Experten erklären die digitale Zukunft

Lesedauer: 4 Min
Beim Unternehmertag (v.l.): Raiba-Vorstand Martin Traub, die Referenten Jürgen Gackstatter, Stephan Dietrich und Rainer Nägele s
Beim Unternehmertag (v.l.): Raiba-Vorstand Martin Traub, die Referenten Jürgen Gackstatter, Stephan Dietrich und Rainer Nägele sowie Daniel Staiger und Fritz Lehmann von der Raiba Ehingen-Hochsträß. (Foto: SZ- götz)
Leiter Lokalredaktion Ehingen

Wie sich der Mittelstand auf die digitale Transformation der Geschäftsmodelle vorbereiten kann ist das Kernthema beim ersten Unternehmertag der Raiffeisenbank Ehingen-Hochsträß gewesen. Drei Fachvorträge beleuchteten nicht nur die digitale Zukunft, sondern auch die Fördermöglichkeiten für Unternehmer.

„Transformation, Innovation und Industrie 4.0. Dazu kommt der Fachkräftemangel“, umriss Raiba-Vorstandsmitglied Martin Traub die Herausforderungen, vor denen die Unternehmen – sprich seine Kunden – aktuell stehen würden. „Der Veränderungsdruck für die Unternehmen steigt immer weiter. Was dies für die jeweiligen Geschäftsmodelle bedeutet, weiß niemand. Wir wollen dennoch Antworten geben, wie Investitionen auch mit Fördermitteln finaziert werden können“, so Traub, der zusammen mit Daniel Staiger, Leiter Firmenkunden, den ersten Unternehmertag begleitet hat.

Als erster Referent sprach Rainer Nägele, Technologiebeauftragter der Landesregierung vom Stuttgarter Fraunhofer Institut, über das Thema „Spitze sein und Spitze bleiben – Mit innovativen Geschäftsmodellen die Zukunft gestalten“. Nägele stellte klar, dass Baden-Württemberg im europäischen Innovationsindex zwar die Nummer eins sei, 80 Prozent der Ausgaben für Innovationen, sprich Forschung und Entwicklung von den ganz Großen wie Daimler, Porsche oder Bosch getragen werden. „Die Schere zum Mittelstand geht hier weit auseinander“, betonte Nägele, der zudem deutlich machte, dass Baden-Württemberg indes bei der Innovationsdynamik lediglich auf Platz 33 sei. „Warum scheitern Unternehmen? Weil sie die Zukunft vergessen“, machte Nägele den Zuhörern in der Raiba deutlich und schob einen besonderen Satz hinterher: „Viele Unternehmer arbeiten nur in ihrem Unternehmen und nicht auch an ihrem Unternehmen.“ Denn Schlagworte wie „Demografischer Wandel“, „Digitale Transformation“ und „Globalisierung“ seien nicht nur die Megatrends, sondern unaufhaltsam. „Man muss sich an das Morgen herantrauen“, betonte Nägele. Denn bereits jetzt würde es auf der Welt doppelt so viele vernetzte Geräte wie Menschen geben. „Und all diese Geräte wie Mobiltelefone oder auch vernetzte Kühlschränke produzieren Daten, die abgeschöpt und verwertet werden“, sagte Nägele. Mit welchen finanziellen Fördermöglichkeiten vor allem Mittelständler die digitale Transformation angehen können, erläuterte Stephan Dietrich von der DZ Bank. Vom Steinbeis-Beratungszentrum „Ressourceneffizienz und Innovation“ sprach Jürgen Gackstatter und erläuterte verschiedene Unternehmenskonzepte. „Ein auf Dauer erfolgreiches Unternehmen muss ein innovatives Geschäftsmodell haben“, betonte Gackstatter und nannte diverse Beispiele wie „Car2Go“ oder „Amazon“. Gerade „Car2go“ stehe dafür, dass die Menschen nur dann für ein Auto bezahlen, wenn sie es brauchen. „Pay per use“ heißt das auf Englisch und könne auf weitere Unternehmen übertragen werden. Ebenso wichtig sei die Emotionalisierung der Produkte oder auch das sogenannte „White Labeling“ bei dem Unternehmen für andere produzieren, wie beispielsweise Foxconn, die für Apple Produkte herstellen.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen