansprüchen nicht gerecht geworden“, so Kalin, der vor der Saison vom Bezirksligisten Sontheim/Brenz gekommen war und früher Nachwuchstrainer beim Zweitligisten Heidenheim war.

Helmut Dietterle dagegen, Trainer der Sportfreunde, sitzt fest im Sattel. Erst recht nach dem 4:0 gegen Essingen, womit Dorfmerkingen auch im 16. Spiel der Saison ungeschlagen blieb. „Wir können sicher besser Fußball spielen, aber die Jungs haben noch einmal alles investiert und es hat wieder zum Sieg gereicht“, sagte Dietterle. Der Tabellenzweite profitierte auch von Fehlern des Gegners und hatte zudem Glück, dass Essingens Stani Bergheim kurz vor der Pause die Latte traf – es wäre das 1:1 gewesen. Kurz nach dem Seitenwechsel erzielte Benjamin Schiele das 2:0 – die Vorentscheidung. „Wir hatten auch das nötige Matchglück“, so Dietterle.

Dem Glück vergeblich hinterher lief in den vergangenen Wochen Olympia Laupheim. Das 1:3 in Hollenbach im letzten Spiel vor der Winterpause verlängerte die Serie von Spielen ohne Sieg auf sieben. Schon nach einer Viertelstunde hatte der Tabellendritte Hollenbach 2:0 geführt – ein Debakel wie eine Woche davor in Neckarrems drohte. „Wenn man zuvor 0:8 verliert, dann kann man nicht vor Selbstvertrauen strotzen“, sagte Olympia-Trainer Hubertus Fundel. Doch der Aufsteiger steigerte sich und verkürzte in der zweiten Halbzeit durch einen Treffer des Ex-Ehingers Narciso Filho. Auch wenn es nicht zu mehr reichte und Hollenbach gewann, war Fundel nicht unzufrieden. „Meine Mannschaft hat ein gutes Spiel abgeliefert. Darauf lässt sich aufbauen.“

Zumindest auf das Ergebnis aufbauen will in der Landesliga der zuletzt wenig erfolgsverwöhnte FV Altheim, der Kißlegg 1:0 besiegte. In den sieben Spielen davor hatte Altheim nur einmal gewonnen, war aber gerade zu Hause mehrmals ordentlich abgewatscht worden (jeweils 0:6 gegen Berg und Friedrichshafen sowie 2:4 gegen Aufsteiger Leutkirch). Nun holte sich der zuletzt auf einen Abstiegsplatz abgerutschte FVA wieder drei Punkte, wobei der Sieg gegen Schlusslicht Kißlegg hart erkämpft und ohne großen Glanz war. Martin Schrode hatte, unter Mithilfe von Kißleggs Keeper, einen Eckball verwandelt.

Während die Altheimer ihr Duell mit einem Verein aus dem Allgäu gewannen, verlor der FV Biberach bei Rot-Weiß Weiler 1:2. Es war das Ende der Biberacher Serie mit acht Spielen ohne Niederlage. „In Weiler kann man verlieren, aber diesmal wäre mehr drin gewesen“, sagte Dietmar Hatzing. Der FVB nutzte auch die zahlenmäßige Überlegenheit in der zweiten Halbzeit – Weilers Sandro Brugger war in der 47. Minute wegen Meckerns vom Platz gestellt worden – nur zu einem Treffer durch Simon Macht. Weiler hatte zur Pause aber bereits 2:0 geführt und verteidigte nach dem Anschlusstreffer der Gäste in der 59. Minute das 2:1 leidenschaftlich und erfolgreich. Während der Tabellendritte Weiler den Rückstand auf die zweitplatzierten Biberacher auf zwei Punkte verkürzten, ließ der FVB die Chance aus, näher an Spitzenreiter TSV Berg zu rücken. Berg war am Wochenende spielfrei, das Heimspiel gegen Friedrichshafen wurde auf April 2019 verlegt. (sz)

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