Fledermäuse sind unter dem Kirchendach willkommen

Lesedauer: 3 Min
Ingrid Kaipf (l.) informierte über die Fledermäuse.
Ingrid Kaipf (l.) informierte über die Fledermäuse. (Foto: SZ- kurt efinger)
Kurt Efinger

Fledermäuse sind die heimlichen Bewohner vieler Kirchtürme. Diese Tatsache und vieles andere über die nachtaktiven Tiere verdeutlichte Nabu-Fledermausexpertin Ingrid Kaipf am Samstag im Mundinger Dorfgemeinschaftshaus 30 Teilnehmern eines Workshops.

Das Projekt „Kirchen im Biosphärengebiet Schwäbische Alb – Entwicklungsräume für Mensch und Natur“ bietet in diesem Sommer zwei Workshops an. Bei der Veranstaltung „Wildbienen kennen und schützen“ in Lenningen-Hochwang informierte Nabu-Artenschutzexperte Martin Klatt über die Lebensweise und die Gefährdung der nützlichen Blütenbestäuber. Beim Workshop „Fledermausschutz in Kirche und Pfarrgarten“ in Mundingen spürten die Teilnehmer mit Nabu-Expertin Ingrid Kaipf den Flattertieren nach. Mundingen ist eine von sechs Kirchengemeinden, die am Projekt „Kirchen im Biosphärengebiet Schwäbische Alb“ teilnehmen. Die anderen sind die evangelischen Gemeinden Erkenbrechtsweiler-Hochwang, Münsingen, Trailfingen und Zwiefalten sowie die katholische Gemeinde Westerheim. Im Pfarrgarten der Mundinger Kirchengemeinde finden Insekten und Vögel in Hecken, Obstbäumen und Wildblumen Deckung und Nahrung. Wildrose und Geißblatt sollen hinzukommen, um die Artenvielfalt zu vergrößern. Konfirmanden und Jungschar setzten Blumenzwiebeln. Pfarrer Markus Häfele und die Konfirmanden bastelten vier Flachkästen und zwei Rundkästen für Fledermäuse.

„Eine Fledermaus ist keine fliegende Maus“, machte Ingrid Kaipf, Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Fledermausschutz in Baden-Württemberg, ihren Zuhörern klar und brachte ihnen in vielen Details die Lebensweise der fliegenden Säugetiere näher. Mit der Anmerkung, dass eine fünf Gramm schwere Zwergfledermaus so groß wie zwei Gummibärchen ist, erregte sie das Interesse von Kindern und Erwachsenen gleichermaßen und regte die artenschutzgerechte Gestaltung von Dachböden und Kirchtürmen an.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen