Endlich ein Angebot für Mountainbiker

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 Mountainbiker in der Region dürfen sich auf neue Strecken freuen.
Mountainbiker in der Region dürfen sich auf neue Strecken freuen. (Foto: dpa)

Der Alb-Donau-Kreis plant, Mountainbike-Touren auszuweisen. Das Geländerad wurde in der jüngsten Vergangenheit immer beliebter, doch wirklich spannende Strecken für Mountainbiker vor Ort gibt es so gut wie keine. Doch genau auf solche sind leidenschaftliche Mountainbiker angewiesen. Denn im Wald, so regelt es das Landesgesetz, ist Radfahren nur auf Wegen erlaubt, die mindestens zwei Meter breit sind.

„Vor rund 30 Jahren gab es die ersten Mountainbikes überhaupt“, sagte Landrat Heiner Scheffold kürzlich in einer Ausschusssitzung des Kreistags. „Inzwischen ist Mountainbike zu einer Trendsportart und zur olympischen Disziplin geworden.“ Ein Grundkonzept im Alb-Donau-Kreis dazu zu entwickeln sei sehr anspruchsvoll, doch unumgänglich, weil Mountainbiken sonst illegal stattfinde.

Ziel sei es, Mountainbike-Touren auszuweisen und zukünftig touristisch zu vermarkten, erklärte Dezernent Stefan Tluczykont. Dabei wolle man sich vorerst auf wenige Touren im Blautal beschränken. Durch das Angebot an legalen Touren sollen Schutzgebiete geschont werden und auch das Konfliktpotenzial mit anderen Gruppen in der Natur, zum Beispiel mit Wanderern, reduziert werden. Nicht zuletzt sollen die Touren die radtouristische Attraktivität der Region stärken.

Auftakt im Jahr 2019

Auf dem Weg zum Mountainbike-Konzept sollen alle Beteiligten und alle Nutzergruppen mit eingebunden und ein projektbegleitender Arbeitskreis ins Leben gerufen werden. Der Prozess werde circa zwei Jahre dauern, sagte Tluczykont, Auftakt soll das Jahr 2019 sein. Wenn das Vorhaben gelingt, könnten im ganzen Alb-Donau-Kreis Mountainbike-Touren entstehen.

„Die Schwäbische Alb ist prädestiniert dazu, ein Angebot zu eröffnen“, erklärte Tluczykont. Steigungen und Gefälle würden von den Radfahrern nachgefragt. Mountainbiken finde in dieser Region bereits statt, teilweise auch schon geregelt, auf sogenannten Single-Trails, auch im Großen und Kleinen Lautertal. Und im laufenden Jahr habe auch bereits der zehnte Marchtal-Bike-Marathon stattgefunden.

„Mountainbiken ist Spaß, ein Naturerlebnis“, erklärte der Dezernent. „Der Bedarf wächst stetig.“ In der Schwarzwald-Region habe man sich dem Thema schon vor einiger Zeit angenommen und Konzepte entwickelt.

Wenn das Grundkonzept für den Alb-Donau-Kreis stehe, werde der Landkreis eine Beschilderung zur Verfügung stellen, so Tluczykont. Die Montage der Beschilderung soll dann, wie bei den Wanderwegen, durch die Gemeinden erfolgen.

Das sagt das Gesetz

Im Waldgesetz für Baden-Württemberg heißt es: „Radfahren im Wald ist nur auf Straßen und hierfür geeigneten Wegen gestattet.“ Auf Fußgänger müsse Rücksicht genommen werden. Radfahren auf Wegen unter zwei Meter Breite sowie das Radfahren auf Sport- und Lehrpfaden sei nicht erlaubt. Das heißt: Auf schmalen Wegen und abseits der Wege ist Radfahren verboten und kann geahndet werden. Die Forstbehörde könne jedoch Ausnahmen zulassen.

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