Für ein lebens- und liebenswertes Kirchen

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Die Kandidaten für den Kirchener Ortschaftsrat stehen fest. Sie haben sich beim Bürgerdialog vorgestellt.
Die Kandidaten für den Kirchener Ortschaftsrat stehen fest. Sie haben sich beim Bürgerdialog vorgestellt. (Foto: SZ- kö)
Barbara Körner

Der Ortschaftsrat Kirchen hat in einem Workshop sich überlegt, wie man das „Wir Gefühl“ vom Kreismusikfest aufnehmen und vertiefen kann, um den Heimatort lebens- und liebenswert zu erhalten. Diese Gedanken hat Norbert Huber beim Bürgerdialog 2019 mehr als 60 Mitbürgern im Gasthaus Hirsch vorgestellt.

Weil dabei der Ortschaftsrat auf Schützenhilfe aus Ehingen angewiesen ist, müsse man mit konkreten Vorschlägen zur Stadt kommen, sagte Huber, „wir haben weder die Macht noch das Geld, sondern nur beratende Funktion“. In einer „Agenda Kirchen“ sind Themen wie Nahverkehr, Freizeit, Kultur, Umwelt, Geschichte, Ortsgestaltung und das „Wir Gefühl“ aufgelistet. „Wir verfügen über ein gutes Netzwerk in Vereinen und Firmen und Interessengemeinschaften wie Stammtischen, es läuft darauf hinaus: Wir Bürger müssen es machen“, stellte Huber klar. In Teams sollen Lösungsmöglichkeiten mit Alternativen erarbeitet werden, es läge dann am Gemeinderat Ehingen, was der bereit ist, zu bewilligen und zu zahlen, so Huber. Zum Thema Freizeit standen ein Rundwanderweg, die Loipe, eine Eisfläche, eine Boulebahn, Theateraufführungen, eine Rodelbahn, Radwege und Ferienangebote auf der Agenda. Der Punkt Umwelt enthielt einen Barfußpfad, einen Friedwald, Infotafeln, Streuobstwiesen, einen offenen Weiherbach. Mediale Präsenz soll durch Pressearbeit, Infofenster, gesteuerte Informationen, soziale Medien und vielleicht eine eigene Homepage erreicht werden. Das „Wir Gefühl“ stärken hieße auch, die Teilorte mit einbinden, Babybäume pflanzen, ein Seniorentreff, Bürgerbeteiligung, Jugendarbeit, ein Orts-kalender. Zum Thema Infrastruktur gehört: die Erhaltung der Nahversorgung, der Schule und des Kindergartens, Kinderbetreuung, Gewerbe und Arbeitsplätze in einem Industriegebiet, eine E-Tankstelle, vielleicht Car-Sharing mit E-Autos von der Stadt. Die Ortsgestaltung könnte mit Sitzgelegenheiten, Grünanlagen, einem Dorfzentrum, Spielplätzen, Brunnen und Gewässer und Info-Tafeln optimiert werden. Den Nahverkehr verbessern könne man, so Huber, mit einer Mitfahrerzentrale und einem ÖPNV mit ordentlicher Taktung.

Zum Punkt Wohnen gehört gemäß dem Ortschaftsrat eine Willkommenskultur, altersgerechtes Wohnen, eine Verringerung des Gebäudeleerstandes sowie Wohnraum, Zuschüsse und Förderungen für Neuzugezogene. Das Geschichtsbewusstsein soll durch ein Heimatbuch mit historischer Aufarbeitung und Info-Tafeln verbessert werden.

„Man muss aufpassen, dass es kein Strohfeuer wird, darum haben wir uns zu kleinen Schritten entschlossen, die Teams sollten aus nicht mehr als vier Personen bestehen“, sagte Huber. Ortsvorsteher Alfred Schrode dankte Huber und sagte: „Heimat ist ein Stück Wir-Gefühl, das muss man pflegen.“

Kandidaten stehen fest

Schrode gab die Kandidaten für die Gemeinderatswahlen am 26. Mai bekannt. Nicht mehr dem Ortschaftsrat angehören werden Norbert Huber, Uwe Schneider, Karl Diesch, Elmar Dolp und Franz Braig.

Für den Ortschaftsrat Kirchen kandidieren, Alfred Schrode, Heike Krahl, Joachim Betz, Karl-Josef Fiegel, Markus Reichard und Dominik Springer. Für Stetten kandidieren Kevin Draxler, für Deppenhausen Manfred Spähn, für Mühlen Joachim Bachhofer und für Schlechtenfeld Karin Braig.

Über die kommunalen Ereignisse der vergangenen zwei Jahre mit dem Schwerpunkt Infrastruktur berichtete Schrode zu Beginn des Bürgerdialogs. Die Wasserversorgung von Mühlen ist auf Kirchen umgestellt worden. Die EnBW hat in die sichere Stromversorgung investiert. Mit der Gasversorgung sei man, so Schrode, weitergekommen, die Verbindungsleitung nach Mundingen wurde vorbereitet. Für den Breitbandausbau in Kirchen gibt es vier Schränke beim Kreisverkehr, beim Zenka, bei der Raiba und beim Schuppen von Aierstoks mit Zusatz. Die Stadt Ehingen hat das Glasfaserkabel in Richtung Schlechtenfeld mit der Kompakt.Net eingeblasen. Schrode hofft, dass zeitnah die Anschlüsse in Betrieb genommen werden. „Es gibt keine Firmen, die das machen, das ist das größte Problem, wir hoffen, dass es bald weitergeht, mehr können wir nicht tun“, sagte Schrode. Bei der Flurbereinigung Deppenhausen werden am 1. April die Förderbescheide übergeben, der Wassergraben dort wird renaturiert, im Rahmen der Flurbereinigung bekommt man leichter Grundstücke, sagte Schrode. Er bat darum, die Bäckerei und die zwei Wirtschaften im Ort auch zu nutzen, um die Nahversorgung zu erhalten. Für den dritten Bauabschnitt des Baugebietes erfolg am 15. März die Submission. Beim Bürgerdialog wurde der Wunsch nach einem Grüngutcontainer im Ort angesprochen, der anderswo von der Feuerwehr betreut werde, damit man nicht die weite Strecke ins Litzholz fahren muss. Schrode entgegnete, dass das die Müllgebühren erheblich verteuern würde.

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