Exquisite Auswahl bei sommerlicher Serenade

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Wolfgang Gentner und Corinna Henger erfreuten mit der Sommerserenade in St. Michael.
Wolfgang Gentner und Corinna Henger erfreuten mit der Sommerserenade in St. Michael. (Foto: SZ- kurt efinger)
Kurt Efinger

Mit einem exquisiten Programm haben Corinna Henger und Wolfgang Gentner am Mittwoch in St. Michael das zahlreiche Publikum beeindruckt. Französische Flötenmusik prägte die diesjährige sommerliche Serenade in der Kirche.

Die für den Flötisten Jean-Pierre Rampal geschriebene Sonate für Flöte und Klavier op. 164 von Francis Poulenc markierte zu Beginn einen Höhepunkt der französischen Kammermusik. Im perfekten Zusammenspiel von Corinna Henger und Wolfgang Gentner ließ sich die am 8. Juni 1957 beim Strasbourg Festival erfolgte Uraufführung gewissermaßen nachvollziehen. Nachdem Poulenc und Rampal mit dem von ihnen gemeinsam fertig gestellten Werk einen ausnahmslos positiven Eindruck hinterlassen hatten, wurde es umgehend Bestandteil des flötistischen Standardrepertoires.

In Ehingen überraschte wieder einmal die Qualität des 1911 bei der Weltausstellung in Turin mit einem Grand Prix ausgezeichneten und einen Flügel vollwertig ersetzenden Klaviers der Stuttgarter Manufaktur Döhner & Sohn. Sie fertigte bis 1935 in handwerklicher Bauweise stabile Instrumente mit großer Klangfülle. Das Pianoforte harmonierte in den Sätzen Allegro malinconico, Cantilena und Presto giocoso bestens mit Corinna Hengers voluminösem und klarem Flötenton. Ihr Solospiel beeindruckte bei der lyrischen „Pièce pour flûte seule“ von Jacques Ibert besonders. Gentner allein war bei der Suite Nr. 2 für ein Tasteninstrument an der Orgel zu hören und noch einmal Corinna Henger mit „Danse de la chèvre“ von Arthur Honegger. Das Werk zählt zu den bekanntesten Solokompositionen des 20. Jahrhunderts für Flöte. Die Orgel übernahm den Basso Continuo bei drei Sätzen der Flötensonate in e-Moll, op. 9, No. 2 von Jean-Marie Leclair. Den unterhaltsameren Teil der Serenade eröffneten auf Texte von Michel Sardou von Toto Cotugno, Jacques Revaux und ihm selbst komponierte Chansons. Den Walzer zum Schluss lieferte Oscar Fetrás mit „Barcarolle“ nach Motiven von Offenbachs Operette „Hoffmann’s Erzählungen“. Das Zwischenspiel zum 3. Akt aus der Oper „Carmen" quittierte als Zugabe den stürmischen Applaus.

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