Erich Maria Fink ist Pfarrer im Ural

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Der evangelische Pfarrer Günther Wruck (r.) dankte am Schluss des Vortrags dem katholischen Kollegen Erich Maria Fink.
Der evangelische Pfarrer Günther Wruck (r.) dankte am Schluss des Vortrags dem katholischen Kollegen Erich Maria Fink. (Foto: SZ- kurt efinger)
Schwäbische Zeitung
Kurt Efinger

Erich Maria Fink, geboren 1961 in Isny/Allgäu, ist Pfarrer der Gemeinde „Königin des Friedens“ in Beresniki/Ural (Russische Föderation). Am Sonntag sprach er zum Thema „Unser Herz sehnt sich nach der Liebe Gottes“ im voll besetzten Gemeindehaus „Arche“ in Rißtissen.

Erich Maria Fink studierte in Augsburg und Rom, empfing am 29. Juni 1986 die Priesterweihe für das Bistum Augsburg und war eineinhalb Jahre als Diözesanpostulator für Selig- und Heiligsprechungsprozesse tätig. Von 1992 bis 1995 war er im Dienst der Gebetsstätte Marienfried, anschließend viereinhalb Jahre Pfarrer dreier Landgemeinden. Zum Beginn des Jahres 2000 für den Dienst in Russland freigestellt, ist er jetzt Pfarrer der Gemeinde „Königin des Friedens“ in Beresniki. Im Jahr 2004 wurde dort eine Gemeindekirche mit angeschlossenem Pfarr- und Sozialzentrum von dem in Moskau ansässigen Erzbischof Tadeusz Kondrusiewicz eingeweiht.

„Ich liebe Russland, das Volk und die Menschen“, eröffnete Erich Maria Fink seinen Bericht über seine Tätigkeit in der rund 157 000 Einwohner zählenden Stadt Beresniki an der Kama in der Region Perm in Russland. Die Stadt liegt im Ural.

„Die Katholiken muss man dort erst einmal suchen“, sagte Fink zu seiner Wirkungsstätte. Nachdem er einen Antrag gestellt habe, dort arbeiten zu dürfen, habe sein Bischof angerufen und gesagt, er würde es erlauben. Mit einem Freistellungsgehalt der Diözese Augsburg finanziell abgesichert, zog Erich Maria Fink in den Ural. Zwölf seiner Kirche angehörende Leute fand er dort vor und bekam es mit Menschen ohne Essen und Wohnsitz, Drogenabhängigen, Straßenkindern und Pflegefamilien zu tun. Nach der Einrichtung einer Metzgerei und einer Möbelwerkstatt musste er erkennen, dass er die materiellen Probleme der Menschen zu lösen nicht in der Lage ist.

„Der einzige, der die Probleme lösen kann, ist Jesus Christus“, sagte sich der auf Gott vertrauende Priester und ließ sich auf die Menschen ein. Dabei leitete ihn die in Matthäus 25,31-46 berichtete Rede vom Endgericht. Vers 35 lautet: „Denn ich war hungrig, und ihr habt mir zu essen gegeben; ich war durstig, und ihr habt mir zu trinken gegeben; ich war fremd und obdachlos, und ihr habt mich aufgenommen.“

Wem es um die Ehre gehe, könne nicht barmherzig sein, und wer Zahlen vorweisen möchte, sei für die Arbeit im Dienst der Kirche nicht fähig, ist Pfarrer Fink überzeugt. Im Priesterseminar habe er eine Destruktion des traditionellen Glaubens erlebt. Bei seinem Dienstantritt in Russland habe er einen neuen Anstoß seiner Beziehung zu Jesus erfahren. Wenn man in einer Beziehung zu Jesus lebe, werde man unabhängig von der Reaktion der Leute. In Russland könne man ohne Beziehung zu Gott nicht leben. Ihm müsse man einen Plan zur Rettung der Menschheit zugestehen. Wenn man Menschen zu Jesus hinführe, entstehe aus Verworrenheit etwas Schönes.

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